Saturday, November 26, 2022
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Italienischer Energiegigant lehnt vermutetes iranisches Öl ab

Die iranische Ölfirma Eni SpA hat eine Lieferung mit vermuteten iranischen Rohöl abgelehnt. Die Energiefirmen versuchen, mit den steigenden technischen Möglichkeiten umzugehen, welche das iranische Regime nutzt, um ihre Ladung zu verschleiern und die US Sanktionen zu umgehen, berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag.

Die Ladung sollte an die Miazzo Raffinerie in Sizilien geliefert werden. Sie fuhr unter liberianischer Flagge und hatte den Namen „Weißer Mond“. Das Schiff konnte gestern dabei verfolgt werden, wie es die Küste von Sizilien verließ. 

Ein Sprecher von An Eni sagte, dass sich die Angaben nicht mit denen aus dem Vertrag mit der nigerianischen Oando PLC für irakisches Öl gedeckt haben und es eher auf iranisches Rohöl hinweist.

Alessandro Des Dorides, der frühere Vorsitzende von An Eni im Bereich Ölhandel, der sich den Vertrag der Lieferung ansah, wurde vor drei Wochen entlassen. Eni sagt, dass dies nichts mit der Angelegenheit zu tun hat.

Bei einer Anhörung im italienischen Senat musste Eni Fragen über die Herkunft des Öls beantworten. Ein Sprecher sagte, dass das Unternehmen „nichts wusste und auch keine Beweise hatte, woher genau das Öl stammt, weil die ursprünglichen Dokumente eine andere Herkunft auswiesen.

Eni hat im Oktober den Kauf von iranischem Rohöl gestoppt.

Der Generalmanager für Unternehmensentwicklung von Oando, Effanga Effanga, sagte dazu, dass Oando die Lieferung abgelehnt und zurück an den Anbieter geschickt habe. Diese habe den Namen des Auftragsgebers verweigert und angedeutet, dass das Öl wegen seines Schwefelgehaltes „off – spec“ sei.

Die USA haben die Sanktionen gegen iranische Ölexporte im Mai verschärft, nachdem die Ausnahmegenehmigungen für acht Länder ausliefen. Dieser Vorfall zeigt jedoch, wie schwer es für die Energieunternehmen ist, die US Richtlinien zu erfüllen und wie bei den Schiffslieferungen manipuliert werden kann.

Das iranische Regime hatte bereits vor dem Atomdeal von 2015 Sanktionen im Bereich des Ölverkaufs. Auch dort wurden sie schon beschuldigt, die Herkunft des Öls zu verschleiern und die Geräte zur Verfolgung der Schiffe auszuschalten.

Im März hatte das US Finanzministerium den Unternehmen Ratschläge gegeben, wie man mögliches suspektes Verhalten zur Umgehung der Sanktionen in den Schiffslieferungen ausfindig macht. Dazu zählten unter anderen, dass die Ladung auf See umgeladen werden oder dass das Tracking System des Schiffs in suspekten Regionen ausgeschaltet wird.  

Im Fall der Lieferung von „Weißer Mond“ ist zumindest ein Teil des Öls über einen von Schiff zu Schiff Transfer über das Schiff „Neuer Erfolg“, dass ebenfalls unter liberianischer Flagge fuhr, Anfang Mai erfolgt. Die Tracking Daten des Schiffs zeigen, dass es die meiste Ladung am 6. Mai auf die „Weißer Mond“ übertrug, die neben ihr lag. Davon hatte die „Neuer Erfolg“ ihre Ladung von einem Schiff zu Schiff Transfer von dem Schiff „Abgrund“ erhalten, welches unter vietnamesischer Flagge fuhr.