Sunday, July 21, 2024
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Neue Proteste im Iran wegen wirtschaftlicher Nöte und Regierungspolitik

Am 8. Juni, brachen in mehreren iranischen Städten, darunter Ilam, Zandschan, Sirdschan und Semnan, Proteste aus, als verschiedene Gruppen ihre Frustration über unerfüllte Forderungen, steigende Kosten und das zum Ausdruck brachten, was sie als grassierende Korruption und Ausbeutung durch das klerikale Regime empfinden.

In Ilam versammelte sich eine Gruppe von Bäckereibetrieben, um gegen wirtschaftliche Not und unerfüllte Versprechen zu protestieren. Ebenso demonstrierten Lkw-Fahrer in Sirdschan gegen das unzureichende Kraftstoffverteilungssystem. Ein Fahrer erklärte: „Aufgrund der Treibstoffknappheit können wir nur zwei bis drei Tage pro Woche arbeiten. Jeder LKW unterstützt mindestens zwei Familien. Was sollen wir unter diesen Bedingungen tun?“

Die Frage der Kraftstoffzuteilung bereitet den Fahrern große Sorgen. „Während ein normaler Pkw alle 15 Tage 43 Liter verbraucht, sind es bei einem Lkw fast 500 Liter, was für unseren Bedarf nicht ausreicht“, bemerkte ein anderer Autofahrer und verwies auf die Unterschiede bei der Kraftstoffverteilung.

In Zandschan protestierten Grundbesitzer aus dem Dorf Qavazang vor dem Büro des Gouverneurs. Ihre Beschwerden rühren von dem Versäumnis des Regimes her, sich mit ihren Landrechten und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten auseinanderzusetzen.

In Semnan protestierten Arbeiter der „Natriumcarbonat“-Fabrik im Industriegebiet Sorkheh und forderten Klarheit über ihre Arbeitsrechte und Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsproteste wurden dadurch ausgelöst, dass die Fabrikleitung früheren Forderungen, einschließlich der Bildung eines Betriebsrates und der Erhöhung der Löhne, nicht nachkam.

Ein Vertreter der Arbeitnehmer erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA: „Unsere Hauptforderungen sind die Einrichtung eines Arbeitsrates, eine Gehaltserhöhung mit Überstundenvergütung, Prämien und anderen Arbeitsvorteilen, die wir letzte Woche bei unserem Protest betont haben.“

Gleichzeitig forderte eine Arbeitsorganisation in Semnan nach einem Streik und Protest von informellen Ölarbeitern die vollständige Abschaffung von Vertragsunternehmen und die komplette Umsetzung der zweiten Phase des Jobklassifizierungsplans.

Diese Proteste sind die jüngsten in einer Reihe landesweiter Demonstrationen, welche die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage und der Behandlung verschiedener Probleme durch die Regierung widerspiegeln. Während die Unruhen zunehmen, steht das Regime unter zunehmendem Druck, sich um die Beschwerden seiner Bürger zu kümmern, andernfalls muss es mit den Folgen seiner Nachlässigkeit rechnen.