Saturday, December 3, 2022
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Iranischer Kleriker: Unanständige Kleidung verursacht bei Frauen innere Krankheiten

Dienstag, den 14. Juli 2015 um 11:41 Uhr

Seyyed Abolhassan Mahdavi

NWRI – Sich nicht an die Bekleidungsvorschriften der Islamischen Republik zu halten, einschließlich der Pflicht, den schwarzen ‚Tschador’  oder den Schleier zu tragen, ist die Ursache dafür, zu erkranken und  Darm- und Magenleiden zu bekommen,

erklärte ein höherer Kleriker des iranischen Regimes.

„Der Staat sollte die Erziehung zum Tschador von Anfang an zur Pflicht machen, da dies den Schülerinnen erlauben werde, mit Schamhaftigkeit aufzuwachsen. Sie werden die Wirkungen in der Gesellschaft sehen“, meinte  Seyyed Abolhassan Mahdavi, der im Regime den Rang eines Ayatollah einnimmt und Mitglied in der Expertenversammlung ist, einem Gremium aus 88 höheren Mullahs, die die Aufgabe haben, den Obersten Führer zu ernennen.

Mahdavi ist auch der Führer der Freitagsprediger in Isfahan im zentralen Iran und der Vertreter des Obersten Führers im Roten Halbmond. Er hat diese Aussagen am Montag in einem Interview für die staatliche Nachrichtenagentur Fars gemacht.

Er behauptet, junge Mädchen würden zuhause mit einer „schamlosen Haltung“ aufwachsen und diese „Schamlosigkeit verbreitet sich jetzt mehr und mehr in den Schulen“.

Deshalb meint er, alle Lehrer sollten für die „schamlose Haltung“ von Mädchen in ihren Schulen verantwortlich gemacht werden.

„Heute sagt uns unser Verstand, dass der Tschador die beste Bekleidung für Frauen in der islamischen Gesellschaft ist, weil er den Leib der Frauen vom Kopf bis zu den Zehen bedeckt und nicht Aufmerksamkeit erregt“, sagt er.

„Es ist klar, dass die Freiheit des Denkens nur bei Menschen möglich ist, die angemessen gekleidet sind und Schamhaftigkeit kommt mit dem Tragen des schwarzen Tschador, damit er die menschliche Seele vor bösen Taten bewahrt.

Die Handlungsfreiheit der Menschen ist in dem Maße erlaubt, wie sie nicht die Freiheiten der Gesellschaft stört… Die angemessene Kleidung für Frauen in der Gesellschaft ist ein schwarzer Schleier, damit die Rechte anderer respektiert werden.

Heutzutage erkennt jeder, dass dann, wenn der Geist der Menschen in der Gesellschaft beschäftigt ist, sie sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren können“.

Mahdavi behauptet, dass das Tragen des schwarzen Schleiers für die Frauen gesund ist.

„Die Ärzte meinen, dass abseitige Gefühle, die in die Seele Eingang finden, den Menschen physische Leiden bringen. Schlechte Verschleierung ruft solche abseitigen Gefühle in den Seelen der Menschen hervor“.

„Wie uns die Ärzte sagen, fangen Krankheiten im Darm und im Magen zuerst als Folge solcher abseitigen Gefühle an und dehnen sich auf andere Organe im Körper aus. Deshalb sollten Menschen, die sich um ihre physische Gesundheit kümmern, die angemessenste Kleidung tragen, die der schwarze Tschador ist“, fügt er hinzu.

Das Innenministerium des iranischen Regimes hat  im vergangenen Monat einen Erlass herausgegeben, in dem steht, dass der Schleier der Frauen ein „Tschador oder ein Kleid bis zum Unterschenkel sein sollte mit langen Ärmeln ohne Muster, Frauenhosen und einem langen Schal in konventionellen Farben, der den Kopf, die Haare und den Nacken bedeckt. Unüblicher Schmuck sollte nicht getragen werden. Makeup ist nicht erlaubt“. Männliche Angestellte sollten auch „davon Abstand nehmen, T-Shirts, enge oder kurzärmelige Hemden, hautenge Hosen oder Jeans, Kleidung mit westlichen Markenbezeichnungen, Ornamente, breite Gürtel mit unüblichem Besatz und unpassende Haartracht oder Bartformen zu tragen“.

In einer Konferenz vor einigen Monaten in Berlin  aus dem Anlass des internationalen Frauentages hat die iranische Oppositionsführerin Frau Maryam Rajavi erklärt, dass der Fortschritt beim Ideal der Gleichberechtigung in der Welt heute auf eine massiven Barriere trifft, nämlich dem islamischen Fundamentalismus, der den ganzen Mittleren Osten und die Welt durch Genozid, Terrorismus und Diskriminierung in Gefahr bringt und der mehr als irgendetwas sonst frauenfeindlich ist. 

Frau Rajavi, gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI), ergänzte: „Der Fundamentalismus ist keine Auseinandersetzung zwischen dem Islam und dem Westen, auch keine Konfrontation  zwischen dem Islam, dem Christentum und dem Judentum und ebenso wenig ein Konflikt zwischen Schia und Sunna. Im Kern ist es ein Konflikt der Freiheit versus Unterwerfung und Diktatur, zwischen Gleichberechtigung auf der einen Seite und Tyrannei und Frauenfeindlichkeit auf der anderen. Der Fundamentalismus hat die Frauenfeindschaft in sein Zentrum gerückt und er schüchtert mit der Unterdrückung der Frauen die ganze  Gesellschaft ein und unterwirft sie sich“.

Um die Welt von dem Albtraum des Fundamentalismus zu bewahren und um die Emanzipation der Nationen des Mittleren Ostens von diesem unheilvollen Phänomen zu erreichen, rief Frau Rajavi alle großherzigen Frauen in der ganzen Welt auf, eine mächtige Front gegen den islamischen Fundamentalismus und gegen Terrorismus und Barbarei im Namen des Islam zu bilden und auszuweiten. Dazu sagte sie: „Um dem unheilvollen Phänomen des islamischen Fundamentalismus die Zügel anzulegen, sollte man sich unbedingt der religiösen Diktatur, die im Iran herrscht, entgegenstellen