Saturday, February 4, 2023
StartNachrichtenGesellschaftIran: Unterdrückende Politik des Regimes beeinflusst sogar den Fußball

Iran: Unterdrückende Politik des Regimes beeinflusst sogar den Fußball

Am 14. Juni beginnt die Weltmeisterschaft 2018 in Rußland. Fußball ist die populärste Sportart im Iran und die iranischen Medien diskutieren sogar darüber, welchen Einfluß der Rückzug der USA aus dem Atomdeal auf den Fußball hat.

Vor zwei Wochen lehnte es das US Unternehmen Nike ab, seine Schuhe an die iranische Fuballnationalmannschaft zu schicken, weil es US Sanktionen gibt, obwohl man zuvor die Lieferung noch zugesagt habe. Auch andere internationale Unternehmen lehnen es auf, als Sponsor für das iranische Nationalteam aufzutreten.

Iranische Frauen dürfen die Fußballstadien nicht betreten und die Spiele anschauen, weil es als Akt gegen den Islam angesehen wird. Eine Diskriminierung der Geschlechter ist jedoch gegen die Regeln der FIFA und das könnte einer der Gründe sein, warum der Iran keine internationalen Turniere austragen darf. Wenn ausländische Teams im Rahmen der Qualifikationsspiele der Asiengruppe für die WM im Iran antreten, dann wird oft nur eine kleine Gruppe von weiblichen Fußballfans im Stadion zugelassen und sie sitzen dann in einem separaten Teil des Stadions.

Die iranischen TV Sender berichten so gut wie nie über iranischen Frauenfußball oder Futsal und sie verweigern so ihren Teams den Zugang zu wichtigen Sponsoren. Diese haben bei einer solch negativen Berichterstattung wenig Motivation, sich für diese Teams zu engagieren.

Und dann ist da noch das Problem mit Israel. Die Islamische Republik Iran hat den Staat Israel nicht anerkannt. Die iranischen Fußballspieler dürfen nicht in israelischen Clubs spielen und es darf keine Spiele gegen israelische Teams geben. Iranische Fußballspieler, die in europäischen Clubs aktiv sind, haben große Probleme, wenn sie mit ihren Teams gegen israelische Mannschaften spielen, denn bei einem Rückzug gibt es schwere Sanktionen der FIFA. Und wenn sie spielen, dann werden sich von den iranischen Machthabern bestraft.

Im August 2018 gab das Ministerium für Sport und Jugend bekannt, dass iranische Fußballspieler nicht im iranischen Nationalteam spielen dürfen, wenn sie die „roten Linien“ der Islamischen Republik überschreiten und dazu gehören auch Spiele gegen israelische Clubs und es führt dann zu einer Suspendierung. Zwei Spieler, Masoud Shojaei and Ehsan Hajsafi, spielten im griechischen Club Panionios in der Qualifikation zur Europaliga gegen Maccabi Tel Aviv. Nach dem Spiel wurden sie suspendiert. Die FIFA forderte vom Iran eine Erklärung. Die Medien im Iran sagten zwar, dass sie nicht deswegen suspendiert wurden, doch die iranischen Fußballföderation ließ an Ende die beiden Spieler für das iranische National zu, weil sie Strafen befürchtete.

Die FIFA hatte zuletzt im November 2006 die iranische Föderation ausgeschlossen, nachdem sich die iranische Organisation für physische Bildung in das Turnier von 2006 eingemischt hatte. Der Ausschluß wurde im Dezember 2006 aufgehoben, nachdem die iranische Regierung erklärte, sich nicht mehr in die Fußballangelegenheiten einzumischen.

Die Präsidenten von mindestens 10 iranischen Fußballclubs sind aktuelle oder frühere Kommandeure der Revolutionsgarden. Sie partizipieren von der Finanz- und Lobbymacht der Revolutionsgarden und dies hat indirekte Auswirkungen. Eine Gruppe der paramilitärischen Bassidsch in den Revolutionsgarden griff die saudische Botschaft in Teheran an und darauf beendete Saudi – Arabien die diplomatischen Beziehungen mit dem Iran und stoppte auch den Austausch der Fußballteams und sagte als Begründung, dass die Sicherheit der Spieler im Iran nicht gewährleistet ist. Die Entscheidung wurde von der Asiatischen Fußball Föderation unterstützt. Iranische Teams haben gegen saudische Teams seit Januar 2016 keine Spiele mehr im Iran bestritten. Waren solche Spiele nicht zu vermeiden, mussten sie in Drittstaaten statt finden.