Wednesday, November 30, 2022
StartNachrichtenWirtschaftIran: Schuldenberg und steigende Versicherungsbeiträge sorgen bei Fischern für große Probleme

Iran: Schuldenberg und steigende Versicherungsbeiträge sorgen bei Fischern für große Probleme

Neben all den Schwierigkeiten, welche die Fischer von Golestan (Nordiran) bereits haben, kommen nun auch noch zusätzliche Erhöhungen ihrer Versicherungsbeiträge hinzu. Auch für ihre Fischlieferungen von vor zwei Monaten haben sie bisher keine Vergütung erhalten.

Laut ILNA (Nachrichtenagentur für iranische Arbeit) vom 14. Mai sagte der Vorstandsvorsitzende der Gewerkschaft für Fischer in der Golestan Provinz, Ebrahim Kalteh:“ Neben der sinkenden Erträge und anderer Punkte gibt es um zusätzliche Probleme. Dazu gehören die fehlenden Zahlungen der Vertretener der Abteilung für das Fischen von Stören und die Erhöhung der Versicherungsbeiträge.“

Er sagte, dass im Moment noch Zahlungen in Höhe von 200 Millionen Tomans für die diesjährigen Lieferungen an Fischen ausstehen. Er erklärte:“ Wir haben diese Tatsache bereits mehrfach mit der Behörde besprochen, aber es gibt bisher keine Resultate.“.

Als der Vorsitzende der Fischergewerkschaft der Golestan Provinz gefragt wurde, was die Fischer verdienen und warum sie nicht bezahlt werden, sagte er:“ Obwohl die Fischer eine Menge Störe gefangen haben, sind sie immer noch nicht bezahlt worden. In den vergangenen Jahren wurden sie immer eine Woche nach ihrer Lieferung bezahlt, doch dieses Jahr ist dies nicht der Fall und ich habe keine Ahnung warum.“

Kalteh kommentierte auch die Problem, die daraus resultieren:“ Die Frustration der Fischer ist hoch und sie richtet sich gegen die Verantwortlichen und sie haben auch schon mehrfach protestiert. Wegen der Ausfälle steigen ihre Schulden und die Fischer haben eine Menge Druck. Einer von ihnen hat deshalb einen Schlaganfall bekommen.“

Ein weiteres Problem sind die Versicherungsbeiträge. Der Vorsitzende sagte dazu: Wir haben rund 400 Fischer in der Provinz Golestan. Eines ihrer größten Probleme sind die Versicherungsbeiträge. Diese sind mittlerweile so hoch, dass sie 100 von ihnen sie nicht mehr bezahlen können.“

Kalteh erklärt, dass die Fischer die sehr hohen Beiträge nicht mehr zahlen können, weil „die meisten Fischer nicht einmal mehr ihre täglichen Ausgaben bestreiten können und weil sie die Beiträge selbst dann zahlen müssen, wenn sie eine schlechte Saison haben.“

Er sagte weiter, dass die Beiträge von 251.000 Tomans im letzten Jahr nun auf 300.000 Toman in diesem Jahr angestiegen sind. „Die Zahlung dieser Beiträge ist Pflicht für jeden Fischer, der mehr als 6 Monate arbeitet. In Zeiten der Arbeitslosigkeit ist sie optional. Dennoch können sie die meisten nicht zahlen.“

Kalteh spricht auch über die Probleme bei den Pensionen und Renten. „Wir haben hier sogar Fischer, die noch mit 80 arbeiten und die nicht in der Lage sind, in Rente zu gehen, weil sie ihre Versicherungsbeiträge nicht regulär zahlen konnten.“

Ein anderer Fischer „hat seine Versicherungen 20 Jahre lang gezahlt, ist aber nicht mehr in der Lage gewesen, sie für die restlichen Jahre zahlen zu können. Nachdem er gestorben ist, hat seine Familie keine Rente erhalten und obwohl wir alles versucht haben, eine Lösung zu finden, kamen wir zu keinem Ergebnis.“