Thursday, December 8, 2022
StartNachrichtenWirtschaftMassiver Anstieg an Kinderarbeit im Iran

Massiver Anstieg an Kinderarbeit im Iran

Laut eines staatlichen Experten wohnt ¼ des iranischen Volkes im ländlichen Raum und dort ist ein massiver Anstieg an Kinderarbeit zu beobachten. Die Kinder arbeiten vor allem als Träger (Kolbars) oder als Straßenverkäufer (Vendors).

 

Laut Regierungsberichten gibt es fast 2 Millionen Kinder, die im Iran arbeiten müssen. Inoffizielle Berichte sprechen sogar von 7 Millionen Kindern. 

Laut eines Berichtes, den die staatliche Nachrichtenagentur ILNA am 13. Oktober 2018 veröffentlichte, spricht Hadi Shariati davon, dass Kinderarbeit ein „signifikantes Problem“ ist und er beschreibt, wie sich die Anzahl der arbeitenden Kinder rasant erhöht hat und dabei die Altersgrenzen immer weiter absinken.

Shariati erklärt:“ Die Wirtschaftskrise im Land sowie seine Bildungsprobleme haben große Auswirkungen auf die Lebensbedingungen vieler Familien und daher müssen auch immer mehr Kinder, sogar unterhalb des schulpflichtigen Alters, arbeiten und sie müssen dabei Müll sortieren, betteln oder Waren auf der Straße verkaufen.

Wirtschaftliche Gewalt

Neben der Warnung vor den „harten Bedingungen“ der iranischen Kinder und dem „harten Preis“, den „die Menschen zahlen müssen“ erklärt Shariati:“ Die systematische wirtschaftliche Gewalt in unserem Land trifft vor allen seine Kinder. Die Kinder sind die ersten Opfer dieser wirtschaftlichen Gewalt und sie sind gezwungen, Bildung gegen Arbeit einzutauschen, damit ihre Familie sie ernähren kann.“

Laut Shariati gibt es 3000 „Gebiete der Kinderarbeit“ im Iran, in denen rund 19 Millionen Iraner leben.

Das iranische Regime ist seit 1993 Teil der Konvention für Kinderrechte in der UN. Es ist eigentlich verpflichtet, gegen Kinderarbeit aktiv zu werden und seine Ursachen zu beheben.

Das Aufsammeln von Straßenkinder

Ein Versuch zur Bekämpfung der Kinderarmut wurde vor einem Jahr gestartet. Der Teheraner Stadtrat beschloß, dass man Straßenkinder aufsammelt und ihre Eltern mit Strafen belegt. Dies sorgte damals für eine Welle der Empörung.

Mehr als 300 Universitätsprofessoren, Wissenschaftler, Sozialarbeiter, Anwälte, Journalisten und Kinderrechtsaktivisten schrieben einen offenen Brief, in dem sie die Regierungsvertreter verurteilten. Sie warfen ihnen vor, die Opfer zu bestrafen, anstatt die Ursachen zu bekämpfen, die sie zu Opfern macht, nämlich die Armut selbst. Sie baten die Regierung, mehr für die „Verbesserung der Lebensbedingungen zu tun, vor allem für die Familien sowie mehr Arbeitsplätze zu schaffen und den Kindern eine bessere Bildung und Gesundheitsversorgung zu gewährleisten