Wednesday, December 7, 2022
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Krise der Luftverschmutzung im Iran

Das Maß der Luftverschmutzung hat in verschiedenen Städten im ganzen Iran einen kritischen Wert überschritten. Während die Menschen noch mit der Covid-19 Krise zu tun haben, stehen sie jetzt vor einem weiteren großen Problem.

Am Donnerstag hat die Luftverschmutzung in 11 Städten des Iran, nämlich in Teheran, Isfahan, Ahwaz, Zanjan, Karadsch, Maschad, Täbriz, Urmia, Arak, Qazvin und Ghom ein kritisches Maß erreicht. In manchen Bezirken Teherans stieg der Index der Luftverschmutzung auf über 200.

Ein Blick in die staatlichen Medien des Iran macht deutlich, warum der Index der Luftverschmutzung diesen kritischen Punkt erreicht hat.

„Abbas Shahsoni, der Chef der Abteilung für Gesunde Luft und Klimawandel im Gesundheitsministerium warnte, dass die Wetter Bedingungen in Teheran und anderen großstädtischen Gebieten sich wegen der Stabilität der Wetterlage und dem Gebrauch von Masut [verunreinigter Rückstand im Erdöl] in Kraftwerken verschlimmern“, schrieb die Tageszeitung Arman am Sonntag.

Die Tageszeitung Arman: „Mohammad Mirzan Mehdi, der Chef des Nationalen Zentrums für Luft und Klimawandel der Organisation für Umweltschutz, bestätigte, dass der Gebrauch von „Masut anstelle von Gas in Kraftwerken und Fabriken einer der Hauptgründe für die Verstärkung der Luftverschmutzung in Teheran und in den großstädtischen Gebieten ist““.

Laut dem Chef des Zentrums zur Erforschung der Luftverschmutzung in der Teheraner Medizinischen Universität „zeigen Studien, dass in jedem Jahr etwa 40 000 Menschen im Land daran sterben, dass sie Partikeln innerhalb von weniger als 2,5 Mikrometern in der Luft ausgesetzt sind“.


Ähnlich ihrem Missmanagement des Coronavirus Ausbruchs machen die Behörden widersprüchliche Angaben, unternehmen aber nichts. Die staatlichen Tageszeitung Arman sagt einerseits: „Teherans Gouverneur [Chef der Provinz T.] unterstrich wiederholt, dass kein Kraftwerk und keine Industrie Masut benutzt“, setzt aber hinzu: „die Umweltorganisation bestätigte die Benutzung von Masut in einigen Industrien und Kraftwerken in der Hauptstadt“.

„Amtsinhaber haben eine Politik der Lügen betrieben und wir wissen alle, dass die Kraftwerke und Industrien im Land Masut verbrennen. Seit Jahren verbrennen unsere Kraftwerke und Industrien diesen Treibstoff. Es war üblich, dass wir fünf Millionen Liter Masut innerhalb des Iran benutzt und 15 Millionen Liter in die Vereinigten Arabischen Emirate und in andere Länder exportiert haben. Dennoch wird [angeblich] kein Öl exportiert und die Tanks sind voll von Treibstoff-Öl“, räumt die Tageszeitung Arman die Täuschungsmanöver des Regimes ein.

Diese Fabriken und Kraftwerke sind verknüpft mit den Revolutionsgarden (IRGC). Die Industrien, die Masut benutzen, sind Stahlbetriebe, petrochemische Werke, Raffinerien usw., die ausschließlich unter der Kontrolle des IRGC stehen.

Nach einem Bericht über die Benutzung von Masut in Fabriken im Jahr 2017 sind soziale Proteste eskaliert und es gab eine verbreitete Forderung nach „sauberer Luft”. Das Regime gab sich besorgt und verabschiedete ein Gesetz zum Verbot der Benutzung von Masut und der Anordnung, dass die Fabriken stattdessen Gas benutzten. Das Regime hat auch einen Budgetposten dafür reserviert.

Luftverschmutzung in der Hauptstadt Teheran

Dennoch hat das Regime die Gesetzgebung für „saubere Luft“ niemals umgesetzt.
„Die Frage ist, warum das Gesetz über saubere Luft, das verabschiedet und öffentlich bekannt gemacht wurde, nicht umgesetzt wurde, womit der Tod von mehr als 40 000 Iranern jährlich wegen Luftverschmutzung hätte verhindert werden können. In der jetzigen Situation, wo wir es mit Covid-19 zu tun haben, könnte die Luftverschmutzung die Ausbreitung der Krankheit um 10 bis 15 % erhöhen, deshalb sollten die Behörden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Luftverschmutzung zu verringern“, schrieb die staatliche Setareh-Sobh am Sonntag.

Das Regime benutzt weiter Masut, obwohl die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) [UNO Behörde mit Sitz in London] Masut für Schiffe in internationalen Gewässern mit einem Bann belegt hat.

Außer durch den Covid-19 Ausbruch und das zunehmende Maß an Luftverschmutzung könnte die Situation sich auch durch die Aktivitäten der Sandfabriken ohne Filter verschlimmern. Sandkörner können unter diesen Umständen ein Desaster für die Umwelt und die Menschen hervorrufen.

„Die Luftverschmutzung ist ein Phänomen, das direkt mit dem Makro-Management auf allen Gebieten zusammenhängt. Das ist es, was diese Krise mit anderen Krisen im Land gemeinsam hat, aber der Mangel an Transparenz ist der [wesentliche] Grund für so ein Phänomen“, schrieb die staatliche Ebtekar am Montag.

Mit anderen Worten: die Untätigkeit des Regimes und sein Priorisieren wirtschaftlicher Interessen gegenüber der Bewahrung des Lebens der Menschen und seine inhumane Strategie der Benutzung von Naturkatastrophen für das Ruhigstellen einer unzufriedenen Gesellschaft haben zu den Krisen in der Bevölkerung beigetragen.

Jedes Zögern beim Umgang mit der kritischen Situation der Luftverschmutzung wird schwere Konsequenzen nach sich ziehen und der Gesundheit der Menschen und der Gesellschaft enorme Kosten auferlegen. Im Gegensatz dazu hat das Regime niemals nach einer Lösung für dieses Problem gesucht.

Die mit dem Regime verbundenen Fabriken setzen ihre Arbeit fort. Statt zu handeln, um eine weitere humanitäre Katastrophe zu verhindern, plündert das Regime nach wie vor das Volk aus für die Verfolgung seiner unheilvollen Ziele. Wie bei seinem Behandeln der Coronavirus Krise wird das Regime nicht tätig werden.

Die internationale Gemeinschaft sollte intervenieren und Druck auf das Regime ausüben, um seine Aktivitäten zu stoppen, die zur Krise der Luftverschmutzung im Iran beitragen und die in Verbindung mit der Covid-19 Krise schnell die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in die Höhe treiben könnten. Diese nähert sich der Marke von 200 000.