Wednesday, November 30, 2022
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Iran: Obdachlose schwangere Frauen müssen ihre ungeborenen Kinder wegen Armut für 585$ verkaufen

NWRI – Einige schwangere Frauen, die auf den harten Bedingungen in den Straßen Teherans überleben müssen, sind gezwungen, aus extremer Armut und Elend ihre ungeborenen Kinder zu verkaufen. Das gab ein Vertreter des Mullahregimes zu.

 Die Armut unter den Obdachlosen in 13 Gebieten des Bezirks 12 in der iranischen Hauptstadt hat untragbare Ausmaße erreicht, sagte Professor Dr. Chit Chian, der ein Mitglied einer 30 Personen großen Arbeitsgruppe in der Teheraner Stadtverwaltung ist. 

„Leider haben wir in diesen Gebieten erleben müssen, wie Kinder verkauft wurden“, sagte er und ergänzte, dass er mehrere Nächte zusammen mit Obdachlosen in der Hauptstadt verbracht hatte, um ein reales Bild von der Situation zu bekommen. 

„Die Situation ist so kritisch, dass Kinder bereits vor ihrer Geburt an Interessenten für 1,75 Millionen Tomans (585$) verkauft wurden.“, ergänzte Dr. Chit Chian.

Die schockierende Aussage wurde auf der aktuellen monatlichen Sitzung der Arbeitsgruppe über Gesellschaftsstudien in der Teheraner Stadtverwaltung gemacht. 

Seine Aussagen wurden am Samstag auch durch die staatliche Nachrichtenagentur Mehr und weitere staatliche Zeitungen veröffentlicht. 

Farideh Karimi, Mitglied im Nationalen Widerstandsrat (NWRI) und Menschenrechtsaktivistin, sagte am Dienstag, dass das Leid des iranischen Volkes nichts mit den internationalen Sanktionen gegen das Regime zu tun hat, sondern einzig und allein mit der Politik des Regimes. 

„Es ist falsch, dies nur als eine neue Unglücksstory zu sehen. Der Iran hält ein Zehntel aller Ölvorkommen der Welt in seinen Händen und er hat die zweitgrößten Gasreserven der Welt. Es ist falsch, zu denken, dass diese verstörende Nachricht etwas mit den internationalen Sanktionen zu tun hat.“, sagte Frau Karimi.

„Wirtschaftsexperten haben festgestellt, dass zwischen 2005 und 2008 die Einnahmen des Iran durch Ölexporte 244 Milliarden Dollar betrugen, was auch den gesamten Einnahmen zwischen 1992-2004 entsprach. Das sind alleine fast 500 Milliarden Dollar in 17 Jahren. Allein diese Einnahmen hätten den Iran weit voran bringen können, wenn man das Geld sinnvoll eingesetzt hätte und wir würden heute nicht solche Horrorgeschichten vermelden müssen. Doch leider wanderte das Geld in die Taschen der Mullahs und ihrer Revolutionsgarden und der Rest der iranischen Einnahmen ging für den Export von Terrorismus und Fundamentalismus durch das Regime und seinem Atomwaffenprogramm verloren.“, sagte sie.

„Selbst wenn die internationalen Sanktionen aufgehoben werden, werden wir keine Verbesserung der Lebenssituation der normalen Iraner sehen. Keines der Gelder wird in die Taschen des Volkes wandern, so wie es noch nie der Fall war, auch bevor irgendwelche Sanktionen in Kraft traten.“

An die Ergebnisse der Arbeitsgruppe für gesellschaftliche Studien angelehnt, wies am Samstag Reza Mahboubi, der Direktor im Büro für soziale Fragen im Innenministerium des Regimes darauf hin, dass mehr als 18 Millionen Iraner in erbärmlichen Hütten leben oder auf den Straßen obdachlos sind.

„Diese Zahlen sind wirklich beunruhigend. Ich kann nicht viele dieser Zahlen öffentlich machen, weil hier Journalisten sind“, sagte er. 

In der letzten Woche hatte bereits ein Vertreter des Regimes zugegeben, dass es mindestens 20.000 obdachlose Iraner in Teheran gibt, die in Pappkartons hausen. Inoffiziell wird davon ausgegangen, dass die Zahlen alleine in der Hauptstadt um ein vielfaches höher liegen.

„Zehn Prozent derjenigen, die in Pappkartons schlafen, leiden an ansteckenden Krankheiten und weitere 10 Prozent haben AIDS“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher der Organisation für soziale Dienste in der Teheraner Gemeinde. Farzad Hoshyar Parsian ergänzte, dass diese Probleme die Situation in der iranischen Hauptstadt „komplizierter gemacht haben.“ 

Einer der Vizepräsidenten im Kabinett von Hassan Rohani sagte im letzten Monat, dass Frauen ein Drittel der Obdachlosen im Iran ausmachen. 

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass 15.000 Menschen im Land in Pappkartons schlafen. 5000 von ihnen sind Frauen“, sagte Shahindokht Mollavardi.

Alleine die Zahl von 20.000 Obdachlosen in Teheran zeigt, das die nationalen Zahlen von Mollavardi nicht der Wahrheit entsprechen können. 

Die wahre Zahl der obdachlosen Iraner dürfte dementsprechend wesentlich höher liegen. 

Im letzten Jahr gab der Direktor der Wohlfahrtsorganisation in der Gemeinde Teheran bekannt, dass das Durchschnittsalter der obdachlosen Frauen 32 Jahre beträgt. 

Und die Vorsitzende des sozialen Komitees im Teheraner Stadtrat, Fatemeh Daneshvar, sagte im Juni, dass die Zahl der schwangeren Frauen, die auf den Straßen leben müssen, ansteigt. 

Obdachlose Frauen und Straßenkinder leben in schlimmen Bedingungen und versuchen, in verlassenen Gebäuden, Containern, Autos, Parks oder gar auf der Straße selbst zu überleben. 

Zudem erleben Straßenkinder zahlreiche psychologische Traumata auf den Straßen, meist täglich. 

Wie viele Kinder auf den Straßen des Iran leben, ist nicht abzuschätzen. In einem Bericht des US Außenministeriums von 2005, welchem die iranische Regierung zustimmte, war von 60.000 Straßenkindern im Iran die Rede.   

Doch zahlreiche Kinderrechtsorganisationen setzen die Zahl wesentlich höher an und sprechen von 200.000 oder mehr Straßenkindern. 55 Prozent der Straßenkinder sollen Kinder von afghanischen Flüchtlingen sein. 

Während Ali Khamenei, der oberste Führer des iranischen Regimes, und seine Familie ihren Reichtum unablässig vermehren und mittlerweile Milliarden Dollar in ihrem Besitz haben, lebt selbst die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung im Iran in Armut und Elend. 

Khamenei’s persönlicher Wohlstand befindet sich in den Händen seiner Söhne und Töchter, welche prall gefüllte Bankkonten in Großbritannien, Syrien und Venezuela besitzen. Hier der Bericht darüber.