StartStoppt Hinrichtungen im Iran„Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ erreicht 50 Gefängnisse in Woche 83

„Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ erreicht 50 Gefängnisse in Woche 83

 

83. Woche der Kampagne “Nein zur Hinrichtung” am Dienstag

Die landesweite Kampagne „Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ startete am 26. August 2025 in die 83. Woche und markierte damit einen neuen Meilenstein: Häftlinge in 50 verschiedenen Einrichtungen im Iran traten in Hungerstreiks, um die Hinrichtungswelle des Regimes anzuprangern. Berichten zufolge hat sich nun auch das Gefängnis Dehdasht der Kampagne angeschlossen, was die Reichweite dieser wachsenden Bewegung in den Gefängnissen des Landes unterstreicht.

In ihrer jüngsten Erklärung warnte die Kampagne vor dem zunehmenden Einsatz von Hinrichtungen als Mittel der Unterdrückung durch das Regime. „Allein im Monat Mordad (Juli/August) wurden 166 Menschen gehängt; und in der vergangenen Woche wurden 31 unserer Mitbürger hingerichtet, darunter eine Frau “, heißt es in der Erklärung. Weiter heißt es, zwei Opfer in Kordkuy und Beyram (Kreis Larestan) seien öffentlich gehängt worden. Diese Aktionen seien Teil der Strategie des Regimes, „die Gesellschaft durch Demütigung und die Normalisierung von Gewalt zu terrorisieren“.

Neben dieser Eskalation verurteilte die Kampagne auch die Schändung von Abschnitt 41 des Teheraner Behesht Zahra-Friedhofs durch das Regime. Hier liegen Tausende politische Gefangene begraben, die in den 1980er Jahren hingerichtet wurden. Das Regime hat damit begonnen, das Gelände in einen Parkplatz umzuwandeln. Dieser Akt wird als „schändlicher Versuch, das kollektive Gedächtnis und die Beweise für Staatsverbrechen auszulöschen, aber auch als eklatante Beleidigung der Opfer und ihrer Familien“ beschrieben. Auch Amnesty International verurteilte diesen Schritt.

Die Kampagne wiederholte ihre zentrale Botschaft:

  • „Hinrichtung ist keine Lösung.“
  • „Die Hinrichtung ist eine eklatante Verletzung des Rechts auf Leben. “
  • „Hinrichtungen sind ein Mittel, um Angst zu verbreiten und die politische Unterdrückung zu zementieren.“

Die Kampagne rief internationale Organisationen, Menschenrechtsaktivisten und „jedes wachsame Gewissen“ zum Handeln auf und betonte, dass der Protest des iranischen Volkes gegen Hinrichtungen weltweit verstärkt werden müsse.

Die Hungerstreiks dieser Woche erstreckten sich auf 50 Gefängnisse, darunter Evin, Ghezel Hesar, Karaj Central, Groß-Teheran, Qarchak, Adelabad in Shiraz, Zahedan, Mashhad, Rasht, Tabriz, Urmia, Sanandaj und viele andere. Ihren Höhepunkt erreichte das Dehdasht-Gefängnis.

Die Kampagne „Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ ist zu einem einigenden Symbol des Widerstands gegen staatlich sanktionierte Tötungen im Iran geworden und dauert nun schon die 83. Woche in Folge an.