Saturday, December 3, 2022
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Iran-Kurznachrichten – 28. Juni 2018

Pompeo: Demonstranten im Iran haben genug von der iranischen Führung

Außenminister Mike Pompeo sagte am 27. Juni 2918 bezüglich den Demonstrationen im Iran, dass die Demonstranten genug von der iranischen Führung haben.

„Das iranische Volk ist müde von  all der Korruption, der Ungerechtigkeit und Inkompetenz ihrer Anführer“, sagte Pompeo in einer Erklärung. „Wir verurteilen die vergeblichen Taktiken der Unterdrückung und Inhaftierung von Demonstranten und der Weigerung, die Frustration der Iraner zur Kenntnis zu nehmen.“

Vorsitzender der iranischen Justiz droht mit Hinrichtungen und hartem Vorgehen gegen die Volksaufstände

Sadegh Larijani, der leitende Henker der Justiz des klerikalen Regimes, drohte am 26. Juni, als der Streik der Bazarhändler in den dritten Tag ging, aus Angst vor einer Ausweitung der Proteste den „Unruhestiftern“ und „Störenfrieden“ im Wirtschaftssystem mit „hartem Vorgehen und Hinrichtungen.“ Er sagte:“ Diese Taten erfordern schwere Strafen, weil sie die Wirtschaftsordnung des Landes stören. Wir haben bereits im Bereich der Korruption gezeigt, dass eine solche Störung mit Hinrichtung bestraft werden kann und wenn dies nicht erfolgt, dann sind auch Haftstrafen von 20 Jahren durchaus möglich.“

Vierter Tag des Streiks und der Proteste in Teheran trotz massiver Unterdrückung

Der Streik der Bazarhändler von Teheran ging am 27. Juni in den vierten Tag. Auf dem Soltani Bazar riefen Demonstranten:“ Ihr tüchtigen Händler, unterstützt uns, unterstützt uns“, „Habt keine Angst, wir halten alle zusammen.“

Die Händler vom Großen Bazar von Teheran, des Bazars für Goldschmiede, Mellat Allee,  Mowlavi, Laleh Zar und das Aladdin Einkaufszentrum lehnten es ebenfalls ab, ihre Geschäfte zu öffnen. In Hassan Abad protestierten Bürger und Bazarhändler gemeinsam und riefen:“ Wir wollen keine Inflation und hohe Preise“.

Streik und Protestkundgebung der Eisenbahnarbeiter in Azerbaijan

Am 27. Juni 2018 traf sich eine Gruppe von Eisenbahnarbeitern des Unternehmens für Eisenbahnbau und –technik von Azerbaijan (Ost – Azerbaijan Provinz im Iran) erneut, um gegen die Entlassung von 50 Kollegen zu protestieren. Die Kundgebung fand vor der Bahnstation in Tabriz statt.

Das Unternehmen (Ballast) ist für Wartungs- und Infrastrukturprojekte im Bereich der Eisenbahnen zuständig. Es plant die Entlassung weiterer 150 Arbeiter. 

Iran nimmt Urananlage zur Vorbereitung der Urananreicherung wieder in Betrieb

Der Iran hat eine atomare Anlage wieder in Betrieb genommen, die seit neun Jahren still lag. Das gab die iranische Atomenergiebehörde (AEOI) am Mittwoch bekannt. Teheran will die Kapazitäten zur Urananreicherung vorbereiten, falls der Atomdeal mit den Weltmächten nach dem Rückzug der USA beendet wird.

Die AEOI sagt am Mittwoch weiter, dass dies auf Anweisung von Khamenei nach dem Rückzug von Trump aus dem Deal erfolgt ist. Die Anlage dient der Produktion von UF6, welches den Rohstoff für Zentrifugen liefert, die dann das Uran anreichern. Nachdem die Anlage wieder in Betrieb genommen wurde, wurde bereits das erste Faß mit dem Material ausgeliefert.