Wednesday, November 30, 2022
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Lügen des iranischen Regimes über die Auswirkungen des Coronavirus, nachdem es die Menschen bewusst in Gefahr gebracht hat.

Karte für den Coronavirus Ausbruch mit der Zahl der Todesfälle im Iran

Die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI, Mujahedin-e Khalq oder MEK)  hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass fast 16 000 Menschen ihr Leben durch das Coronavirus lassen mussten.

Seit das neuartige Coronavirus aus Flügen aus China zuerst den Iran erreicht hatte, haben Ärzte und Aktivisten wegen der Auswirkungen auf Iraner Alarm geschlagen. Nach anfänglichem Ableugnen verwandelte sich die Reaktion des Kleriker Regimes in eine schlauere Desinformationskampagne und zuletzt konzentrierte es sich darauf, westliche „Feinde“ zu Sündenböcken zu machen für ein zunehmend unleugbareres Desaster.

Laut den Behörden des Regimes hat die Gesamtzahl der Fälle von Covid-19 zu Beginn dieser Woche die 40 000 überschritten. Kaum einen Tag später wurde eingeräumt, dass 3000 davon tödlich verlaufen sind. Aber trotz der Registrierung einer täglichen Zunahme um tausende von Fällen und über 100 Toten, bleiben die Narrative des Regimes immer noch hinter der Beschreibung der elenden Situation durch iranische medizinische Experten und in den Berichten der MEK zurück.

Viele dieser Berichte haben die Trends mit Dutzenden von Toten täglich in einzelnen Krankenhäusern hervorgehoben. Anfang März stellte eine Krankenschwester ein Video ins Netz, das ihre Erlebnisse wiedergibt  nach einer Zahl von Toten, die an einem Tag die 100 überschritten hat. Aber die Behörden des Regimes beließen es nicht nur nicht dabei, ihre Beschreibung bei der Darstellung des eigenen Narrativs  zu übergehen; sie verhafteten sie, weil sie diesem widersprochen hatte. Und sie war bei weitem nicht die einzige Person, der das beschieden war. Andere Mitglieder des medizinischen Personals gaben gegenüber westlichen Journalisten an, dass sie glaubten, sie würden überwacht.

Im Februar stellte die Justiz des Regimes klar, dass „Gerüchtemacherei“ in Bezug auf das Coronavirus jemanden bis zu drei Jahren ins Gefängnis bringen könne und außerdem einer Bestrafung durch brutales Auspeitschen aussetzen werde. Vorfälle, die danach kamen, zeigten, dass die Behörden des Regimes keine Skrupel hatten, diese Drohungen wahrzumachen, auch wenn es Ärzte und Krankenschwestern traf, deren Dienste dringend benötigt wurden bei der Rettung des Lebens ihrer Landsleute.

Zugleich haben Regierungsbehörden, wie berichtet wird, medizinische Mittel gehortet und falsch zugeordnet, darunter auch Ausrüstungen für den persönlichen Schutz. Dadurch ist das Risiko von Krankheit und Tod bei den in medizinischen Berufen Tätigen gewachsen. Die MEK hat genau die Zahl der von Corona bedingten Todesfälle nachverfolgt und dies sowohl beim Krankenhauspersonal als auch bei den Menschen allgemein. Laut der Koalition der Aktivisten sind mehr als 100 Ärzte und Krankenschwestern bisher gestorben.

Es wäre schlimm genug, wenn das iranische Regime die Fakten verschleiern würde, um Panik zu vermeiden und die Inkompetenz seiner Reaktionen auf die Krise zu maskieren. Aber die Wirklichkeit ist noch schlimmer, weil es mehr als reine Inkompetenz war, das den Iran in diese Katastrophe geführt hat. Die Behörden des Regimes haben nicht einfach die Folgen der Pandemie  heruntergespielt, nachdem diese sich verfestigt hatte. Sie leugneten schlichtweg, dass es eine solche gebe, und ermutigten die Menschen sogar, krank zu werden, in vollem Bewusstsein dessen, dass sie sterben könnten.

Einige der letzten Aufdeckungen des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) und der MEK bestätigen das. In der vergangenen Woche veröffentlichte die Koalition Dokumente, die ein Aktivistennetz von der Nationalen Notstandsorganisation im Iran bekommen hat. Die Dokumente beschreiben Einweisungen eines halben Dutzend Menschen in ein Krankenhaus mit dem Verdacht auf eine Coronavirus Infektion. Obwohl diese offiziellen Regierungsdokumente vom 28. Januar datiert waren, geschah es erst am 19. Februar, dass Amtsträger des Regimes die ersten öffentlichen Erklärungen darüber abgaben, dass die Krankheit den Iran erreicht hatte.

Auch dann spielten die Erklärungen den Ernst der Situation noch dramatisch herunter. Als Vorläufer öffentlicher Narrative, die die US Sanktionen und ausländische Verschwörungen für die steigende Zahl der Todesfälle verantwortlich machten, sprechen die Erklärungen der Amtsträger vom Februar über Befürchtungen, dass das Coronavirus ein Produkt der westlichen Propaganda sei mit dem Ziel, die Iraner vor den Parlamentswahlen in dem Monat zu demoralisieren.

Einen Monat später benutzte der Präsident des Regimes Hassan Rohani dies als Begründung für ein Lob für seine Regierung. „Obwohl die Wahlen für den 21. Februar angesetzt waren, hätten wir warten und erst am 22. Februar bekanntgeben können“, erklärte er prahlerisch. „Aber das machten wir nicht und sprachen ehrlich zu den Menschen”. Die Dokumente der Nationalen Notstandsorganisation entlarven das als blanke Lügen. Aber auch die Äußerungen Rohanis gehen darüber hinweg, dass das Regime nichts unternahm, um zu Vorsichtmaßnahmen bei den Wählern zu ermutigen.

Stattdessen ging es ihm wie verschiedenen anderen Amtsträgern um die höchstmögliche Wahlbeteiligung. Zugleich versorgte sie das erste Getuschel über eine um sich greifende Epidemie mit einer Ausrede, falls die Beteiligung nicht erreicht wurde. Eine große Mehrheit der Iraner boykottierte die diesjährigen Parlamentswahlen als Zeichen der Opposition gegen die theokratische Diktatur. Aber von den wenigen Leute, die wählen gingen, wurden Tausende in den nächsten beiden Wochen krank und breiteten das Virus unter den übrigen Iranern aus.

Dasselbe kann gesagt werden über diejenigen, die die Feierlichkeiten für den Jahrestag der Regimegründung zuvor im gleichen Monat besuchten. Denn mehr als eine Woche vor der sorgfältig inszenierten Veranstaltung wussten die Behörden um ein tödliches Virus, das in der Bevölkerung grassierte. Dennoch blieb der Besuch der Veranstaltung verpflichtend für Angestellte der Regierung und das Regime tat alles, was in seiner Macht stand, um die Straßen mit falschen Symbolen seiner Legitimität zu füllen.

Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen als Folge der vorsätzlichen Vernachlässigung der öffentlichen Gesundheit durch das Regime gestorben sind. Dies steht wie alles andere in seinem Verhalten der letzten Zeit als Sinnbild dafür, wie viel mehr Sorge das Regime um die eigene Macht hat als um das Volk.