Thursday, December 1, 2022
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Khamenei vergießt Krokodilstränen für Krankenschwestern, weigert sich aber, sein Finanzimperium zu nutzen, um ihnen zu helfen


Der Oberste Führer des iranischen Regimes Ali Khamenei, der eines der größten Finanzimperien der Welt beaufsichtigt, vergoss am Samstag Krokodilstränen für Krankenschwestern, weigerte sich aber, deren Probleme anzugehen und deren Lösung anzuordnen.
Er äußerte: „Krankenschwestern sind die Engel über den Patienten“. Als höchste Autorität in einem Regime, das das Virus absichtlich vertuscht hat, hatte Khamenei nicht einen plötzlichen Herzenswandel in Bezug auf die Krankenschwestern und ihre Probleme. Er fürchtet etwas anderes.
Um dies besser zu verstehen, ist es nötig, die jammervolle Situation der iranischen Krankenschwestern in den Blick zu nehmen.
„Eine begrenzte Zahl von Krankenschwestern in den Hospitälern müssen sich um die hohe Zahl von Patienten kümmern. Das hat diese Krankenschwestern zu einem Zermürbungskrieg gezwungen. Bis jetzt wurden bei über 60 000 Krankenschwestern Covid-19 diagnostiziert und etwa 100 sind daran gestorben“, schrieb die staatliche Tageszeitung Hamdeli am Sonntag.
Die Amtsträger des Regimes haben die Ursache für diese Tragödie eingeräumt. „In diesen Jahren wurde nichts für die Krankenschwestern getan. Versprechungen von Hilfe blieben nur Wortgeklingel. Vor dem Ausbruch des Coronavirus gehörten wir zu den unterentwickelten Ländern bezüglich der Zahl der Krankenschwestern und während der Pandemie hat sich diese Knappheit des Personals bei den Krankenschwestern verstärkt“, meinte Mohammad Sharifi-Moghadam, Generalsekretär des Schwesternhauses des Iran, am 19. Dezember.
„Krankenschwestern stehen unter enormem Druck. Diese Leute haben nur wenige Rechte, sie werden nicht angemessen behandelt und ihre soziale Würde wird nicht respektiert. Diskriminierung ist im Gesundheitsministerium weit verbreitet, weil es in diesem Ministerium einen Interessenkonflikt gibt“, fügte er hinzu.
Die staatliche Tageszeitung Farhikhtegan veröffentlichte am 17. Dezember ein Interview, das einige Aspekte des harten Lebens iranischer Krankenschwestern zeigte.
„Unsere Probleme sind nicht auf ein oder zwei beschränkt? Wissen die Amtsinhaber, was mit den Krankenschwestern passiert? Unser Problem ist die Diskriminierung. Unser Problem ist ein Lebensunterhalt, den wir mit diesen 2 oder 3 Millionen Toman an Gehältern nicht bestreiten können. Unser Problem ist ein Mangel an Job Sicherheit. Wir haben andere Probleme, aber wer hört uns zu?“ fragte die Krankenschwester.
Der wachsende Zorn der Gemeinschaft der Krankenschwestern auf das Regime hat das Regime in Schrecken versetzt. Khamenei weiß, dass die Krankenschwestern emotional eng mit den Covid 19 Patienten verbunden sind, die unter dem Missmanagement des Regimes leiden und dass deshalb ihr Hass auf das Regime die Unruhe in der der Gesellschaft vermehren wird.
Aus diesem Grund eilte Khamenei auf die Szene in einem verzweifelten Versuch, die Situation unter Kontrolle zu behalten.
Wenn Khamenei die geringste Absicht hätte, den Krankenschwestern zu helfen, hätte er sein finanzielles Imperium benutzen können, um ihre Probleme zu lösen.
Laut einem investigativen Report von Reuters von 2013 wird Khameneis Reichtum auf über 95 Milliarden Dollar geschätzt.
Behzad Nabavi, ein Minister in mehreren Regierungen, erklärte am 21. September 2019 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Alef: „In unserem Land gibt es vier Institutionen, die 60 Prozent des nationalen Reichtums kontrollieren. Dazu gehören das Hauptquartier für die Ausführung der Direktiven des Imam (Setad Ejraie Farman Imam), die Basis Khatan-ol-Anbiay, Astan-e Quds und die Stiftung der Bedrängten und Behinderten. Keine dieser Institutionen steht in Verbindung mit Regierung oder Parlament“.
Laut einem exklusiven Report des Iranischen Widerstands „genießt“ Astan-e Quds Razavi, die unter der Aufsicht von Khamenei steht, „Steuerbefreiung; in ihrem Besitz stehen 50 große Unternehmen und 43 Prozent der Grundstücke in Maschad, der Stadt mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl im Iran. Mit anderen Worten: AQR besitzt alleine in Maschad 13 000 Morgen Land“.
„Diese Organisation hat volle Unabhängigkeit bei der Ausbeutung von Erdöl, die sie kontrolliert. Sie hat exklusive Ölpapiere und Profite aus den Im- und Exporten daraus. Astan-e Quds Razavi besitzt auch einen Teil der Eisenbahnlinien und Industrien wie Mobarakeh Stahl und einen großen Anteil an den Gruben und Ressourcen des Landes. Das ist nur ein Teil ihrer gesamten Besitzungen“, fügt der Bericht hinzu.
Im ersten Monat der Covid-19 Krise im Iran, reservierte Khamenei den Gegenwert von einer Milliarde Euro für das Gesundheitsministerium. Dennoch erklärte der Gesundheitsminister des Regimes Said Namaki im September: „Von der Milliarde Euro, die wir nach übereinstimmender Entscheidung aus dem Entwicklungsfonds abgezogen haben, habe ich seit Monaten nur einen kleinen Teil bekommen; ich weiß nicht, für welche wichtigere Arbeiten sie das Geld benutzen“.
In Wahrheit wird dieses Geld für die Finanzierung von Terrorismus im Ausland verwendet oder es verschwindet im schwarzen Loch der Korruption des Regimes.
Heshmatullah Falahatpisheh, ein früheres Mitglied des Parlaments des Regimes, äußerte am 20. Mai: „Ich bin nach Syrien gegangen, einige Leute meinten, ich hätte dort einige Ausgaben getätigt, ich wiederhole: Wir haben Syrien 20 bis 30 Milliarden $ zukommen lassen und das müssen wir zurückbekommen“. Falahatpisheh reiste im Dezember 2018 nach Syrien, als er Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Sicherheit und Außenpolitik war und traf sich mit Bashar al-Assad.
Khamenei versuchte, sich als Unterstützer der Krankenschwestern zu zeigen, aber das gelang ihm nicht. Er wird den Zorn der Gesellschaft nicht in Grenzen halten können. Wie Shahriyar Mandani-pour, einer der Wirtschaftsexperten des Regimes am Samstag aussagte: „Die Menschen haben die Nase voll von den Unterschlagungen, der Arbeitslosigkeit, der ungezügelten Inflation, dem schändlichen Handeln der Kinder der Autoritäten, der Armut, der massiven sozialen Kluft und der allmählichen Bereinigung der Mittelschicht“.
Khameneis öffentliches Auftreten und Vergießen von Krokodilstränen für die Krankenschwestern zeigt den Horror, den er vor dem Hass der Krankenschwestern und der Eruption des sozialen Zorns hat. Eine kritische Situation, die laut der staatlichen Hamdeli „jederzeit in die Rebellion der Armee hungernder Menschen münden kann, die durch jeden Schritt ausgelöst werden kann“.