Sunday, July 21, 2024
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Iranische Offizielle und staatliche Medien kommen in Schwierigkeiten durch die Dokumente, die von Dissidenten offengelegt wurden


Vor kurzem hat die Dissidenten-Gruppe ‚GhyamSarnegouni’dem iranischen Regime einige Schläge dadurch versetzt, dass sie interne Konflikte, finanzielles Missmanagement und Taktiken der Sanktionsumgehung offengelegt hatte, von denen man glaubte, sie würden der Sicherheit des Regimes dienen. Weil damit durchgesickerte Dokumente aufgetaucht sind, geraten Amtsträger ins Stottern und staatliche Medien schlagen sich mit irreparablem Schaden herum, der angerichtet worden sei.

Am 29. Mai hat die Gruppe „GhyamSarnegouni”, was aus dem Persischen als „Aufstand bis zum Umsturz“ zu übersetzen ist, ihre letzen Aktionen bekannt gemacht. Sie übernahm die Verantwortung für das Hacken von einigen Websites und Server, die mit dem Präsidium des iranischen Regimes verbunden sind.

Davor ist die Gruppe am 7. Mai erfolgreich in Systeme und Server des Außenministeriums des Regimes eingedrungen. Damit haben die Dissidenten viele als geheim klassifizierte Dokumente auf Dauer an die Öffentlichkeit gebracht, aus denen die internen Konflikte, der Missbrauch nationaler Ressourcen für Terrorismus, die Methoden, die Sanktionen zu umgehen, und die Brüchigkeit des Status als „Regionalmacht“, den man sich zuschreibt, hervorgehen.

Das Regime ist durch diese Operationen stark tangiert, sie stiften bei seinen Amtsträgern und den engmaschig kontrollierten Medien einige Unruhe. Sie scheinen einige Mühe zu haben, mit den erheblichen Folgen dieser Angriffe zurechtzukommen. Infolgedessen geben sie widersprüchliche Erklärungen ab, während sie implizit den irreparablen Schaden eingestehen müssen, der ihnen zugefügt wurde.

„Hacker haben zahlreiche Websites im Land ins Visier genommen, was zu der Frage führt, warum die Amtsträger vorrangig auf das Filtern sozialer Netze Wert legen, statt sich auf die Stärkung der Sicherheit der Websites der Regierungsministerien und anderer wichtiger Institutionen zu konzentrieren. Man sollte darüber nachdenken, warum in den letzten Jahren Hacker Angriffe auf Computersysteme, CCTV Kameras und sogar Überwachungskameras im Verkehr starten konnten.

Es ist interessant, dass diese Institutionen sich zwar einerseits weigern, ihre geheimen Informationen herauszugeben, andererseits aber Dokumente an die Oberfläche durchsickern, was erkennen lässt, dass Hacker an die Daten gelangt sind“, schrieb die staatliche Zeitung Arman-e Meli am 1. Juni.

Am 31. Mai sagt Hassan Hermati, ein Mitglied des Sicherheitsausschusses des Parlaments, zuerst: „Mir ist noch nicht klar, ob die Website des Präsidenten gehackt wurde oder nicht!“. Dann aber widerspricht er sich und fügt hinzu: „Natürlich haben wir Feinde und sie versuchen unsere Zentren der Dokumentation anzugreifen“, und betont die Notwendigkeit, dass die Zentren des Staats sich gegen solche Angriffe wappnen.

„Shahriar Heydari, ein anderes Mitglied des Sicherheitsausschusses des Parlaments, kommentierte die Sache so: „Das Ministerium für Kommunikation und Information ergreift Maßnahmen, um die Websites abzusichern, um die Sicherheit wieder herzustellen. Es gibt aber Beispiele, die zeigen, dass diese Internetseiten immer noch für das Hacken verwundbar sind“.

In einem Bericht der staatlichen Website Dide-e Ban vom 31. Mai heißt es: „Verschiedene Systeme der Regierung, von den Netzen der Energieverteilung bis zu Radio und Fernsehen, CCTV und Kameras zur Überwachung der Gefängnisse wurden einzeln angezielt und gehackt in den letzten ein oder zwei Jahren. Es ist den Hackern auch gelungen, an Dokumente aus diesen System zu gelangen.

Im neuesten Fall konnte man am 29. Mai auf die Server der Website des Präsidenten zugreifen. Trotz der Bekanntmachung des Generaldirektors für Öffentlichkeitsarbeit, dass in der Vorwoche eine „neue Version der Internetseite“ enthüllt worden sei und sich auf eine zeitweise Unzugänglichkeit bei einem Projekt zur Verbesserung berief, erregt die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente Besorgnisse hinsichtlich der Verwundbarkeit dieser Internetseite für Hacking“.