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Khamenei vergleicht die COVID-19 Krise mit dem Iran-Irak Krieg und nennt sie einen Segen


In seiner Rede zum Jahrestag des Iran-Irak-Krieges gab der Oberste Führer des iranischen Regimes erneut die verbrecherische Politik des Regimes zu, COVID-19 für die Kontrolle der Gesellschaft zu benutzen, indem er die Situation mit der Zeit des Krieges verglich und sagte, er sei ein Segen für das Regime gewesen.
„Der Krieg ist natürlich ein schreckliches und gewaltsames Phänomen. Aber dieses gewaltsame und schreckliche Phänomen, das acht Jahre lang dauerte, hatte für uns Segnungen, wie ich sie vorher aufgezählt habe, und es ist noch mehr darüber zu sagen. Mit anderen Worten: wir haben etwas Gutes und Frische dadurch erreicht“.

Khamenei verglich die derzeitige Situation im Iran mit der Zeit des Krieges und bestätigte damit, dass er das tödliche Coronavirus benutzen will, um die unruhige iranische Gesellschaft stillzustellen, ganz wie sein Vorgänger Ruhollah Khomeini.

Der Iran-Irak-Krieg, den Khomeini um acht Jahre verlängerte, hatte den Tod von einer Million Iranern zum Ergebnis, Verletzungen für zwei Millionen und eine Umsiedlung auch von zwei Millionen im ganzen Iran. Als die irakische Regierung schon nach Monaten des Stillstands und der Zerstörung am 17. Juni 1982 eine Waffenruhe vorschlug, hat Khomeini das Angebot nicht akzeptiert. Khomeini begrüßte den Krieg als eine Wohltat und nannte ihn einen ‚göttlichen Segen‘, weil er ihn demagogisch benutzen konnte, um alle Opposition gegen sein Regime als irakische fünfte Kolonne zu geißeln.

Khamenei nannte im vergangenen April auch die COVID-19 Pandemie eine „Prüfung und Segen“ und erklärte: „Was das derzeitige Problem im Land anbetrifft – der Ausbruch des Coronavirus – nun, das ist eine Epidemie und eine Prüfung. Es hat schon größere Prüfungen gegeben, wir waren Zeugen von einigen davon in unserem Land. Dies ist nichts Ungewöhnliches. Solche Vorfälle passieren in Ländern, obwohl ich nicht versuchen will, das Problem zu verkleinern, aber wir sollten es auch nicht größer machen. Dies ist etwas, das passiert ist und es wird wieder vorübergehen. Dennoch wird es Erfahrungen geben aus dieser Prüfung, das Volk und die Aktivitäten von Organisationen könnten es in eine Gelegenheit verwandeln. Wenn wir diese Gelegenheiten ergreifen, wird es sich in einen Segen verwandeln und diese Bedrohung wird sich in eine Gelegenheit verwandeln“.


Ein iranischer Schüler im Iran-Irak Krieg

Das Bildungsministerium des Regimes gab am 5. Januar 1989 bekannt, dass es 440 000 Schüler an die Frontlinien und die Minenfelder geschickt habe. Ähnlich hielt das Regime 2020 die Eingangsexamen für Colleges im August ab und eröffnete wieder die Schulen trotz wiederholter Warnungen von Gesundheitsexperten, dass dies die Zahl der COVID-19 Infektionen erhöhen könnte und ebenso die Zahl der Todesfälle unter Schülern bzw. Studenten.
Weil das Regime unfähig war, das freigesetzte Potential nach der Revolution von 1979 zu nutzen, und weil es fürchtete, dass dieses Potential am Ende zu seinem Sturz führen würde, begrüßte es den Iran-Irak Krieg und verlängerte ihn.

Khomeini gelang es, jede Stimme von Dissens oder legitimen Forderungen aus der Bevölkerung zu unterdrücken unter dem Vorwand, dass man sich mit einem auswärtigen Feind im Krieg befinde.

Jetzt, in Angst vor einer unruhigen Gesellschaft, die zweimal die Fundamente erzittern ließ bei den großen Protesten im Iran 2018 und 2019, versuchten und versuchen Khamenei und sein Regime COVID-19 zu benutzen, um die Gesellschaft unter Kontrolle zu bringen.

Die anfängliche Vertuschung der Existenz des Virus im Iran, ihr darauffolgendes Herunterspielen der Situation und die Untätigkeit sind Zeugnisse dafür, wie die Mullahs eine Politik der Benutzung der Todesfälle durch COVID-19 betreiben, um einen weiteren Aufstand zu verhindern.

Dazu schrieb die staatliche Tageszeitung Montaghel am 13. Juli: „Es war jetzt ein Retter nötig, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung von den Vorfällen im November und Januar abzulenken. Es kam das neuartige Coronavirus. Die Regierung benutzte die Furcht der Leute vor diesem unsichtbaren Feind, um den Drachen in ihr freizulassen. COVID-19 war lange vor seiner öffentlichen Bekanntmachung gekommen oder war in den Iran gebracht worden. Aber um Trump zu trotzen, hielten sie Veranstaltungen ab zur Feier des 41. Jahrestages der Revolution von 1979. Und um die mit der genehmigenden Aufsicht Unzufriedenen abzuwehren, wurden die Parlamentswahlen abgehalten. Dann sagten sie: wir haben gerade die Existenz des Virus herausgefunden, also Leute, achtet selbst auf euch. So ließen sie [die Behörden] hungrige und niedergeschlagene Menschen allein im Raum mit einem Löwen und warteten, dass die Arbeit getan wurde. Inzwischen wurden ohne Rücksicht auf die in den Himmel schießenden Preise einige Gerichtsverhandlungen abgehalten, als ob sie sich in einer normalen Situation befänden; jede Verhandlung machte viel Aufhebens und ließ die Wälder des Landes abbrennen und verhängte Todesurteile für die beim Vorfall vom November Inhaftierten“.

Khameneis umstrittene Äußerungen zum COVID-19-Ausbruch und die Folgen
Nach der erzwungenen Rückkehr der Menschen zur Arbeit und dem Abhalten von Eingangsexamen zum College erklärte Khamenei am Montag: „Wir sollten das Coronavirus nicht unterschätzen. Ist der Sachverhalt, dass 150 Landsleute täglich sterben ein geringfügiges Problem? Stellen Sie sich vor, alle zwei Tage stürzen zwei Passagierflugzeuge ab und alle 300 Passagiere sterben. Ist das eine geringfügige Sache?“

Das sagte er, obwohl er vorher gesagt hatte, dass die Menschen die Coronavirus-Krise nicht „größer machen“ sollten. Davon abgesehen muss Khamenei als Irans höchste Autorität, der über ein finanzielles Imperium verfügt, diese Frage beantworten: Warum hat er die Menschen zurück zur Arbeit gezwungen? Und warum hat er den Menschen nicht geholfen und seine riesigen Finanzinstitutionen wie Astan-e Quds Razavi dafür benutzt?

Khamenei und sein Regime haben ihre Absicht unter Beweis gestellt, COVID-19 als ein Werkzeug zu benutzen, um das iranische Volk zu unterdrücken. Aber die weiter bestehenden Proteste im ganzen Iran und die Aktivitäten des Widerstands zeigen, dass die Strategie des Regimes, die Massensterblichkeit durch das Coronavirus für die Kontrolle der Gesellschaft zu benutzen, fehlgeschlagen ist.

Dazu schrieb die staatliche Tageszeitung Montaghel: „Diese Nation wird nicht vergessen, wie sie in diesen bitteren Tagen allein gelassen wurde. Das wird sich auf die demnächst anstehenden Vorfälle auswirken. Die Regierung hat das Coronavirus nicht eingedämmt und kontrolliert, um den Zorn der trotzenden Menschen nennenswert unter Kontrolle zu bringen. Aber ich wünschte, dass das Leiden und die Krankheit der Menschen nicht als Heilmittel für Nachlässigkeit benutzt würden und als ein Mittel zur Rache für die Ereignisse im November und Dezember. Denn bald werden die Menschen sich an ihren Esstisch begeben und ihre Verzweiflung über einen leeren Tisch wird sie auf die geschäftigen Straßen zum Protest führen“.