Wednesday, November 30, 2022
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Iran: Hochgestellter Kleriker verurteilt das Feuerfest als ‚schlechte Tradition’

In der neuesten Serie von Erklärungen der Amtsträger und Kleriker, die das jährliche Feuerfest kritisieren, hat ein weiterer hochgestellter Kleriker am Freitag dieses Feuerfest als “schlechte Tradition” eingeordnet.

 

Der Kleriker Mohammad Saidi, der sogenannte Führer der Freitagsprediger in der Stadt Ghom wurde in einer staatlichen Nachrichtenagentur zitiert mit den Worten: „Chaharshanbeh Souri (Feuerfest) wird als weitere schlechte und unsittliche Tradition angesehen.“

Das iranische Regime hat versucht, das alte Feuerfest zu ächten, weil es ‚negatives kulturelles Verhalten‘ darstelle, das für die herrschende Diktatur eine Bedrohung sei.

Die Bevölkerung hat traditionell die Veranstaltung am letzten Dienstag des iranischen Jahrs benutzt, um ihren Beschwerden gegen die Führer des Regimes der Kleriker Luft zu machen. 

In den letzten Jahren haben Sicherheitskräfte versucht, die Feierlichkeiten platzen zu lassen, indem sie bis zu zwei Monate vor ihrem Anfang  die Feuerwerkskörper, Funkensprüher, Raketen und sogar hausgemachte Granaten verboten.

Der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei hat ein religiöses Dekret gegen die Feiern erlassen und dazu gesagt, das Feuerfest „hat keine religiöse Basis und ist schädlich, es ist zu unterlassen“.

Das Feuerfest ist ein Ritual, das am ersten Frühlingstag, am 21. März,  in das Neue Jahr überleitet. Um es zu zelebrieren, zünden die Menschen Freudenfeuer  in der letzten Dienstagnacht des Jahres an, springen über die Feuer und singen ein volkstümliches Lied. Sie hoffen auf die Abwehr einer „gelben Blässe“ von den Krankheiten des letzten Jahres und laden die „rote Lebendigkeit“ für das kommende Jahr ein.

Der mächtige Symbolismus des  Feuerfests verursacht bei den Führern des Regimes der Kleriker schreckliche Kälteschauer. In jedem Jahr  ist es verbunden mit dem Skandieren „Tod dem Diktator“ und dient als wirkungsvolle Erinnerung daran, dass die Iraner so entschlossen wie je sind in ihrem heißen Begehren eines demokratischen Wandels.