Tuesday, December 6, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteIran: Prominenter politischer Gefangener geht in den Hungerstreik

Iran: Prominenter politischer Gefangener geht in den Hungerstreik

Von Mitarbeitern des NWRI
NWRI – Der politische Gefangene Arzhang Davoudi ist seit dem 20. August 2017 in den Hungerstreik getreten und verweigert auch medizinische Behandlung. Er befindet sich im Gefängnis Zabul, das im südöstlichen Iran gelegen ist, und bezeugt damit seine Solidarität mit den Gefangenen im Gefängnis Gohardasht. Er leidet an Diabetes und einem Herzleiden. Als er über den Streik der politischen Gefangenen im Gefängnis Gohardasht gehört hat, hat er auch seinen Streik begonnen, um sie zu unterstützen, und auch gegen die armseligen Bedingungen im Gefängnis Zabul zu protestieren. Arshang Davoudi gab zugleich bekannt, dass er seinen Streik nicht eher beenden werde, als bis seine Forderungen erfüllt sein würden. Dieser politische Gefangene wurde in Einzelhaft gehalten und ist seit mehr als 10 Tagen unter Druck.

Die Zelle, in der er eingeschlossen ist, ist sehr klein und es fehlen dort die einfachsten Einrichtungen für Menschen. Die Befrager aus dem IRGC befahlen den Wärtern im Gefängnis Zabul, ihn in Einzelhaft zu bringen, damit Druck auf ihn ausgeübt wird. Diese Befrager des IRGC sind eifrig bemüht, keinerlei Nachrichten über die Situation von Arzhang Davoudi nach außen gelangen zu lassen. Die Wärter im Gefängnis wurden sogar auch bedroht.
Der Oberaufseher im Gefängnis Gohardasht sagte gegenüber den streikenden politischen Gefangenen: „Ich werde keine medizinische Untersuchung zulassen“.
Mohammad Mardani, der Oberaufseher, wandte sich an die politischen Gefangenen im Streik und stellte fest, er werde nicht erlauben, dass sie sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen, weil er ihren Protest als nicht berechtigt betrachte.
Mohammad Mardani nimmt seinerseits Anordnungen der Befrager des IRGC im Gefängnis entgegen.
Viele politische Gefangene, die in Halle 10 von Trakt 4 gebracht worden waren, sind jetzt seit 26 Tagen im Hungerstreik im Gefängnis Gohardasht. Ihr Gesundheitszustand ist akut bedroht und besorgniserregend. Sie haben ihren Hungerstreik angefangen aus Protest gegen die brutalen Angriffe der Gefängniswärter und gegen die Verlegung in die isolierte Halle 10, gegen die sie waren.
Nachdem im In- und Ausland Sorge über den Status dieser Gefangenen geäußert worden war,  erklärte Teherans Generalstaatsanwalt Abbas Jafari Dolatabadi am Mittwoch dem 23. August 2017: „Wir sagen zu allen Gefangenen im Streik öffentlich, dass diese Aktionen fehlgeschlagen sind“.
Als Familienangehörige der politischen Gefangenen im Gefängnis Gohardasht am 23. August 2017  das Amt des Staatsanwalts aufsuchten, traktierte die Sicherheitsgarde sie mit Gewalt und mit Beleidigungen.
Diese Angehörigen der Gefangenen wollten Briefe an die Organisation der Staatsgefängnisse überreichen, in denen es um die gesetzwidrige Behandlung der Gefangenen ging. Trotzdem ging die Sicherheitsgarde mit Gewalt gegen sie vor.