Thursday, December 1, 2022
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MARYAM RAJAVI: DIE BEWEGUNG DAFÜR, GERECHTIGKEIT FÜR DIE OPFER VON 1988 ZU ERLANGEN, IST TEIL DER NATIONALEN BEWEGUNG FÜR DIE FREIHEIT DES IRAN

NWRI – Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Iranischen Widerstands, hat am Mittwoch eine Videobotschaft an eine Ausstellung gesandt, die im Rathaus des 2. Arrondissements an den 28. Jahresgedenktag an das Massaker an 30.000 politischen Gefangenen im Iran erinnert.

Hier der Text der Ausführungen von Frau Rajavi:
Es ist an der Zeit, dass die UNO eine Resolution verabschiedet, in der dieses Verbrechen verurteilt wird. Die internationale Gemeinschaft muss die im Iran herrschenden Mullahs vor Gericht stellen.
Herr Bürgermeister,
meine Damen und Herren im Rat der Stadt,
liebe Freunde,

zu Beginn möchte ich den Jahrestag der Befreiung von Paris ehren und die Helden würdigen, die ihr Leben für die Freiheit geopfert und ein Vorbild für Ausdauer gegeben haben. Sie haben gezeigt, dass wir den Feind besiegen können und dass wir das tun müssen. Es war nicht die Militärmacht, sondern die Macht des Glaubens an menschliche Werte, die Paris befreit hat. Dieser Glaube wird auch die Kraft sein, die mein Land befreit, das in den Ketten einer religiösen Diktatur liegt.
In diesen Tagen gedenken wir des Jahrestages des Massakers an 30.000 politischen Gefangenen im Iran, ein abscheulicher Genozid, der von der religiösen Diktatur der Mullahs begangen worden ist.
Im Sommer 1988 hat Khomeini ein Dekret erlassen zum Massaker an Gefangenen, die mit der Organisation der Volksmudschahedin des Iran in Verbindung standen, in dem er geschrieben hat: „Jeder, der – in den Gefängnissen im ganzen Land – weiterhin an seiner Haltung der Heuchelei festhält, wird als Feind Gottes betrachtet und ist mit dem Tode zu bestrafen“.
Als Khomeinis Chef der Justiz ihn fragte, ob das Dekret auch auf Gefangene anzuwenden sei, die schon zu einer ganz bestimmten Gefängnisstrafe verurteilt worden sind, hat Khomeini geantwortet: „Wenn jemand zu irgendeinem Zeitpunkt an der Heuchelei festhält, so ist er zum Tode zu verurteilen. Vernichtet die Feinde des Islam, sofort!“
Achtundzwanzig Jahre nach dem Massaker wurde in diesem Monat eine Tonbandaufzeichnung veröffentlicht über ein Treffen zwischen Montazeri, Khomeinis amtierendem Nachfolger, und den für das Massaker verantwortlichen Regimevertretern. Dieses Treffen fand statt, während das Blutvergießen in vollem Gange war.
Die für das Massaker Verantwortlichen sagten bei diesem Treffen aus, dass sie jedes einzelne Mitglied der PMOI gefragt hätten, ob sie die Ideen der PMOI für richtig hielten. Alle, die das bejahten, wurden hingerichtet. Die Regimevertreter haben auch im Einzelnen ihre Pläne dargestellt,  wie sie das Massaker fortführen wollten.
Bei diesem Treffen äußerte Montazeri: „Das iranische Volk wird von velayat-e faqih abgeschreckt“ und „sie werden später sagen, dass Khomeini eine blutrünstige und brutale Figur gewesen ist“. Er fügte hinzu, dies sei „das größte Verbrechen, das in der Geschichte der Islamischen Republik begangen worden ist“.
Montazeri machte bei diesem Treffen bekannt, dass Khomeini diese Entscheidung etwa drei oder vier Jahre vor der tatsächlichen Ausführung des  Massakers geplant hatte. Es sollten „alle Mitglieder der Mudschahedin, auch die, die deren Zeitung, die ihr Magazin und die ihre Erklärungen gelesen haben“ hingerichtet werden.
Es geht aus dieser Tonbandaufnahme hervor, dass zu den Getöteten 15-jährige Mädchen und schwangere Frauen gehörten. Wegen dieses Protests war es, dass Montazeri seine Position verloren hat und für den Rest seines Lebens unter Hausarrest gestellt worden ist.
 
Es mag Sie überraschen, zu erfahren, dass einer der wichtigsten Regimevertreter, die für das Massaker verantwortlich sind, nämlich Mostafa Pour-Mohammadi, heute Justizminister in Rohanis Kabinett ist.
Die westlichen Regierungen haben bislang zu diesem großen Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschwiegen. Es ist jetzt die Zeit gekommen, dass die UNO eine Resolution erlässt, in der dieses Verbrechen verurteilt wird. Die internationale Gemeinschaft muss die Mullahs, die im Iran herrschen, vor Gericht stellen.
Wir haben eine Bewegung organisiert, sowohl im Iran als auch international, um Gerechtigkeit zu erlangen. Die Forderung nach einem solchen Gerichtsverfahren ist Teil einer nationalen Bewegung für die Freiheit des Iran. Die Angehörigen der Märtyrer und diese Bewegung fordern, dass die Namen  der Opfer, die Lage ihrer Gräber und die Namen der Täter bei diesem Verbrechen veröffentlicht werden.
Ich fordere Sie und alle Anwälte der Menschenrechte auf, sich dem iranischen Volk bei seinem Streben nach Gerechtigkeit anzuschließen.
Ich danke Ihnen allen sehr.