Wednesday, November 30, 2022
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Iran: Ein Traum geht unter auf den Straßen

In den Städten und Dörfern des Iran gibt es Kinder, die eine kurze Zeit lang die fixe Idee haben, das neue akademische Jahr zu beginnen, die aber stattdessen in der örtlichen Ziegelbrennerei oder als Teppichweber arbeiten, um ihre Angehörigen zu unterstützen.

In den ersten paar Tagen nach der Öffnung der Schulen wird wieder einmal über die Zahl der Kinder diskutiert, denen man die Ausbildungsmöglichkeit nimmt.

Wenn wir über die Statistiken reden wollen, kann nirgends eine genaue Zahl in Erfahrung gebracht werden, weil dem herrschenden Regime jegliche Transparenz abgeht und es das alles als bedeutungslos hinstellt.

Was aber verblüfft, ist die Tatsache, dass auch innerhalb des Regimes selbst keine einheitlichen Zahlen und Statistiken vorhanden sind.

Laut den Nachrichten, die von Rouydad 24 am 13. September 2018 veröffentlicht wurden: „Ausgehend von der Zahl der Kinder und Teenager, die Bildung benötigen, und von der Zahl der Studenten im laufenden akademischen Jahr, könnten mehr als 7 Millionen Kinder und Teenager im Land von der Schulbildung ausgeschlossen sein“.

Nach den Statistiken der Wohlfahrtsverwaltung gibt es allein in Teheran 327 000 Kinder, die keine Bildungsmöglichkeit haben.

Die Provinz Sistan und Belutschistan nahm auf der Liste auch einen hohen Platz ein: im September wurde gemeldet, dass 120 000 Kinder keine Zugang zu Bildungsinstitutionen haben.

Es gibt eine riesige Zahl von Kindern, die man auf den Straßen sieht, wo sie als Straßenverkäufer arbeiten oder Vollzeitarbeitsplätze haben und Passanten anbetteln oder Geld verdienen, indem sie  heimlich in Produktionswerkstätten und Service Centern arbeiten.

Die Nachrichtenagentur ILNA berichtet aus dem Haus der Arbeiter oder dem Koordinationszentrum iranischer Arbeiterräte, dass die derzeitige Situation, besonders Löhne unter der Armutslinie oder der Ausfall von Lohnauszahlungen für längere Zeit, ihre Not noch vermehrt hat, weil sie jetzt die Sorge haben, dass sie  keinen Proviant für die Kindern oder Kosten für die Bildung  aufbringen können. Diese Sorge ist so stark geworden, dass die Kinder aus diesen Familien trotz der Unzufriedenheit der Eltern damit gezwungen sind, von der Schule abzugehen und sich auf den Arbeitsmarkt zu begeben, um bei den Lebenshaltungskosten auszuhelfen.

Solche Kinder, die gerne lernen würden und Träume für eine hellere Zukunft haben, lassen die Gelegenheit zur Bildung links liegen und werden zu Sozialfällen.

Nach der Konvention 138 von 1973 der Internationalen Arbeitsorganisation ist das Mindestalter, an dem Kinder arbeiten können 15 Jahre und sollten alle während des Alters der Schulpflicht nicht beschäftigt werden.

Artikel 79 des Arbeitsgesetzes genau dieses Regimes bestätigt, dass es vollständig verboten sei, dass Menschen unter dem Alter von 15 arbeiten.

Jedoch wurden durch ein paar Änderungen Schlupflöcher geöffnet, durch die es doch möglich wird, dass Kinder arbeiten.

In Bezug darauf ist der Artikel 188 des Arbeitsgesetzes zu erwähnen, demzufolge Kinder bei Hausarbeiten, und Artikel 196, wonach Kinder in kleinen Werkstätten mit weniger als 10 Personen die Arbeit nicht verboten ist …

Dennoch gibt es eine Antwort auf alle diese Not, das Leiden, die Armut und den Durst.

In dieser immer schwieriger werdenden Gesellschaft können Schulen und Universitäten ein Ort der Proteste sein, wie es in den vergangenen Jahren gewesen ist, und ein Ort der Rebellion gegen diese Diskriminierung.

Weil das Regime niemals bestehen kann gegen die junge Generation und die Lehrer, die alle eine Plattform der Proteste und der Rebellion sein können.