Sunday, December 4, 2022
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Iran: Familienangehörige politischer Gefangener protestieren vor dem Majlis

 Landesweiter Aufstand – Erklärung 193

Mehrere Angehörige politischen Gefangenen und Hinterbliebene der bei den jüngsten landesweiten Aufständen Ermordeten bzw. Vermissten versammelten sich auf der gegenüberliegenden Seite des Majlis (iranisches Parlament) zu einer Protestkundgebung und hielten dabei die Bilder ihrer Lieben in die Höhe. In einer Erklärung forderten sie die bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen, Nachforschungen über die Situation und den Gesundheitszustand der Vermissten, öffentliche Prozesse für die Schuldigen an den Ermordungen von Demonstranten im Gefängnis, transparente Antworten auf Nachfragen von Familienangehörigen und die Bildung einer unparteiischen, kompetenten und volksnahen Institution, die sich der Beschwerden der Familienangehörigen annimmt.

Die Staatlichen Sicherheitskräfte und verdeckten Ermittler schirmten die Teilnehmer ab, um Kontakte aus der Volksmenge heraus mit ihnen zu verhindern. Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit und Nachrichtendienste der Mullahs verhaftenden einige der Passanten, die versuchten mit ihren Mobilfunkgeräten Aufnahmen von dem Geschehen zu machen. Sie wurden an unbekannte Orte gebracht. Zur gleichen Zeit fotografierten die Stasi-Mitarbeiter selbst alle Teilnehmer, um sie später zu drangsalieren.

In den letzten fünf Monaten versammelten sich Eltern im höheren Alter und Angehörige von politischen Gefangenen und Märtyrern der letzten Aufstände außerhalb der Gefängnismauern zu Kundgebungen vor den Büros mehrerer Institutionen des klerikalen Regimes, u.a. das des Generalstaatsanwalts und des Staatsanwalts sowie vor dem Revolutionsgericht der Mullahs und dem Evin Gefängnis,  um gegen die menschenunwürdige Inhaftierung und die Folter ihrer gefangenen Kinder und Verwandten zu protestieren. Sie protestierten ebenfalls gegen  die harte Bestrafung und forderten von der Gerichtsbarkeit das Besuchsverbot für Rechtsanwälte aufzuheben und zuzulassen, dass die Inhaftieren bei den laufenden Untersuchungen von ihren Anwälten beraten werden können. Zu ähnlichen Protesten kam es auch im Laleh Park in Teheran.

Das Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran
2. November 2009