Sunday, January 29, 2023
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Iranischer politischer Gefangener begeht aus Protest gegen Folterungen Selbstmord

Ein iranischer politischer Gefangener beging am Samstag im berüchtigten Gohardasht Gefängnis Selbstmord. Zuvor hatte er gesagt, dass er die inhumane Behandlung nicht mehr ertragen kann, welche die Mullahs zu vertuschen versuchen, heißt es in einem vertraulichen Bericht.

Bahram Tajic sagte sehr deutlich darin, welche Gründe er für seinen Selbstmord im Karaj Gefängnis hat. Er sprach über die katastrophalen Haftbedingungen, Folter und anderen Druck und wie die Wärter und Vertreter des Regimes die anderen Gefangenen bedrohen und dass sie versuchen werden, seinen Selbstmord als „Herzanfall“ zu deklarieren.

Andere Berichte von Mißhandlungen

Andere Berichte zeigen ebenfalls schockierende Fälle auf, wie mit den Gefangenen im Gohardasht Gefängnis umgegangen wird.

Ali Farhadi, ein Gefangener, der in der Jugendabteilung des Gefängnisses inhaftiert ist, setzte sich nach der Beschlagnahmung seiner persönlichen Gegenstände durch die Wachen zur Wehr. Daraufhin schlugen ihn die Wachen so lange, bis er bewußtlos war. Er kam in die Klinik des Gefängnisses und es gibt keine weiteren Berichte über seinen Zustand. 

Die sunnitischen Gefangenen protestieren gegen Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen und Mißhandlungen der Gefangenen. Sie protestieren zudem gegen das Verbot von medizinischen Hilfsmitteln und Gesundheitsmaterialien, das schlechte Essen und die exorbitanten Preise für minderwertige Waren im Gefängnis – Shop.

Wie es alles begann

Die Mißhandlung von Gefangenen begann sehr schnell nach der Machtergreifung der Mullahs und sie haben seitdem 70 Methoden der Folter entwickelt, unter anderem das Amputieren von Händen und Füßen, das Ausstechen der Augen, das Pressen von Köpfen in Schraubzwingen oder das Halten von Gefangenen für mehrere Monate in käfigartigen Zellen. Auch Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung.

1986 frage Ajatollah Montazeri, Khomeni’s designierter Nachfolger:“ Wissen sie, wie viele Menschen unter der Folter in den Verhören starben? Wissen sie, wie viele Menschen erblindet, taub oder gelähmt sind oder chronische Schmerzen nach der schweren Folter hatten?“

Seit 1979 hat das Regime 120.000 politische Gefangene hinrichten lassen, darunter sogar 13 Jahre alte Kinder. Rund 30.000 politische Gefangene wurden innerhalb weniger Monate im Sommer 1988 hingerichtet, nachdem es eine Anweisung (Fatwa) vom Regimegründer Ruhollah Khomeini gab. Jeder, der die demokratische Hauptopposition der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) unterstützte, wurde hingerichtet. Die Wachen ließen sogar Gefangenen vorher noch das Blut abnehmen, bevor man sie auf Anweisung von Khomeini hinrichten ließ.

Am 23. Dezember 2000 zitierte Mollahassani, der Vertreter des obersten Führers in Urmia, Khomeini mit den Worten:“ Auch wenn es eine Million Gefangene gewesen wären…hätte ich die Anweisung bekommen, sie zu massakrieren, dann hätte ich es in einer Nacht erledigt.“

Diese grauenvolle Behandlung geht bis heute weiter. Im Kahrizak Gefängnis gab es 2009 eine unglaublich hohe Zahl an Hinrichtungen und brutalen Folterungen, nachdem es eine große Welle der Anti – Regime Proteste gegeben hatte. In 2018 gab es laut Amnesty International über 7000 Verhaftungen nach den Aufständen von 2017-2018. Viele Menschen starben danach unter ungeklärten Umständen.