Friday, January 27, 2023
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Iranisches Regime stößt politischen Gefangenen die Treppe hinunter und bricht ihm Schulter und Beine

Dem politischen Gefangenen Arzhang Davoodi wurden laut Quellen beide Beine und seine Schulter gebrochen, als er von Wärtern zusammen geschlagen und die Treppe hinunter geworfen wurde. Der Vorfall fand im Zentralgefängnis von Zahedan in der Provinz Beluchsitan statt. Die medizinische Diagnose stellte danach fest, dass er ohne Hilfe nie wieder alleine wird laufen können.

Davoodi (65) wurde am 3. April vom Leiter des Gefängnisses in seinem Büro verhört. Dabei waren seine Hände und Füße gefesselt. Als er den Raum verließ, stieß ihn der stellvertretende Leiter des Gefängnis vom 2. Stock aus die Truppen hinunter. Da Davoodi immer noch gefesselt war, konnte er die Balance nicht halten. Dabei brach sich Davoodi sein rechtes Schlüsselbein und sein linkes Schienbein. Weiterhin war seine Schulter verschoben und es gab Verletzungen an seinem Rückenmark.

Davoodi, ein Lehrer, kann nun kaum noch laufen, selbst mit einer Hilfsperson an seiner Seite. Er wird in einem schmutzigen und dunklen Raum in der Quarantäne Sektion des Gefängnisses fest gehalten, was seinen sowieso schon schlechten Gesundheitszustand noch einmal verschlechtert.

Davoodi befindet sich seit dem 3. März im Hungerstreik, um gegen seinen Aufenthalt in einer kleinen Einzelzelle zu protestieren, in der er seit August 2017 ist. Er durfte keine Familienbesuche empfangen, keine Telefonate führen, nicht mit anderen Insassen reden, hatte keine frische Luft, durfte nicht lesen oder Fernsehen und er hat auch keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen oder genießbarem Essen erhalten.

In einem offenen Brief vom März 2018 erklärte er die Gründe für seinen Hungerstreik.

Er schrieb:“ Ich will nur ein wenig frische Luft und etwas Sonnenlicht, was mir seit August verwehrt wird. Es ist eine schändliche und viel zu lange Unterdrückung meiner Rechte und meine Herzprobleme und mein Diabetes haben sich seitdem verschlechtert. Auch meine Augen sind durch die ständige Dunkelheit und das Dämmerlicht schlechter geworden. Seit ich im Zahedan Gefängnis bin, hat sich mein gesundheitlicher Zustand weiter verschlechtert. Ich werde hier in einer sehr kleinen Zelle gefangen gehalten, die als „Einzelzelle Nummer 2“ in der Quarantäne Sektion bekannt ist…Hier herrschen extrem harte Bedingungen und diese betreffen nicht nur politische Gefangene. Die Vertreter des Regimes, die dieses Gefängnis leiten, wenden alle möglichen Arten von Gewalt an.“

Er rief den UN Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra’ad al-Hossein, sowie andere Menschenrechtsorganisationen auf, die Zustände in den iranischen Gefängnissen zu untersuchen.

Davoodi kam im Januar in das Zahedan Gefängnis. 2003 wurde er verhaftet, weil er in einer Dokumentation den mysteriösen Tod von Zahra Kazemi untersucht hatte und dabei die Menschenrechtslage im Iran kritisierte. Zahra Kazemi war eine kanadisch – iranische Gefangene, die zu dieser Zeit im Gefängnis saß. Davoodi wurde mehrfach gefoltert, geschlagen und in schlechten sanitären Bedingungen in Einzelhaft gehalten.

Amnesty International hat mehrfach zur sofortigen Freilassung des „Gefangenen aus Gewissensgründen“ aufgerufen.