Wednesday, December 7, 2022
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Iran: Die protestierenden Bauern verlangen, dass die Regierung etwas tut

Die wirtschaftliche Situation im Iran führt zu vielen Härten für die Bevölkerung. Immer mehr Iraner haben nichts mehr zum Leben und die Situation wird für eine zunehmende Zahl von Menschen immer verzweifelter.

Gerade die Bauern sind von den Fahrlässigkeiten und dem Missmanagement des iranischen Regimes betroffen. Das iranische Regime hat es beständig unterlassen, sich mit den drängenden Umweltproblemen zu befassen, und es hat sogar Umweltkatastrophen provoziert. Wasserstraßen wurden umgelenkt je nach den Interessen des Regimes, so dass Bauern und Gemeinden das Nachsehen hatten.

In den vergangenen Tagen gab es einige Zusammenstöße zwischen den Menschen in der Stadt Isfahan im zentralen Iran und Sicherheitskräften. Staatliche Medien haben berichtet, dass Protestierende Sabotage an Einrichtungen verübt haben, die Wasser aus der Stadt Isfahan in die benachbarte Provinz Yazd umleiten.

In dem Vorfall, den es gegeben haben soll, sollen Bauern für die Zerstörung einer Reihe von Reservoirs in einem Dorf nahe bei Isfahan verantwortlich sein. Alireza Karbalaei Akrami von der Yazd Wassergesellschaft sagte, dass der Betrieb nicht mehr gewährleistet ist. Wenn man wieder die Kontrolle über die Situation habe, werde die Sache begutachtet. Die Proteste der Bauern dauern demnach weiter an.

Dies ist das 24. Mal in den vergangenen 8 Monaten, dass die Wasserversorgung in dem Gebiet unterbrochen ist.

Die Bauern sind extrem verärgert über die Situation, weil sie  ohne jede Hilfe mit einer großen Wasserknappheit zurechtkommen müssen, seit die Pläne für die Umleitung des Wassers in die Provinz Yazd umgesetzt worden sind. Schon vor einigen Monaten haben die Bauern mehrmals protestiert und die Regierung aufgefordert, sofort zu handeln. Sie machten darauf aufmerksam, dass sie keine Feldfrüchte mehr anbauen können, so dass großer Schaden für ihre Lebensgrundlage angerichtet wird.

In Videos, die in den sozialen Medien die Runde machten, hört man, dass die Bauern den Behörden 48 Stunden geben, sich um ihre Forderungen zu kümmern. Wenn sie keine Antwort bekämen, würden sie Einrichtungen an den Wasserleitungen zerstören, warnten sie.

Die Bauern haben hervorgehoben, dass die Behörden sich für die Folgen der Wasserumleitung nicht interessiert hätten, und einige haben gesagt, die Politiker begünstigten die Gebiete, in denen sie geboren wurden.

Die Ironie bei der Sache ist, dass die Regierung erst versprochen hat, sich um die Forderungen der Bauern zu kümmern, nachdem der dritte Kuhrang Tunnel fertiggestellt worden ist. Dieser Tunnel ist Teil eines anderen Projekts, das Wasser aus der Region in andere trockenere Provinzen leitet.

Das Missmanagement in Bezug auf die Wasserversorgung ist etwas, dass zu Protesten und Demonstrationen gegen die Regierung auch in anderen Städten und Provinzen im ganzen Land geführt hat. Dieses Missmanagement hat schon jetzt beträchtliche Folgen und die Situation wird nur noch kritischer werden, wenn sich nicht sehr bald etwas ändert. Sogar der iranische Innenminister sagte, es seien unumkehrbare Veränderungen möglich. Abdor-Reza Rahmani Fazli warnte: „Wenn die Trockenheit andauert, wird der Iran ein großes Desaster erleben“.

Auch der iranische Energieminister warnte, dass die Situation immer schlimmer werde. Reza Ardakanian gab an, dass es in 334 Städten im ganzen Land ein Wasserproblem gebe und dass davon 35 Millionen Iraner betroffen seien.

Es ist klar, dass dringend etwas unternommen werden muss, aber die Frage ist – ist das iranische Regime bereit, dafür Zeit und Ressourcen aufzubringen?