Thursday, December 1, 2022
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Irans zerstörerisches Erdbeben läßt Kritik an Verhalten des Regimes steigen

NWRI – Vor kurzem ereigneten sich mehrere Erdbeben rund um den Globus. Am Sonntag abend traf ein Erdbeben der Stärke 7,3 auf der Richterskala die Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak. Die offizielle Nachrichtenagentur IRNA berichtete, dass mindestens 530 Menschen getötet und mehr als 8000 verletzt wurden. Zehntausende Häuser und Apartments wurden völlig zerstört.

Es ist davon auszugehen, dass die wahren Opferzahlen weit über denen liegen, die von den Medien veröffentlicht wurden, sagte Farhad Tajari, ein Mitglied im Parlament aus Ghasr Shireen, einer Stadt im Westen des Iran, die immense Schäden erlitten hat.

Der Iran liegt auf mehreren tektonischen Platten und nach dem Erdbeben leiden die Menschen an schlimmen Bedingungen. Es gab insgesamt 152 Nachbeben und sie richteten in den 24 Stunden nach dem eigentlichen Beben weitere schwere Schäden an. 526 Dörfer und 137.000 Menschen in der Provinz Kermanshah leben in großer Gefahr.

Die Stadt Sarpol Zahab wurde am Schlimmsten vom Erdbeben getroffen. Sie befindet sich an der Grenze zum Irak. Behörden berichten, dass in der von Armut gebeutelten Stadt viele Gebäude zerstört sind.

50% der Schulen in der Provinz  haben laut Berichten schwere Schäden erlitten. Das bestätigte auch der Leiter der staatlichen Stelle für Öffentlichkeitsarbeit in Kermanshah.

„Meine gesamte Familien, die aus 20 Menschen besteht und in der 15 Kinder sind, haust nun in ihren Autos“, sagte Nosser in Sarpol Zahab gegenüber ILNA. „Wir haben kaum noch Treibstoff. Wir haben bisher weder Zelte noch Kerosin erhalten. Wir frieren erbärmlich in der Kälte. Es gibt keine Lebensmittel.“ Berichte auf YouTube zeigen, in welch grauenvollem Zustand diese Stadt ist.

Es gibt weiterhin keine Berichte von den vielen Dörfern und es wird immer mehr Kritik laut, dass das iranische Regime nicht akkurat gehandelt hat.

Heshmat Alavi, ein politischer Menschenrechtsaktivist, der sich auf den Iran und den Mittleren Osten fokussiert hat, schrieb in einem Artikel auf Forbes:“ Die Reaktion des herrschenden Regimes ist nach jedem Erdbeben völlig anders, als bei allen anderen Ländern, die unter Erdbeben leiden. Die Medien werden zensiert, es gibt erheblichste Verzögerungen bei Hilfslieferungen, selbst bei minimalsten Gütern und man ist vor allem nur darum bemüht, eine Sicherheitsatmosphäre zu schaffen, damit es keine Unruhen gibt. Das ist die Art und Weise, wie Teheran auf Naturkatastrophen reagiert.“

Andere Berichte zeigen, dass der Gouverneur der iranischen Grenzstadt Ghasr Shireen sich darüber beklagt, dass es keine Zelte für die Opfer des Erdbebens gibt. „Das Wetter ist nicht gut und die Menschen müssen in Zelten untergebracht werden, weil es immer noch Nachbeben gibt. Ich habe keine Ahnung, warum es bisher überhaupt keine Anzeichen einer Präsenz des Roten Halbmondes (Hilfsorganisation) gibt.“, sagte Akbar Akbari.

Weitere Berichte sprechen davon, dass 90% der Häuser des Dorfes Thalath Baba Jani in einem Maße von 50 – 100% zerstört sind. Es gibt 161 Dörfer in der Region und 70% der Dörfer sind zerstört, ergänzte Akbari

Die Krankenhäuser im Westen des Iran sagten, dass sie nicht in der Lage sind, die gewaltige Zahl von Opfern zu versorgen, zudem gibt es einen Engpaß an Krankenwagen.

Antonio Guterres, der Generalsekretär der UN, drückte seine tiefe Trauer aus und rief zu dringenden Aktionen auf, um den Opfern des Erdbebens zu helfen.

Maryam Rajavi, die Anführerin der iranischen Opposition, sendete ihr Beileid an ihre Landsleute und bat die örtlichen Jugendlichen, „den von Erdbeben gebeutelten Menschen zu helfen und diejenigen zu befreien, die unter den Trümmern liegen.“

In der iranischen Hauptstadt Teheran leben 15 Millionen Menschen. Auch hier drohen Erdbeben. Laut des Leiters der Organisation für Krisenmanagement ist die Stadt „nur zu 10% auf eine mögliches Erdbeben vorbereitet“. Er ergänzte, dass 80% des Landes in der Gefahr von Naturkatastrophen stehen.

Das Erdbeben vom Sonntag hat in der Region einen weiteren gefährlichen Aspekt in Bezug auf das umstrittene iranischen Atomprogramm bekommen, denn auch Kernkraftwerke und militärische Anlagen können bei Erdbeben verheerende Schäden von sich tragen.