Sunday, December 4, 2022
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Mehr als 2000 Insassen des Ghezel Hessar Gefängnissen gehen in den Hungerstreik

  • Protest wegen kollektiver Hinrichtungen und menschenunwürdigen Bedingungen
  • 100 protestierenden Gefangenen wurde mit Hinrichtung gedroht

Nachdem im Ghezel Hessar Gefängnis in Karaj mehr als 2000 Gefangene in den Hungerstreik getreten sind, drohten Agenten des Regimes 100 von ihnen, sie hinrichten zu lassen, wenn sie den Streik fortsetzen.

Am 3. Tag des Streiks wurde einer Reihe von Gefangenen die Hände und Füße zusammen gebunden und sie kamen in das Büro des Gefängnisbereichsleiters Hosseini. Dort wollte er die Gefangenen zwingen, ihren Hungerstreik zu beenden und drohte ihnen mit der Hinrichtung von 100 Gefangenen und der Verlegung von Hungerstreikenden in Einzelhaft. Die Insassen beugten sich seinen Drohungen nicht und setzten ihren Streik fort. Um die Gefangenen weiter unter Druck zu setzen, ließ die Gefängnisleitung alle Läden für die Gefangenen schließen.

Seit dem 21. Mai befinden sich die Gefangenen der Abteilungen 1, 2 und 3 in Zellentrakt 2 im Gehezel Hessar Gefängnis im Hungerstreik. Dort halten sich ca. 2000 Gefangene auf. Sie verweigern die Nahrung, weil es kollektive Hinrichtungen gab und die Bedingungen im Gefängnis menschenunwürdig sind. Auch die Ernennung von Moradi als Chef des Gefängnisses wird von den Gefangenen abgelehnt. Moradi ließ bei einem Aufstand von Gefangenen im Mai 2011 einige Gefangene in seinem Zellentrakt erschießen, daraufhin eskalierte die Situation und viele weitere Gefangene wurden von Sondereinheiten erschossen.

Ghezel Hessar ist das größte Gefängnis im Iran und eines der größten Gefängnisse im Mittleren Osten. Es wird angenommen, dass sich im Gefängnis bis zu 22.000 Gefangene befinden. Im gesamten Zellentrakt 2 befinden sind alleine mindestens 6000 Gefangene, die meist wegen Drogenvergehen dort sitzen. Viele von ihnen sind zum Tode verurteilt worden. In Abteilung 4 des Traktes sitzen vorrangig afghanische Gefangene, von ihnen sind ebenfalls viele zum Tode verurteilt worden.

Ghezel Hessar ist im Grunde nichts anderes als ein Konzentrationslager. Den Gefangenen werden minimalste Bedingungen verwehrt, es gibt kaum sanitäre Anlagen und medizinische Dienste. Nicht einmal Schlafplätze sind vorhanden. Die Gefangenen schlafen daher oft in den Gängen, in Bädern, Toiletten oder auf den Treppen. In den Läden im Gefängnis werden verdorbene Güter zu unglaublich hohen Preisen angeboten und können von den meisten Gefangenen kaum erworben werden. Schmerzmittel und andere Rauschmittel werden von Häftlingsbanden, welche mit den Gefängniswärtern zusammen arbeiten, in einer Art Mafia – Stil verteilt. Wer gegen diese Vorgehensweisen protestiert, wird von den Banden unter gezieltem Wegsehen der Wärter ermordet.

Jede Woche lassen die Henker von Khamenei Gruppen von Gefangenen kollektiv und oft geheim hinrichten, Nachrichten über solche Hinrichtungen geraten fast nie nach draußen.

Die meisten Gefangenen sind durch die Politik der Mullahs in die Drogensucht geraten und werden dann selbst zu Opfern, während die Revolutionsgarden und das Geheimdienstministerium eifrig damit beschäftigt sind, Rauschmittel in das Land zu bringen. Mohsen Ejei, ein hochrangiger Vertreter des Regimes in der Justiz, gab 2010 zu:“ Einige Menschen, die mit Drogen gefunden wurden, sind keine großen Drogendealer. Die großen Dealer rekrutieren und benutzen diese Menschen, damit sie den Kopf hinhalten, während sie in Sicherheit sitzen und die kleinen Konsumenten und Dealer werden statt ihren verurteilt oder gar hingerichtet.“ (Staatliche Medien, 11.Oktober 2010).

Der iranische Widerstand ruft alle internationalen Gremien und Menschenrechtsorganisationen auf, ein Dossier über das inhumane Regime zu verfassen und es vor dem UN Sicherheitsrat debattieren zu lassen, damit die kriminellen Anführer vor internationale Tribunale gebracht werden können.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

23. Mai 2013