Thursday, December 8, 2022
StartNachrichtenIran: Kommandeur des IRGC gibt zu, dass auf Protestierende gezielt geschossen wurde

Iran: Kommandeur des IRGC gibt zu, dass auf Protestierende gezielt geschossen wurde

Der Kommandeur der dem Regime angehörenden Polizeikraft gegen Unruhen gibt zu, dass seine Kräfte bei dem brutalen Vorgehen gegen die Demonstrationen vom November 2021, die gegen die verfehlte Verwaltung der Wasserresourcen in Isfahan gerichtet waren, gezielt auf Protestierende schossen. Infolge des Versagens der Verwaltung waren der die Stadt durchziehende Fluss und die in der Nähe liegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen vollkommen ausgetrocknet.

Brigadegeneral Hassan Karami, Chef der Bereitschaftspolizei, war von den USA und von der Europäischen Union „wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückungsmaßnahmen, die gegen unschuldige Zivilisten, politische Gegner und friedliche Demonstranten gerichtet waren“, mit Sanktionen belegt worden. In einem Interview, das am Sonntag, dem 9. Januar veröffentlicht wurde, sagte er, seine Einsatzkräfte gebrauchten „Schusswaffen mit Schrotkugeln“.

Während der Unruhen in Isfahan griffen Einsatzkräfte die Protestierenden an. Dabei wurden zahlreiche Fotos von Schrotkugeln gepostet, die die Leiber, die Augen und Gesichter der Demonstranten trafen.

Die staatlichen Nachrichtenmedien, darunter die Agentur Fars News, die dem terroristischen Korps der Revolutionsgarden (IRGC) gehört, zitierten am 28. November Nourrodin Soltanian, den Sprecher der Krankenhäuser von Isfahan, wie folgt: „Es kamen 40 Menschen mit Augenverletzungen in die Krankenhäuser. 21 von ihnen wurden stationär aufgenommen, zwei in Intensivstationen.“

Nach Angaben der Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) wurden beim Angriff vom 26. November mindestens 100 Menschen verletzt und etwa 300 festgenommen.

Der jüngste Protest gegen die Wasserknappheit in Isfahan begann am 19. November nach einer Woche, in der Bauern und Unterstützer von ihnen sich im ausgetrockneten Bett des vielbesungenen Flusses Zayanderoud versammelt hatten. Um die Ausbreitung des Protestes in andere Städte des ganzes Landes zu verhindern, ging das iranische Regime gewaltsam gegen die Demonstranten vor; die Zusammenstöße breiteten sich auch über das Stadtzentrum aus. Iraner aus allen Lebensbereichen schlossen sich in Solidarität mit den Bauern den Protesten an.

Im Jahr 2021 fanden täglich und im ganzen Land, unter der Beteiligung von Menschen aus allen Schichten Proteste statt. Es ereigneten sich mindestens drei besonders umfangreiche Protestaktionen, und zwar in den Provinzen Isfahan (Mitte), Chuzestan (Südwesten) und Sistan und Belutschistan (Südosten). Diese Proteste deuten auf den explosiven Zustand der iranischen Gesellschaft hin.

Um die Kontrolle aufrechtzuerhalten, haben die Iraner in den vergangenen Monaten auf schwerere Unterdrückung und gewaltsames Vorgehen zurückgegriffen und noch mehr Menschen hingerichtet.

Mit Sicherheit spiegeln die gewaltsamen Einsätze die Verzweiflung der Mullahs wider. Sie wissen sich angesichts dessen, dass die Nation vor einer Revolte steht, nicht anders zu helfen.