Sunday, December 4, 2022
StartNachrichtenWiderstandIran’s staatliche Medien warnen vor einem neuen Aufstand

Iran’s staatliche Medien warnen vor einem neuen Aufstand


Mehr als ein Duzend Städte im Iran waren am Dienstag Zeugen von Protesten von Pensionären der sozialen Sicherheit. Diese Demonstrationen gegen das Regime wiedersprechen der Propaganda des Regimes, dass die Sanktionen hinter dem Kollaps der iranischen Wirtschaft stecken. Doch die Proteste zeigen auch, wie widerstandsfähig die iranische Gesellschaft ist.
Die Rentner protestierten gegen niedrige Renten, die wegen der hohen Inflationsrate ihre Bedürfnisse nicht decken.
Mit Rufen wie „Wir bekommen unsere Rechte nur auf der Straße zurück“ zeigten die Rentner nicht nur, dass das Regime nicht gewillt ist, sich ihrer Probleme anzusehen, sondern auch, wie unzufrieden das Volk mit dem Regime ist.
Die Proteste der Rentner werden begleitet von einer Serie von Protesten aus allen Bereichen der iranischen Gesellschaft, die seit dem Aufstand vom November 2019 wieder zunehmen. Diese Proteste machen „den öffentlichen Ärger über die aktuelle Situation deutlich und bedürfen keiner weiteren Erklärung“, schreibt am Dienstag die staatliche Zeitung Vatan-e Emrooz.
Das iranische Volk leidet unter massiver Armut, während das Regime das Volk ausplündert und die Wirtschaft durch Missmanagement und institutionalisierte Korruption zerstört.
Das iranische Volk wird „unter der Inflation zerquetscht und seine Tische werden immer leerer. Die Preise steigen trotz der Armut der Menschen unaufhörlich. Einige sind so verzweifelt, dass sie zu ihren Familien gehen und ihnen beschämt sagen, dass sie nicht einmal Brot ergattern konnten“, schreibt am Dienstag die staatliche Webseite Mamlekat.
Iran Protests: Nationwide Uprising in Iran- November 2019
Iran – Proteste: Landesweiter Aufstand bei den Iran – Protesten im November 2019
Die Menschen können kaum noch Früchte für ihre Familien kaufen. „Wenn die Menschen Früchte aus der Region vom Gemüsehändler kaufen wollen, dann können sie sich mit 100.000 Tomans – die Pension von 1,5 Tagen – kaum noch 3kg leisten, denn die Preise der meisten Früchte wie Äpfel, Orangen und Mandarinen betragen fast 30.000 Tomans“, schreibt am Dienstag die staatliche Webseite Gatreh.

Die sich verschlechternde Wirtschaftskrise versetzt das Regime in Angst. „Die Leere auf den Tischen der Menschen und die steigenden wirtschaftlichen und sozialen Gräben werden zu steigenden sozialen Unmut führen“, schreibt am Dienstag die staatliche Zeitung Vatan-e Emrooz.
Die staatlichen Medien und Vertreter des Regimes schlagen die Alarmglocken und warnen das Regime vor einem weiteren Aufstand.
„In einer Situation, wo die Menschen durch schwierige wirtschaftliche Bedingungen gehen, ist das Missachten ihrer Probleme (durch das Regime) so, als würde man Öl in die Flammen des öffentlichen Unmuts gießen. In einer solchen Situation ist es normal, dass die Menschen wütende Akteure werden, die gegen das System aufstehen“, ergänzt die Zeitung Vatan-e Emrooz in ihrem Artikel.
Die großen Iran – Proteste im November 2019 haben an den Fundamenten des Regimes gerüttelt. Das Regime ermordete über 1500 Demonstranten und hat so den Aufstand für den Moment erstickt. Doch die Vertreter, allen voran der oberste Führer Ali Khamenei, wissen genau, dass ein weiterer Aufstand losbrechen kann und das versetzt sie in Angst.
Ihre Ängste wurde bestätigt, als bereits im Januar 2020, nachdem das Regime nach drei Tagen der Vertuschung zugeben musste, dass es ein kommerzielles Passagierflugzeug abgeschossen hatte, die Menschen auf die Straßen gingen und ebenso wie bei den Protesten im November 2019 einen Regimesturz forderten.
Diese Angst vor der rebellischen Gesellschaft hat das Regime dazu veranslasst, seine inhumane Politik bei der Bekämpfung des Coronavirus durch Vertuschung und Täuschung fortzusetzen. Es nutzt die Pandemie und seine massenhaften Toten, um eine Barriere gegen einen neuen Au

fstand zu erzeugen.

Während das Regime versucht, die öffentlichen Proteste zu verhindern, haben die aktuellen Proteste im Iran gezeigt, dass ein Jahr nach dem Ausbruch des Coronavirus und trotz steigender Todeszahlen wegen der Inaktivität des Regimes, die Iraner immer noch gewillt sind, sich ihre Rechte zurück zu holen.

Die Proteste der hungernden Bevölkerung und die landesweiten Proteste der Rentner zeigen, welche explosive Stimmung in der Gesellschaft herrscht.
Die Zeitung Vatan-e Emrooz schreibt dazu:“ Diese Akkumulation von Hass und sozialer Wut kann schnell in blinder Gewalt enden.“
Diese „blinde Gewalt“ ist in Wahrheit der Hass des iranischen Volkes gegenüber dem Regime und dies ist in tiefer Angst davor.
Die staatliche Zeitung Jomhuri-e Eslami fasst dies am Dienstag wie folgt zusammen:“ Wir sollten vor dem Tag Angst haben, wenn die Geduld der Menschen erschöpft ist, denn dann werden sie uns (das Regime) überrennen.“