Saturday, December 3, 2022
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Iran: Die Väter der sunnitischen Gefangenen in der Todeszelle bitten um Rettung ihrer Söhne

Die Väter der sunnitischen politischen Gefangenen , die im Iran in der Todeszelle sind, haben einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie Maßnahmen zur Rettung ihrer Söhne fordern.

 Sie erklären in ihrem Brief:

„Wie Sie wissen, sind unsere Kinder im Gefängnis seit fünf Jahren in starker Bedrängnis. Diese unsere Angehörigen mussten zwei Jahre  schwere Folterungen in Einzelhaft durchmachen  und wurden nach einem Schauprozess ohne Anwalt zum Tode verurteilt.

Alle Prozesse dauerten nur eine halbe Stunde, in dieser halben Stunde wurde die Anklageschrift vorgelesen und noch ein anderes knappes Ritual vollzogen.

Sie können sich vorstellen, dass keine Zeit dafür gelassen wurde, dass unsere Kinder sich verteidigen konnten. Einerseits hat der Richter Mohammad Mouqiseh uns einfach unseres Glaubens wegen beleidigt und seine Entscheidung schon vor dem Verfahren getroffen und nicht erlaubt, dass die Verdächtigten sich verteidigen konnten, andererseits gab es keine Beweise gegen unsere Kinder außer einem unter Folter erpressten Geständnis.

Zu Beginn wurden unsere Söhne unter der Beschuldigung der Komplizenschaft bei dem Mord an Sheykholeslam und Mamusta Borhan Ali zum Tode verurteilt, dabei wurden unsere Kinder schon vor dem Mord an diesen Leuten festgenommen. 

Als die Wahrheit herauskam, widerrief das Oberste Gericht das Urteil, danach aber wurden unsere Angehörigen unter der Anklage der Mitgliedschaft in salafistischen Gruppen zum   Tode verurteilt; unsere Kinder haben aber mit keiner dieser Gruppen oder mit bewaffneten Operationen etwas zu tun gehabt. Die Menschen hier haben bestätigt, dass unsere Söhne unschuldig sind.

Am Samstag den 14. Juni wurden unsere Kinder in einen getrennten Abschnitt des Ghezelhesar Gefängnisses geschickt und gezwungen die Gefängniskleidung zu tragen, die für Personen in der Todeszelle vorgesehen ist.. Mindestens dreimal wurden sie zum Galgen gebracht und nach vielen psychologischen Foltern zurück in den abgesperrten Bezirk in die Einzelhaft gebracht.

Wir bitten Sie deshalb demütig, die Beamten der Justiz und Sicherheit aufzufordern, auf jeden Fall mit der Folter unserer Kinder aufzuhören, der psychologischen und der physischen, und ihr Todesurteil aufzuheben“.