Sunday, December 4, 2022
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Iran: Behörden wollen Gefangene zum Ende des Hungerstreiks zwingen

Farhad Meysami ist ein Menschenrechtsaktivist, der für die Frauenrechte im Iran kämpft. Er ist Arzt und wurde im Juli verhaftet. Zur Zeit befindet er sich in der medizinischen Abteilung im berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran.

Er wurde verhaftet, weil er eine Kampagne gegen die Kleidungsvorschriften unterstützt, welche Frauen im ganzen Land unterdrückt.

Meysami begann am 1. August einen Hungerstreik. Sein Gesundheitszustand wird immer schlechter und Ende des letzten Monat beschlossen die Behörden, dass er – gegen seinen Willen – in die medizinische Abteilung des Gefängnisses verlegt und damit sein Hungerstreik beendet wird. Er wurde gezwungen, intravenös ernährt zu werden und ihm wurde gesagt, dass er die Klinik so lange nicht verlässt, bis er wieder Nahrung zu sich nimmt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ihre Sorgen über die Situation ausgedrückt und betont, dass Herr Meysami keine kriminelle Person ist. Die Organisator der Abteilung für Forschung und Verteidigung im Bereich Mittlerer Osten und Nordafrika, Philip Luther, sagte dazu:“ Das einzige „Verbrechen“ von Farhad Meysami besteht darin, dass er sich öffentlich gegen die diskriminierenden und degradierenden Vorschriften zum zwanghaften Tragen des Hijab und die Verteidigung des Rechtes der Frau zum Tragen der Kleidung ihrer Wahl ausgesprochen hat. Er ist ein Gefangener aus Gewissensgründen und ist – verständlicherweise – empört über seine Inhaftierung. Anstatt ihn in Isolation in der medizinischen Klinik zu halten und ihn zu zwingen, seinen Hungerstreik zu beenden, sollten die Behörden ihre widerlichen Spielchen mit seiner Gesundheit beenden und ihn sofort und ohne Bedingungen frei lassen.“

Seine Verhaftung erfolgte werden „Beleidigung der islamischen Heiligkeiten“ und „Versammlung und Anstiftung zu Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ sowie „Verbreitung von Propaganda gegen das System“. Herr Meysami begann aus Protest gegen seine unrechtmäßige Verhaftung einen Hungerstreik.

Ungeachtet seiner ungerechten Behandlung setzt Meysami seine Kampagne auch hinter Gittern fort. Er rief zur sofortigen Entlassung der Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und ihrem Ehemann Reza Khandan auf, die ebenfalls wegen der Unterstützung der Kampagne gegen die Kleidungsvorschriften gegen Frauen in Haft sitzen.

Die Kleidungsvorschriften sind ein kontroverses Thema im Iran und viele Frauen protestieren dagegen, indem sie bewußt auf das Tragen des Hijab in der Öffentlichkeit verzichten. Die Behörden reagieren darauf mit Gewalt und der Verhaftung und Verfolgung vieler Frauen. Menschenrechtsorganisationen haben mehrfach ihre Sorgen über diese diskriminierende Praxis geäußert, welche die Frauen degradiert und ihre Menschenrechte verletzt. Sie haben auch das Verhalten der Behörden im Hinblick auf die Unterdrückung der Frauen geäußert, die friedlich gegen die Gesetze protestiert haben.

Herr Meysami hat während des Hungerstreiks 18 kg verloren und ist extrem dünn. Die Leitung des Gefängnisses hat ihm das Recht zur Ablehnung einer künstlichen Ernährung und der freien Meinungsäußerung verweigert und Druck ihn ausgeübt, seinen Hungerstreik zu beenden.

Es ist traurig, dass diese Praktiken die Norm im Iran sind. Das iranische Regime mißachtet auf vielen Wegen die Menschenrechte und Freiheiten und respektiert sie nicht. Deshalb wollen immer mehr Menschen im Ian einen Regimewandel haben. Sie haben verstanden, dass das Regime zu keinerlei Reform fähig ist.