Saturday, November 26, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteIranische Dissidentin berichtet vor dem italienischen Senat über Verstöße gegen die Menschenrechte

Iranische Dissidentin berichtet vor dem italienischen Senat über Verstöße gegen die Menschenrechte

NWRI – Die iranische Dissidentin Shaqaveq Azimi, 22, deren Eltern im vergangenen Monat vom fundamentalistischen Regime verhaftet worden sind wegen der Unterstützung der Hauptoppositionsgruppe im Iran, der  Organisation der Volksmudschahedin des Iran, PMOI (Mujahedin-e Khalq,

MEK), legte am Donnerstag vor Parlamentariern im Italienischen Senat Zeugnis ab über die empörende Menschenrechtssituation im Iran in der Amtszeit des Präsidenten des Regimes Hassan Rohani.

Hier das, was sie dazu gesagt hat:

Hohe Senatoren und Senatorinnen und Mitglieder des Parlaments,

meine Damen und Herren,

ich möchte dem Komitee aus italienischen Senatsmitgliedern für einen freien Iran dafür danken, dass es mir die Gelegenheit gibt, hier heute zu sprechen.

Ich bin Shaqaveq Azimi, 22, und ein Mitglied der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI oder MEK).

Lassen Sie mich damit beginnen, dass ich über meine Eltern spreche, die im Gefängnis sind. Sie wurden am 14. Oktober im Iran festgenommen. Ihre Festnahme beruhte einzig auf ihrer Unterstützung der PMOI.

Meine Eltern waren beide politische Gefangene. Mein Vater leidet an Problemen mit dem Herzen und wurde unter dem Schah und der Diktatur der Mullahs verfolgt. Meine Mutter hat ungefähr 10 Jahre im Gefängnis verbracht. Sie leidet an MS, die durch die starken Folterungen verursacht wurde, die sie im Gefängnis von 1981 bis 1986 zu erdulden hatte.

Sie wurde von 2009 bis 2011 ein zweites Mal ins Gefängnis gebracht, weil sie mich und meine Schwester Nilofar in Camp Ashraf (Irak) besucht hatte, und noch einmal 2012 und jetzt wiederum. Wegen ihres Gesundheitszustandes ist sie damit in einer gefährlichen Situation.

Ich möchte Ihnen auch etwas über meine 23jährige Kusine Nastaran erzählen, mit der ich aufgewachsen bin. Sie studierte im Hauptfach Computerwissenschaften an der Universität in Teheran und war auch Künstlerin. Sie wurde bei dem tödlichen Angriff des irakischen Militärs auf Geheiß des iranischen Regimes am 8. April 2011 getötet. Diese Angriffe, die in Camp Ashraf begonnen haben, wurden auf Camp Liberty  ausgedehnt. Meine Schwestern und Brüder müssen weiterhin mit solchen Angriffen rechnen. Den letzten Angriff gab es am 29. Oktober, als mehr als 80 Raketen das Lager getroffen haben mit dem Ergebnis von 24 Toten und sehr vielen Verletzten, einfach weil die irakische Regierung, die UNO und die USA ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Bewohner des Lagers nicht nachgekommen sind. 

Obwohl meine Angehörigen und andere im Gefängnis unter der Folter zu leiden haben und obwohl die Bewohner von Camp Liberty solchen schrecklichen Angriffen ausgesetzt sind, sprechen manche im Westen über die „Mäßigung“ von Rohani. 

Es schmerzt zu sehen, wie europäische Minister in den Iran eilen, um mit denen die Hände zu schütteln, die für die Unterdrückung des iranischen Volkes verantwortlich sind, und sich über die Gräueltaten ausschweigen.

Ich bin heute hier, um zur Sprache zu bringen,  was unser unterdrücktes Volk und politische Gefangene wie meine Eltern nicht sagen können, weil sie die Gelegenheit dazu nicht bekommen.

Rohani zu begrüßen, den Präsidenten der 2000 Hinrichtungen, ist gleichbedeutend damit, dass man die Augen verschließt vor den Gräueltaten, die von diesem wildgewordenen Regime im Iran verübt werden; es bedeutet, die Augen zu verschließen vor den zunehmenden Protesten in der iranischen Bevölkerung, besonders den Protesten von Jugendlichen in der Provinz Aserbeidschan, die es in diesen Tagen gibt; es bedeutet, die Augen zu verschließen vor der Ermordung unschuldiger Menschen in Camp Liberty; es bedeutet, die Augen zu verschließen vor dem Leid der Menschen, die unter der Armutsgrenze zu leben haben wegen eines korrupten Regimes.

Deshalb sage ich den westlichen Staaten: Hört auf damit, den roten Teppich für diese Verbrecher auszurollen.

Schließlich möchte ich Ihnen für Ihre Unterstützung danken und appelliere an Sie, Ihre Regierung dringend aufzufordern, die Verletzungen der Menschenrechte im Iran zu verurteilen, während Rohani sich in Rom aufhält.

Lassen sie mich am Ende die Worte aus einem Lied der Camp Liberty Bewohner zitieren: „Wie ein in die Ewigkeit hallender Donnerschlag geht diese Revolution voran; ihr elenden Tyrannen unter dem Turban, der Tag der Abrechnung kommt“.

Danke!