Monday, November 28, 2022
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Iran: Leben des politischen Gefangenen Ali Moezzi in Gefahr; Aufruf zur Unterstützung

NWRI – Es ist höchst suspekt, dass die Behörden des iranischen Regimes am Morgen des Mittwoch, des 4. Januar, den politischen Gefangenen Ali Moezzi an einen unbekannten Ort gebracht haben.

Der Iranische Widerstand ruft alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, besonders den Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte und den Sonderberichterstatter für die Situation der Menschenrechte im Iran auf, sofort Maßnahmen in dieser Beziehung zu ergreifen.

Ali Moezzi ist ein politischer Gefangener und Unterstützer der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI), der zuletzt im Saal 12 des Trakts 4 im Gohardasht Gefängnis in Karaj westlich von Teheran eingesessen ist. Moezzi wurde entgegen allen Regeln am Mittwochmorgen in die Klinik des Gefängnisses bestellt. Er weigerte sich jedoch, dem nachzukommen, weil er befürchtete, die ganze Sache sei ein Komplott. Heute ist er nach Plan zu seinem wöchentlichen Besuch seiner Familie gegangen. Jedoch wurde er etwa um 10 Uhr nach Teheraner Zeit, als er in seinen Trakt zurückkehren wollte, von unbekannten Personen an einen unbekannten Ort gebracht. Seither gibt es keine Informationen über seinen Aufenthaltsort.

Moezzi hat schon in den 1980er Jahren einige Zeit hinter Gittern verbracht und ist Vater von zwei Mitgliedern der PMOI. Im Jahr 2011 wurde er festgenommen und im Dezember 2015 zu einem Zusatzjahr im Gefängnis verurteilt, obwohl seine Haftzeit zuende war. Moezzi hat mehrere Krankheiten und wurde immer wieder in Einzelhaft gebracht und gefoltert.
Unterdessen hat die Gefängnisverwaltung auch den politischen Gefangenen Saleh Kohandel kurz vor seiner planmäßigen Freilassung in Trakt 8 des Gohardasht Gefängnisses  (der unter der Kontrolle des Ministeriums für Nachrichtendienste steht) gebracht, wo die Beamten drohten, ihn nach dem Ablauf seiner regulären Haftzeit nicht freizulassen. Man sagte ihm, wenn er freigelassen würde, sei es ihm untersagt, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Falls er sich daran nicht halte, würde er verhaftet.

Kohandel, 51, wurde Anfang 2007 verhaftet wegen der Unterstützung der PMOI und zu 10 Jahren hinter Gittern verurteilt. Zwei seiner Angehörigen, Mahdiyeh und Akbar Madadzadeh, wurden bei dem Massaker an den Ashraf-Bewohnern von seiten des irakischen Militärs im April 2011 ermordet.
Neue Rechtsfälle zu konstruieren, wenn die Zeit eines Gefangenen hinter Gittern ihrem regulären Ende zugeht, ist eine bekannte Praxis des iranischen Regimes, um politische Gefangene nicht freilassen zu müssen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran
4. Januar 2017