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Iranischer Rohölhandel wird auf 0 sinken

Präsident Trump hat entschieden, dass es keine Ausnahmen von den US Sanktionen mehr geben wird. Die aktuellen Ausnahmegenehmigungen laufen am 2. Mai ab. Das Weiße Haus gab bezüglich der Entscheidung von Washington eine Stellungnahme heraus, dass die Ölexporte des Regimes auf 0 sinken sollen. Die USA stellen – zusammen mit den OPEC Ländern – klar, dass „wir den globalen Ölmarkt adäquat versorgen werden. Wir haben rechtzeitig entsprechende Maßnahmen eingeleitet, damit die Nachfrage am Weltmarkt gedeckt wird, wenn das iranische Öl vom Markt verschwindet.“

Das Erneuern der Sanktionen gegen die iranischen Rohölexporte werden den wirtschaftlichen Druck auf das iranische Regime erhöhen. Zuvor hatten noch acht Länder – China, Indien, Japan, Südkorea, Taiwan, Türkei, Italien und Griechenland – Ausnahmeregelungen erhalten. Die Entscheidung, diese nicht zu verlängern, bedeutet nun für die Verbündeten und Partner der USA, sich vom iranischen Öl abzuwenden, ohne dass dies gravierende Auswirkungen auf den bereits jetzt schon gut versorgten Ölmarkt hat.

Die Ausnahmegenehmigungen erlaubten dem Iran, noch rund eine Million Barrel pro Tag zu exportieren. Dies war bereits erheblich weniger als die 2.5 Millionen Barrel, die noch ein Jahr zuvor exportiert wurden. Doch nach dem Ende der Ausnahmeregelungen wird das iranische Regime weit größere Probleme zu bewältigen haben. Ohne sie werden die iranischen Ölexporte zusammen brechen und die Auswirkungen auf die bereits jetzt schon hohen Ölpreise werden in den Ökonomien der Welt zu spüren sein.

Die USA hat erwartet, dass die Länder ihre Ölimporte aus dem Iran reduzieren und somit zu anderen Anbietern wechseln. Die OPEC Staaten, allen voran Saudi Arabien, werden ihre Produktionen erhöhen oder haben dies bereits getan. Jetzt sieht es jedoch so aus, als würde die OPEC erst einmal abwarten und die Verhandlungsbasis der Saudis ist hoch und sie könnten nun austesten wollen, wie hoch die Ölpreise gehen könnten.

Es ist weiterhin zu erwarten, dass die Rohölexporte aus dem Iran weiter statt finden werden, doch sie werden kontinuierlich sinken. Der Sektor der Öltanker sieht höhere Preise nicht als gute Nachrichten an und das iranische Regime droht zudem, die Straße von Hormus zu blockieren, wenn die USA mit seinen Restriktionen vorsetzt. Mehr als 1/5 des weltweiten Ölhandels läuft über diesen Seeweg und eine Blockade könnte vor allem die Lieferungen des Irak, Kuwait und Saudi Arabiens beeinflussen.

Am Montag stiegen die Ölpreise um mehr als 2 Cent. Die Sommerzeit rückt näher und die Amerikaner sind besorgt. Es werden weit höhere Preise als im letzten Jahr erwartet.

Die meisten Länder, die Ausnahmegenehmigungen erhalten hatten, haben bereits Alternativen gefunden. Südkorea ist vor allem an Ultra – Leicht Kondensaten interessiert. Diese können sie teilweise über die USA abdecken, allerdings sind die Preise höher als im Iran.

China erwartet hingegen, dass die Ausnahmeregelung doch noch verlängert wird. Der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, erklärte, dass die Kooperation von China mit dem Iran „offen, transparent, nachvollziehbar und legitim“ ist. Die USA hatten China den Import von 360.000 Barrel pro Tag erlaubt, Indien erhielt 300.000 Barrel. So lange die großen Produzenten der OPEC diese Lücke nicht füllen, so lange wird die Suche nach einem anderen Lieferanten als der Iran schwierig und das könnte die Ölpreise weiter in die Höhe treiben.

Rußland ist nicht mit an Bord, wenn es um „unkontrollierte“ Preiserhöhungen geht. Das hat Präsident Putin erst kürzlich bestätigt. Moskau hat keinen Grund, dem Abkommen der OPEC im Juni zu folgen. Es wird seine Exporte erhöhen und sie könnten die Auswirkungen des Kollaps des iranischen Regimes auffangen.