Friday, February 3, 2023
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Iran: Landesweiter Streik der Lastwagenfahrer geht trotz Repressalien in den 9. Tag

Aufruf an internationale Gremien zur Freilassung inhaftierter Streikender

Am 30. Mai ging der Streik der Schwerlaster- und Lastwagenfahrer in den 9. Tag in Folge. In einigen Städten wie Sanandaj (Provinz Kurdistan) gingen aus Solidarität mit dem Lastwagenfahrern auch die Taxifahrer in den Streik. Der Streik geht weiter, obwohl das klerikale Regime und seine Agenten in den letzten Tagen einige repressive Maßnahmen durchführten, um den Streik zu brechen.

In Doroud (Provinz Lorestan) wurden einige Lastwagenfahrer, die sich weigerten, Ladung zu befördern, verhaftet. In Amirabad (Provinz Mazandaran) griffen unterdrückende Einheiten streikende Personen an und verhafteten einige von ihnen. Am Montag schlossen sich Hunderte Lastwagenfahrer aus Kovar (Provinz Fars) den streikenden Fahrern in Shiraz an. Auch sie wurden angegriffen und Duzende verhaftet.

In Zarrinshahr (Provinz Isfahan) wurden Spezialeinheiten verlegt, um die Streikenden vom Gemüse Platz (Tareh Bar) zu vertreiben. Die Streikenden wehrten sich und die Spezialeinheiten mussten fliehen.

In der Ost – Mashhad Zementfabrik entlud eine Reihe von Lastwagenfahrern ihre Zement – Ladungen und weigerte sich, diese zu befördern.

In Khorramdareh (Provinz Zanjan), wollten staatliche Sicherheitskräfte die Nummernschilder der Lastwagen konfiszieren, doch sie mussten sich nach heftigem Protest der Fahrer zurück ziehen.

Die Fahrer und Lastwagenfahrer befinden sich seit dem 22. Mai im Streik. Sie fordern einen Anstieg der Frachtbeförderungsentlohung, einen Pensionsanspruch nach 25 Arbeitsjahren, weniger Versicherungskosten, weniger Erpressung durch das Regime, z.B. durch Gebühren und Straßennutzungsgebühren, die oft an Kontrollstellen willkürlich erhoben werden, geringere Kosten für Ersatzteile, den Rücktritt des Vorsitzenden der Gewerkschaft und Lastwagenfahrer und das Ende repressiver Maßnahmen der Polizei gegen die Fahrer.

Am 30. Mai sprach Reza Ansari, ein Mitglied des Parlamentes des Regimes aus Darab über den Streik der Lastwagenfahrer. Er sagte:“ So lange wir ihre Diskriminierung nicht beseitigen, so lange werden sie nicht zufrieden sein…Leider haben einige Frachtunternehmen zusätzliche Gebühren erhoben und es gibt ein geheimes Korruptionsnetzwerk….Die Versicherungsbeiträge wurden kürzlich verdoppelt, das ist einfach nicht fair….“ In Bezug auf den Streik der Lastwagenfahrer sagte Ali Larijani, der Sprecher der Regimeparlamentes:“ Die Kommission für zivile Angelegenheiten wird sich darum kümmern und der Nationale Sicherheitsrat wird diese Sache mit den verschiedenen Ministerien besprechen.“

Der iranische Widerstand ruft die Öffentlichkeit, vor allem seine mutigen Jugendlichen, im ganzen Land auf, Solidarität mit den Streikenden zu zeigen und eine Freilassung der Inhaftierten zu fordern.

Der iranische Widerstand ruft zudem alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und internationale Agenturen für Transport auf, die unterdrückenden Maßnahmen gegen die streikenden Lastwagenfahrer im Iran zu verurteilen und sofortige Maßnahmen einzuleiten, damit die verhafteten Personen frei gelassen werden.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
30. Mai 2018