Thursday, December 8, 2022
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Iranische Staatsmedien und Offizielle warnen vor der schwierigen wirtschaftlichen Lage und ihren Folgen

Iran State Media and Officials Warn of Harsh Economic Situation and Its Outcomes

Die staatlichen Medien des Iran und die Funktionäre der herr-schenden Theokratie haben auf die sich verschlechternde wirt-schaftliche Situation hingewiesen und vor der möglichen Reaktion des Volkes gewarnt.

Am Montag berichtete das staatliche Fernsehen des Iran: „In den vergangenen Tagen wurden wir erneut zu Zeugen einer neuen Steigerung der Preise – besonders der für wertvolle Konsumgüter, aber auch für die Befriedigung der Grundbedürfnisse zu entrichtenden. Milch, Öl, Hühner und Obst gehören zu den Gütern, deren Preise plötzlich zunehmen.“

In dem Bericht heißt es ferner: „Angaben des Zentrums für Statistik zeigen außerdem, daß die Preise seit November 2019 um mehr als 46% zugenommen haben. Unter den teurer geworden Gegenständen nehmen die Hühnchen einen besonderen Platz ein. Während der bisherigen etwa sieben Monate dieses Jahres hat der Preis für Hühnchen von 100 000 bis zu 250 000 Rial pro Kilogramm zugenommen. Und in den letzten Tagen stieg er noch einmal an – von 250 000 auf 355 000 Rial, nahm mithin binnen einer Woche um 42% zu.“


Der Preis für Hühnchen hat im Iran wieder zugenommen

Das Zentrum für Statistik des Iran räumte in einem Bericht ein: „Das Niveau der Inflation hat sich insgesamt erhöht; die Leute benötigen einen Monat oder mehr Arbeit, um sich einen normalen Futterkorb leisten zu können.“

Dem Bericht zufolge betrug die Inflationsrate in den Haushalten des Landes – d. h.: die Zunahme der Preise in der Zahl des Preis-Index – „im November 2020 46,4%. Mit anderen Worten, die Haushalte des Landes haben im November durchschnittlich 46,4% mehr Geld ausgegeben als im November 2019, um „die gleiche Menge von Waren und Dienstleistungen zu erwerben“. Die Preise hatten seit dem vorigen Monat um 5% zugenommen.

Auch die Nachrichtenagentur TASNIM, die mit der Quds-Truppe der Revolutionsgarden verbunden ist, räumte in einem Artikel am Sonntag die Preissteigerungen ein. „Die Regierung gestattete es dem Markt, die Preise von 20 verschiedenen Gütern zu steigern. TASNIM schreibt: „Am 21. November begann die Steigerung der für Milch, zehn Meiereiprodukte, Butter, vier Ölprodukte und vier Nutztiere zu entrichtenden Preise.“

„Der für Hühnerfleisch zu entrichtende Preis steigerte sich bis zu 355 000 Rial pro Kilogramm; die Schaufenster sind voll, doch die Käufer fehlen. Die Leute sagen: ‚Wir wissen nicht, wann diese Steigerung der Preise aufhören wird‘“ – so die Nachrichtenagentur Fars, die mit dem IRGC verbunden ist.

Die zunehmenden Preise und die zunehmende Inflation üben auf das iranische Volk immensen Druck aus. Zugleich fürchtet sich das Regime vor Reaktionen des Volkes und einem möglichen Aufstand. Mithin haben auch die Fraktionskämpfe zugenommen.

Am Sonntag wies während einer Sitzung des Parlaments der Abgeordnete Alireza Zandian den Präsidenten des Regimes, Hassan Rouhani, auf den wirtschaftlichen Druck hin, dem das Volk unterworfen wird, und warnte vor seinen möglichen Folgen.

„Wann werden Sie,“ sagte Zandian, „endlich diese bittere Gleichgültigkeit gegenüber der Lebenshaltung des Volkes und den großen Preisen aufgeben? Das Volk wird von der Last der Inflation, den großen Preisen, der Entwertung der nationalen Währung, der Arbeitslosigkeit, dem Tumult an der Börse und der Auswirkung der steigenden Liquidität bedrückt. Das verarmte Volk ist von den Nöten des Lebens enttäuscht.“

Die großen Demonstrationen entstanden im Iran nach der plötzlichen Steigerung des Benzinpreises. Bald wendeten sie sich ins Politische. Das Volk identifizierte das Regime als die Wurzel aller wirtschaftlichen und sozialen Krisen. Rebellische Jugendliche attackierten die dem Regime eigenen Zentren der Repression und der Ausplünderung; es befand sich am Rande des Zusammenbruchs. Obwohl es diesen Aufstand dadurch überlebte, daß es 1 500 Demonstranten ermordete und weitere verhaftete, sind die Demonstrationen, die den ganzen Iran überziehen, zu der Nachtmahr des Regimes geworden. Jetzt, da die wirtschaftlichen Nöte wegen der finanziellen Mißwirtschaft des Regimes zunehmen, warnen die Funktionäre und die staatlichen Medien einander vor einem weiteren bedeutenden Aufstand. Ein solcher Aufstand ist unvermeidlich; der kommende wird zu dem Sturz der Mullahs führen.