Wednesday, November 30, 2022
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Iranisches Regime verurteilt 86 Demonstranten zu Haftstrafen und Auspeitschen

Das iranische Regime hat 86 Menschen zu insgesamt 2580 Peitschenhieben und 344 Monaten Haft verurteilt, weil sie gegen die Teilung eines Flusses durch die Isfahan Stahlfabrik protestiert haben, die in der Hand der Revolutionsgarden ist.

Das Borujen Strafgericht in der südwestlichen Provinz Chaharmahal und Bakhtiari verurteilte am 31. Juli 103 Demonstranten wegen „Störung der öffentlichen Ordnung und des Friedens“ sowie „Behinderung der Regierungsmitarbeiter an der Ausübung ihrer Pflicht“.

Das iranische Regime verurteilte 86 Aktivisten zu je 30 Peitschenhieben und vier Monaten Haft, nur weil sie dagegen protestiert hatten, dass ihr Trinkwasser nun an die Sefid Dasht Stahlfabrik umgeleitet wird. Die Fabrik gehört zur Isfahan Stahlfirma, welche Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hat.

Die Einwohner von Boldaji protestierten dagegen im Juli 2016. Dabei wurden sich von Sicherheitskräften attackiert und verwundet und einige Demonstranten starben. Viele der Überlebenden wurden verhaftet.

Die Region hat mit schwerem Wassermangel zu kämpfen und die Umleitung des Wassers, dessen Umsetzung laut Berichten immer noch droht, wird die Lage für die dort lebende Bevölkerung noch schlimmer machen.

Die Isfahan Stahlfabrik, die auch als Mobarakeh Stahlfabrik bekannt ist, wurde im Oktober 2018 auf die Sanktionsliste des US Finanzministeriums gesetzt, weil sie Verbindungen zu den Revolutionsgarden hat. Die Revolutionsgarden werden von den USA als terroristische Gruppe angesehen, welche die Bassidsch finanziert, einen paramilitärischen Arm der Revolutionsgarden, die das zentrale Unterdrückungsorgan bei den Protesten im Iran darstellt.

Das US Finanzministerium sagte, dass die Isfahan Stahlfabrik, welche der größte Stahlproduzent im Mittleren Osten und in Nordafrika ist, eine wichtige Einnahmequelle für das Bonyad Taavon Basij Wirtschaftskonglomerat ist. Die Isfahan Mobarakeh Stahlfirma liefert jedes Jahr Millionen Dollar an die Mehr Eqtesad Iranian Investmentfirma, eine Einrichtung, die enge Verbindungen mit den Bassidsch und seinem Bonyad Taavon Basij hat“.

In den letzten Monaten hat das iranische Regime seine Unterdrückung der Proteste durch schwere Haftstrafen für Demonstranten und Aktivisten erhöht. Zu den Strafen gehören auch Folterungen wie Auspeitschen, damit die Demonstranten eingeschüchtert werden. Mindestens 21 Aktivisten und Demonstranten wurden alleine im August zu Auspeitschungen verurteilt.

Doch all das stoppt das iranische Volk nicht, dass weiter an den landesweiten Protesten für ein Ende des Regimes teilnimmt. Der Aufstand begann im Dezember 2017 wegen großer wirtschaftlicher Probleme, die bereits vor den US Sanktionen im Land bestanden. Bald verwandelten sie sich jedoch in Anti – Regime Demonstrationen, in denen die Menschen lautstark zu einem Ende der Mullahs aufriefen und Unterstützung für die demokratische iranische Opposition einforderten.