Thursday, December 1, 2022
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Iran: Gefangener vor Ende des Prozesses hingerichtet

NWRI – Ein Gefangener, der zum Tode verurteilt wurde, wurde letzte Woche in Qazvin hingerichtet. Seine Familie sagt, das sein Fall immer noch vom Staatsanwalt bearbeitet wurde und das sein Urteil nicht bestätigt war und somit ein schwebendes Verfahren darstellte. Am 2. Januar wurde Nasrollah Khazaei wegen „Drogenbesitz und Drogenkonsum“ verurteilt und seine Hinrichtung im Qazvin Gefängnis vor dem Morgengrauen des nächsten Tages umgesetzt.

 

Nachdem die Familie des hingerichteten Gefangenen seinen Fall bekannt gemacht hatte, sagten mehrere Vertreter der Justiz im Büro des Staatsanwaltes des iranischen Regimes in Teheran, dass er nicht hätte hingerichtet werden dürfen.

Der Bruder des Gefangenen sagte gegenüber einer Nachrichtenagentur in persischer Sprach:“ Mein Bruder hatte keine Vorstrafen. Sein Fall wurde nach Artikel 20 nach Teheran geschickt, damit er dort überprüft wird und wir haben bisher keine Antwort darauf. Sie sagen, dies dauert bis zu zwei Jahre. Daher hätte seine Hinrichtung aufgrund einer Anweisung nicht erfolgen dürfen.“

 „Ich rief den Staatsanwalt an und forderte von ihm eine Antwort in der Hinsicht. Er sagte mir, dass der Fall meines Bruders immer noch untersucht werde und dass er mich im nächsten Monat zurück rufen wird. Ich sagte ihm daraufhin, dass man meinen Bruder bereits hingerichtet habe und das heute der 7. Tag nach seiner Beerdigung ist. Er fragte mich daraufhin, warum man ihn hingerichtet habe? Sein Fall sei immer noch offen und er sei nicht nach Qazvin verlegt. Er soll noch nicht hingerichtet werden. Dann telefonierte er mit verschiedenen Vertretern und alle sagen ebenfalls, er hätte nicht hingerichtet werden dürfen. Sein Fall hat ein Stop der Hinrichtung und der Staatsanwalt von Qazvin hätte dies nicht ohne unsere Zustimmung tun dürfen“, erklärte er.

Der Bruder von Nasrollah Khazaei betonte:“ Am 1. Januar, als ich meinen Bruder besuchen wollte, sagte man uns nicht, dass man vor hat, ihn zu hängen. Am 2. Januar gegen 6 Uhr morgens rief uns mein Bruder an und sagte uns, dass man ihn jetzt hinrichten werde. Ich schrie, dass sein Fall doch noch überprüft wird. Mein Bruder sagte mir, egal was ich ihnen sage, sie glauben mir nicht. Danach nahmen sie ihn mit und das Telefonat war beendet.“