Wednesday, November 30, 2022
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Iran weist AFP Journalisten aus

Agenturen – Jay Deshnmuck, der stellvertretende Chef der Agentur France Press (AFP) in Teheran, wurde am Freitag von iranischen Behörden ausgewiesen. Er gab keine Begründung für die Entscheidung.
 
Deshmukh ist ein 40 Jahre alter indischer Staatsbürger, der in dem Land seit Januar 2009 war. Ihm wurde am 15. Februar sein Presseakkreditierung zusammen mit 10 weiteren Korrespondenten entzogen, einen Tag nach den großen Protesten in Teheran.

Die Demonstration war eine der größten in der iranischen Hauptstadt seit einem Jahr. AFP und andere Vertreter der meisten internationalen Medien berichteten darüber. 
 
„Jay ist ein hochproffesioneller und erfahrener Journalist. Seine Ausweisung ist unverhältnismäßig und inakzeptabel“, sagte der Weltnachrichtendirektor Philippe Massonnet.
 
Deshmukh kam 2001 in Mumbai zu AFP und arbeitete von 2005 bis 2008.in dem Bagdader Büro der Agentur.
 
Ausländische und iranische Medien leiden unter den schweren Repressalien im Iran, seit es im Juni 2009 zur umstrittenen Wiederwahl des konservativen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad kam.
 
Die Pro-Reform Opposition behauptete einige Monate lang, die Wahl sei gefälscht gewesen und führte damit zu der größten Protestwelle seit der islamischen Revolution im Jahre 1979. Sie ist eine der schlimmsten politischen Krisen des iranischen Regimes in seiner 32 jährigen Geschichte.
 
Tausende Demonstranten wurden seit 2009 verhaftet und Hunderte Anti – Regierungsoppositionelle verurteilt und abgeurteilt, einige von ihnen zu heftigen Strafen.
 
Iranische Journalisten haben ebenfalls einen harten Preis bezahlt. Mehr als 40 Journalisten sind laut einer Zählung des in New York ansässigen internationalen Komitee zum Schutz von Journalisten aktuell im Gefängnis.
 
Ausländische Medien waren ebenso Ziel des Regimes und Duzende Reporter wurden entweder ausgewiesen oder ihre Presseakkreditierung oder Einreisevisa wurden entzogen oder verweigert.

Die Berichterstattung von Korrespondenten ist im starken Maßen eingeschränkt und sie dürfen an Orten von Protesten der Opposition nicht filmen, sondern nur über offizielle Veranstaltungen berichten.

Ausländische Medien brauchen eine offizielle Erlaubnis, wenn sie iranische Vertreter für Berichte interviewen müssen. Sie sind meist von Pressekonferenzen ausgeschlossen, außer wenn Ahmadinejad eine Konferenz im Außenministerium abhält.