Tuesday, February 7, 2023
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Maryam Rajavi: Im Iran können die Menschenrechte und Freiheit durch Kampf und Erhebung errungen werden

Die Union iranischer Vereine in Europa veranstaltete am Dienstag, den 8. Dezember 2015 – zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Menschenrechte – in Paris eine Konferenz.

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates des Iran, der frühere US-Senator und Kandidat der Demokratischen Partei für das Amt des Vizepräsidenten,

Joseph Lieberman, und Professor Alejo Vidal Quadras, der ehemalige Vizepräsident des Europäischen Parlaments, sprachen während der Veranstaltung.

Es folgt der Text der Rede von Frau Maryam Rajavi:

Lieber Senator Lieberman,

lieber Herr Vidal Quadras,

liebe Freunde,

Ich heiße Sie alle willkommen. Ich möchte gemeinsam mit den Mitgliedern der PMOI in Camp Liberty und unseren Landsleuten im Iran unsere Achtung vor Senator Lieberman zum Ausdruck bringen.

Seine Anwesenheit steht für die Freundschaft zwischen dem amerikanischen und dem iranischen Volk und für eine große Reihe von ranghohen Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten, die für eine korrekte Iran-Politik eintreten – eine, die frei ist von dem Hang, die religiöse Diktatur zu beschwichtigen. Auch steht er für die Freundschaft und den Respekt zwischen den Gläubigen aller Religionen.

Wir grüßen ihn.

Ferner möchte ich die Vertreter der iranischen Gemeinschaften in Europa willkommen heißen.

Diesen Gemeinschaften gehören Fachleute, Künstler, Geschäftsleute sowie all jene an, die die wahre Sehnsucht des iranischen Volkes nach Demokratie und Fortschritt repräsentieren.

Diese Konferenz am Vorabend des Internationalen Tages der Menschenrechte ist für unser Volk, das unter dem repressivsten Regime der Zeit zu leben hat, besonders bedeutsam. 

Wir ehren den Internationalen Tag der Menschenrechte dadurch, daß wir all jenen tapferen Männern und mutigen Frauen im Iran und überall in der Welt unseren Respekt zollen, die ihr Leben gegeben oder sich erhoben haben, um den unterdrückten Nationen die Menschenrechte und die demokratischen Freiheiten zu verschaffen.

Für das Volk des Iran erinnert dieser Tag besonders an die 

120 000 Märtyrer der PMOI und die anderen Opfer, die der religiöse Faschismus hingerichtet hat, darunter 30 000 politische Gefangene, die im Jahre 1988 hingerichtet wurden, sowie all die politischen Gefangenen, die in den zurückliegenden Jahren hingerichtet wurden, ebenso aber auch die in den Lagern Ashraf und Liberty Erschlagenen, besonders die 24 Freiheitskämpfer, die im vorigen Monat bei einer auf Geheiß des iranischen Regimes unternommenen Raketenattacke das Leben verloren haben.

Ja, dieser Tag erinnert daran, daß die Menschenrechte des Volkes im Iran mit Füßen getreten werden.

Er erinnert daran, daß das iranische Volk heute nicht das Recht hat, in Freiheit zu leben, und keinen Schutz vor willkürlicher Verhaftung, Folter und Mißhandlung. 

Er erinnert uns daran, daß sie jegliches Wohlergehen und jeglicher Sicherheit entbehren, daß sie ihre Kleidung nicht frei bestimmen können, daß ihnen das Recht der Freiheit der Religion und des Gewissens vorenthalten wird, ebenso das Recht der Versammlungsfreiheit und das Recht auf freie Wahlen, mit denen sie die repräsentative Demokratie errichten könnten, die sie verdienen.

Daher erinnert der Internationale Tag der Menschenrechte daran, daß die iranische Nation mit Recht als „letzte Zuflucht des Aufstandes gegen Tyrannei und Unterdrückung“ geehrt wird – zum Sturz der religiösen Diktatur, die den Iran beherrscht, die durch eine auf Freiheit, Demokratie und Gleichheit basierende Demokratie ersetzt werden soll.

Aufrichtig grüße ich meine Landsleute, die sich in diesen Tagen vor dem Evin-Gefängnis und anderen Regierungszentren versammelt haben, um gegen die Verhaftungen, Hinrichtungen und den auf die politischen Gefangenen zunehmend ausgeübten Druck zu protestieren.

Ja, wir müssen uns unsere Rechte verdienen.

Und wir müssen durch unseren eigenen Kampf und Aufstand unsere verratenen Freiheiten und Menschenrechte wiedergewinnen.

Unglücklicherweise haben die westlichen Regierungen aufgrund von illegitimen Erwägungen, besonders während der Nuklearverhandlungen und ihrem Übereinkommen mit dem repressiven Teheraner Regime, gegenüber den flagranten Menschenrechtsverletzungen im Iran, besonders den 2000 Hinrichtungen unter Rouhani, die Augen verschlossen.

Nach der Unterzeichnung des Abkommens entsandten sie eine nach der anderen große politische und wirtschaftliche Delegationen in den Iran, um nach Aufhebung der Sanktionen Anteile am iranischen Markt zu gewinnen.

Seitdem im Juli 2015 das Nuklearabkommen abgeschlossen wurde, hat das Regime im Iran eine große Anzahl von Häftlingen erhängt und in der Region das Kriegsschüren und Blutvergießen gesteigert.

Wir rufen die westlichen Regierungen auf, die Politik zu ändern, die schon so sehr zur Instabilität in der Region beigetragen hat, indem sie die Macht, die den Frieden und die Sicherheit der Welt am stärksten bedroht, stützte. Wir fordern sie auf, ihre Beziehungen zum iranischen Regime von dem Aufhören der Hinrichtungen und Folter und der Freilassung der politischen Gefangenen abhängig zu machen. 

Das geistliche Regime des Iran ist durch verschiedene Agenturen der Vereinten Nationen wegen seiner krassen Menschenrechtsverletzungen bereits 62mal verurteilt worden.

Außerdem sind das Regime und Khamenei selbst direkt verantwortlich für das in den letzten vier Jahren begangene Massaker an 300 000 Syrern und die Vertreibung von mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Auch sind sie direkt verantwortlich für den von den Milizen der Quds-Truppe begangenen Völkermord an den Sunniten im Irak.

Angesichts dieser Verbrechen ist es unerträglich, daß die Akte des iranischen Regimes dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen noch nicht vorgelegt wurde.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist dafür verantwortlich, daß die für eine Verfolgung der Leiter des iranischen Regimes, besonders Khameneis, durch ein internationales Gericht notwendigen Vorkehrungen getroffen werden; denn sie sind für diese Verbrechen verantwortlich.

Liebe Freunde,

In den letzten Tagen wurde die Welt von einem weiteren Terroranschlag in Kalifornien erschüttert.

Im Namen des iranischen Widerstands verurteile ich dies Verbrechen und spreche den Angehörigen der Opfer meine Anteilnahme aus.

Gleich dem Massaker des 13. November fand auch diese Schießerei unter dem Banner des Islam statt; dabei wird der Islam durch solche Barbarei schockiert. 

Die Mullahs des Iran haben im Jahre 1988 30 000 politische Gefangene im Namen des Islam massakriert.

Jene, die unbewaffnete Menschen in Konzerthallen und Gesundheitszentren massakrieren, folgen alle derselben Ideologie.

In Wahrheit sind alle Religionen dazu bestimmt, die Menschheit von jeglicher Repression zu befreien.

Wir alle sind Schwestern und Brüder. Wir alle sind Kinder Abrahams.

Was uns verbindet, ist nicht Haß, Tyrannei und Repression, sondern Freiheit, Mitgefühl und Einheit.

Wir erklären: Zwischen Schiiten und Sunniten, Muslimen und Christen, zwischen den Nationen des Orients und des Westens und ihren Kulturen gibt es keine Meinungsverschiedenheit.

Sie gibt es zwischen den herrschenden Diktaturen und den Völkern, die die Freiheit suchen.

Jeder, der ein Muslim zu sein beansprucht, muß gegen Bashar Assad und Khamenei aufstehen; er darf nicht unschuldige Menschen töten.

Ich muß wiederholen: Die Lösung dieses Paradoxons liegt in den Händen der in dieser Region lebenden Menschen. Sie müssen gegen den Extremismus kämpfen, besonders mit einer Alternative, die auf einem demokratischen, toleranten Islam beruht.

Ihr entschlossener Kampf wird den Diktaturen, die den Fundamentalismus erfunden und verbreitet haben, ein Ende machen.

Daher warnen wir jedermann vor den Anstrengungen des iranischen Regimes und seiner Verbündeten, die das Assad-Regime retten und die Folgen der verfehlten Strategie Teherans vertuschen wollen.

In den vergangenen Wochen haben die Regierungen der USA, Frankreichs und der Türkei offiziell bestätigt, daß das Regime von Bashar Assad von Daesh Öl kauft. 

Auf der anderen Seite besteht kein Zweifel, daß Assads Geldquellen beim iranischen Regime liegen.

Die Mullahs in Teheran finanzieren also durch Bashar Assad den von Daesh verübten Genozid.

Ja, Daesh hat die Gelegenheit ergriffen, mit Unterstützung durch Bashar Assad zu wachsen und sich auszubreiten; Daesh wird, solange Assad an der Macht ist, nicht zerstört werden.

Daraus ergibt sich für die westlichen Regierungen die Notwendigkeit, eine Politik anzunehmen, die das Verlangen des unschuldigen Volkes von Syrien nach einem raschen Sturz Bashar Assads unterstützt, die Freie Syrische Armee in ihrem Kamp gegen das Regime substantiell unterstützt und darauf besteht, daß die ausländischen Truppen, in Sonderheit das Corps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) aus Syrien und aus dem Irak vertrieben werden.

Ich danke Ihnen.