Sunday, December 4, 2022
StartNachrichtenIrans wirtschaftliche Krisen und deren Wirkungen auf die Gesellschaft

Irans wirtschaftliche Krisen und deren Wirkungen auf die Gesellschaft


Die wirtschaftliche Krise im Iran vertieft sich. Die Menschen haben es mit in den Himmel schießenden Preisen zu tun. In den letzten Tagen haben in der Folge der Schein-Wahl des Regimes staatliche Medien einige Aspekte der wirtschaftlichen Krise und der Rolle des Regimes bei deren Hervorbringung und Verschlimmerung eingeräumt.
Staatliche Medien warnen auch die Amtsträger vor der Folge der derzeitigen sozialen und wirtschaftlichen Krise.
„Die wirtschaftliche Situation des Landes ist ungesunder und chaotischer als man es sich vorstellen kann. Sie hat gefährliche und schädliche soziale, politische und moralische Wirkungen und Folgen und sollte nicht ignoriert werden. Diese chronische Krankheit breitet sich vor den Augen der Staatsverwaltung aus“, schrieb die staatliche Tageszeitung Eghtesad-e Pouya („Wirtschaft von Pouya“) am Mittwoch dem 30. Juni 2021.
Eghtesad-e Pouya gibt dann zu, dass „die Inflation und die in den Himmel schießenden Preise“ das Leben der Bevölkerung beeinflusst.
Wie die Mullahs Irans Wirtschaft zerstört haben

Während die Mehrheit der Iraner unter der Armutslinie lebt, leiden die iranischen Arbeiter am meisten. Kürzlich hat Hassan Rohanis Regierung die Löhne der Arbeiter erhöht, aber laut der staatlichen Eghtesad-e Pouya „sind die Löhne der Arbeiter kaputt gemacht worden“ durch die steigende Inflationsrate. „Lohnzuwächse fußen auf der Inflation des Vorjahres und jetzt sind 40 Prozent der Arbeiter unter der Armutslinie“, gesteht Eghtesad-e Pouya ein.
„Die Armutslinie wird in der Gesellschaft bestimmt, aber die arbeitende Gesellschaft ist mit einem Lohn von 2,6 Millionen Toman tätig. Selbst wenn die Arbeiter Zulagen bekommen, übersteigt ihr Lohn immer noch nicht 3,3 Millionen Toman. Mit anderen Worten, die Löhne der Arbeiter betragen etwa 7 Millionen Toman weniger als die Armutslinie“, schrieb Eghtesad-e Pouya am Mittwoch.

Irans Politik der minimalen Löhne ist wie ein Dolch im Rücken der Arbeiter.

„Die Arbeiter haben keine Sicherheit der Arbeit, mehr als 70 % der Arbeiter bekommen minimale Löhne und viele von ihnen bekommen keine Zusatzleistungen. Mit dem Einkommen, das sie haben, können sie nur einen Teil der Ausgaben für den Lebensunterhalt bestreiten. Gegenwärtig gibt es Gebiete, wo die Kosten für die Miete etwa 3 Millionen Toman betragen, an den schlimmsten Orten liegen sie bei etwa 5,1 Millionen Toman. Unter solchen Umständen gibt ein Arbeiter etwa 50 % für die Wohnung aus“, so beschreibt Eghtesad-e Pouya einen Teil der Notlage der Arbeiter.
Was aber hat die Inflationsrate im Iran und die in den Himmel schießenden Preise bewirkt?
„Wirtschaftsexperten nehmen an, dass die sehr hohe Inflation, die wir heute im Land sehen, auf den großen Umfang des Druckens von Banknoten im Jahr 2020 zurückgeht“, schrieb die staatliche Tageszeitung Eskenas („Banknote“) dazu am Mittwoch.


„Der Bericht des Zentrums für Statistik zeigt, dass die Inflation am Ende der zehnten Regierung 35 % betrug. Nach der neuesten Statistik hat sie im Juni 2021 43 % erreicht. Eine der wichtigen Faktoren bei der Schaffung und der Verstärkung der Inflation in der Wirtschaft des Iran ist das Drucken und Banknoten und das Wachstum der Liquidität. Nach der offiziellen Statistik betrug das durchschnittliche Wachstum der Liquidität in den 1960ern 17 % betrug, in den 1970ern 32 %, in den 1980ern 18 %. In den 1990ern 27 %, in den 2000ern 28 % und von 2011 bis jetzt war es 8,27 %. Der Bericht der Zentralbank zeigt auch, dass 1990 das Wachstum der Liquidität im Iran 40 % erreicht hat“, erläuterte Eskenas weiter die Ursache für die hohe Inflation des Iran.
Mit anderen Worten steht das Regime hinter der derzeitigen Wirtschaftskrise.
Die Scheinwahlen für die Präsidentschaft im Iran sind am 19. Juni zu Ende gegangen. Während der neue Präsident des Regimes, der berüchtigte Ebrahim Raisi, hohle Versprechungen über eine Wirtschaftsreform machte, geben staatliche Medien zu, dass er nicht imstande sein werde, irgendeine bedeutende Maßnahme zu ergreifen.
„Der beunruhigende Trend der steigenden Inflation zusammen mit dem Kollaps der wirtschaftlichen Strukturen hat Besorgnisse erregt, dass die neue Regierung vor einer großen Herausforderung stehen könnte“, schrieb die Tageszeitung Eskenas dazu.
Wer ist Ebrahim Raisi, ein Kandidat bei der Präsidentenwahl im Iran und ein Henker beim Massaker 1988
Irans wirtschaftliche Krisen wie die hohe Inflation und die in den Himmel schießenden Preise sind auf die institutionalisierte Korruption des Regimes zurückzuführen. Deshalb werden sie nicht in der Lage sein, diese Krisen zu beheben.
Während die Regimeoberen ein Luxusleben führen, steht die Bevölkerung unter hohem Druck.

„Während Amtsträger und Politiker sich in diesen Tagen gut fühlen, leiden die Menschen. Das Volk wird zerbrochen unter Armut und Inflation“, schrieb die staatliche Aftab-e Yazd („Die Sonne von Yazd“) am 30. Juni.
Die sich verstärkenden wirtschaftlichen Krisen im Iran verbunden mit der Unterdrückung und der Korruption haben die Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt. Deshalb warnen die staatlichen Medien vor den „gefährlichen“ Folgen der derzeitigen Situation.
„Die Amtsträger sollten die Veruntreuer und wirtschaftlichen Terroristen nicht ignorieren und sich um sie kümmern. Sie können diese Fälle nicht ignorieren und nur Versprechungen machen. Die negativen Wirkungen wären extrem schädlich für die Gesellschaft und sie könnten die Integrität [des Regimes] untergraben“, warnte Eghtesad-e Pouya vor der derzeitigen Korruption im Regime.
„Ohne angemessene Beschäftigung hat die kranke Wirtschaft des Iran bewirkt, dass sich die Menschen schlechter fühlen als zuvor und die Lebensbedingungen sind sehr schwierig geworden. Zugleich ist der Wert der Währung des Landes scharf heruntergegangen. Es ist sicher, dass die sozialen Leiden der Armut, die durch die Fluktuationen der Währung und die Spaltungen in Klassen verursacht wurden, so fragil sind, dass ihre Wirkungen auf die sozialen Strukturen und die Institutionen der Regierung sehr viel Schaden anrichten werden“, warnt Eghtesad-e Pouya die Regierenden.