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Iran: Hinrichtung befürchtet

PUBLIC  AI Index: MDE 13/029/2007 – 12 March 2007
UA 63/07 Death penalty/ befürchtete Hinrichtung 

Iran – Reza Alinejad (m), 21 Jahre
AI, 12. März – Reza Alinejad steht unter Mordanklage und kurz vor seiner Hinrichtung, obwohl er behauptet, dass er in Selbstwehr gehandelt habe. Er war zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt. Der Iran hat internationale Verträge unterschrieben, die die Hinrichtung von jugendlichen Straftätern, die unter 18 Jahre zum Zeitpunkt der Straftat sind, verbieten. 

Am 26. Dezember 2002, liefen Reza Alinejad und sein (männlicher) Freund Hadi Abedini in einer Straße in Fasa, einer Stadt in der Nähe von Shiraz im Zentraliran. Nach den Angaben von Reza Alinejads Rechtsanwalt hatten die beiden etwas zu Essen besorgt, als sich ihnen zwei Männer – Esmail Daroudi und Mohammad Firouzi – näherten und sie zu beleidigen und über sie zu fluchen begannen. Esmail Daroudi und Mohammad Firouzi holten dann ein Nunchaku (eine Nahkampfwaffe) heraus und begannen Reza Alinejad und Hadi Abedini damit zu schlagen.

Um sich und seinen Freund vor den Angriffen zu schützen, holte Reza Alinejad ein Messer aus seiner Tasche, das er manchmal bei sich hatte. Er sagte, dass er das Messer mit seiner rechten Hand vor sich hielt und seinen Kopf und sein Gesicht mit der linken Hand vor den Schlägen mit dem Nunchaku schützte. Im Verlauf der Auseinandersetzung habe er nach seiner eigenen Aussage aus versehen zugestochen und Esmail Daroudi mit dem Messer getötet.

Ein Untersuchungsrichter führte die Untersuchungen zu diesem Fall. Während der Untersuchungen gab Mohammad Firouzi zu, dass er und Esmail Daroudi mit dem Kampf angefangen und Reza Alinejad und Hadi Abedini angegriffen hätten und dass die beiden letztgenannten gezwungen waren, sich selbst zu verteidigen, weil sie keinen Fluchtweg hatten. Reza Alinejad und Hadi Abedini wurden beide bei dem Angriff verwundet und mussten medizinisch versorgt werden. Ein Augenzeuge sagte ebenfalls, dass Reza Alinejads Verhalten Selbstverteidiung zum Schutz für sich selbst und seinen Freund waren. Trotz der beiden Zeugen und der Aussage Reza Alinjads, den Mann in Selbstverteidgung erstochen zu haben, wurde Reza Alinejad am 4. Oktober 2003 von der Sektion 6 des Provinzgerichtes in Fasa zu Qesas – eine islamische Vergeltungsstrafe – verurteilt.

Als der Fall im Dezember 2004 zur Bestätigung vor den Höchsten Gerichtshof kam, wurde diese Todesstrafe vom Richter abgewiesen, der akzeptierte, dass Reza Alinejad in Selbstverteidigung gehandelt hat. Bei der Urteilsverkündung erkannte der Richter an, dass die beiden Anstifter der Auseinanderzetzung der tote Mann und sein Freund waren, die Reza Alinejad und Hadi Abedini mit dem Nunchaku angegriffen und verwundet hatten, und dass Reza nicht vorgehabt habe, jemanden zu erstechen.

Der Höchste Hof sandte den Fall zu einem anderen niedrigeren Gericht zur weiteren Untersuchung. Der Fall wurd von der Branche 101 des Strafgerichts der Provinz Farsa angehört, die Reza Alinejad am 15. Juni 2005 wieder zum Tod verurteilten, mit der Begründung, Reza hätte fliehen können und habe somit unberechtigt gehandelt. Am 9. Mai 2006 hielt der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe aufrecht.

Reza Alinejad sitzt seit seiner Verhaftung im Adelabad Gefängnis in Shiraz ein. Seine Todesstrafe kann zu jeder Zeit ausgeführt werden.