Wednesday, November 30, 2022
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PMOI, MEK, IRAN: Eine Botschaft des politischen Gefangenen Said Massouri

NWRI – Der iranische politische Gefangene, der in Irans Gohardasht Gefängnis in der Stadt Karaj nordwestlich von Teheran festgehalten wird wegen seiner Verbindungen zur hauptsächlichen iranischen Oppositionsgruppe,

der  Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI oder MEK) hat anlässlich des für den schiitischen Islam heiligen Ashuratages eine Botschaft geschickt. Zum Teil vergleicht er in dieser Botschaft das Appeasement des Westens gegenüber dem Regime der Mullahs im Iran mit dem Appeasement des damaligen französischen Premierminister Philippe Pétain gegenüber Nazideutschland:

Auszüge aus einer Botschaft des tapferen politischen Gefangenen Said Masouri – 24. Oktober 2015, Gohardasht Gefängnis, Karaj, Iran:

Der vielleicht berühmteste Fall eines Kompromisses mit einem Aggressor, der offensichtlich über Ruhm und Macht verfügte,  in der zeitgenössischen Weltgeschichte war das Abkommen von Marschall Philippe Pétain [von Frankreich] mit Adolf Hitler (weil es das ganz offenkundige Aushandeln von und das Frieden schließen über etwas war, das  nicht verhandelbar war…). Nicht  nur hat es kein Problem für ihn gelöst, sondern es machte ihn auch zum Anhängsel der dominanten und aggressiven Macht, obwohl er als Held des Ersten Weltkrieges betrachtet worden ist. Weil er es unterließ, Widerstand gegen den Aggressor zu leisten, geriet er auf die Seite von Hitler und das stellte ihn gegen sein eigenes Volk … und vielleicht sah er wie „Chamberlain“ Frieden und Ruhe in Appeasement und im Kompromiss. … Und ganz gewiss nannte er sich einen, der Frieden sucht und weiteres Blutvergießen vermeiden will. … Und er strebte international nach Gewaltlosigkeit und Frieden. …

Aber wir haben gesehen, zu welchem schrecklichen Massaker und Desaster das geführt hat! Vielleicht war dies kein gutes Beispiel, aber ich wollte einfach nur Zeugnis dafür ablegen, dass dann, wenn das Unrecht offensichtlich ist, wenn es keines Beweises und keines Belegs für die Aggression, das Unrecht und die Korruption bedarf (besonders wenn die Maschinerie von Aggression und Unterdrückung systematisch gearbeitet hat), sich die Frage stellt, über was dann zu verhandeln, wie dann zu beschwichtigen ist und Kompromisse zu schließen sind. Welche Beziehung haben das Miteinander schwatzen, das Kungeln und  Gruppenbilder der Unterdrückten mit den Unterdrückern zur Moral und zu dem, was man Moralphilosophie nennt? Geht davon irgendeine andere Botschaft aus, als die, dass die Opfer weiter geschwächt werden und dass man sie zu der Überzeugung bringt, dass  sie (im Rahmen der Vereinbarungen) ihrer Rechte beraubt werden? Und dass man dem eine legitime Form und eine gesetzliche Grundlage gibt?

Muss man sich in der jetzigen Situation in unserem Vaterland  [dem Iran], wo die Europäische Union, der Generalsekretär der Vereinten Nationen oder wer auch immer sonst nur ihre Besorgnis über „die hohe Zahl der Hinrichtungen“ äußern, nicht fragen, ob eine geringere Zahl wie etwa 1000 ok wäre? Diejenigen, die ein solches Abkommen geschlossen haben, haben sie damit nicht ihr Gewissen verkauft? Warum keine anderen Abkommen? Bei jeder Verhandlung müssen die verhandelnden Parteien sich bis zu einem gewissen Grad zurückziehen, um das Abkommen mit seinen Begrenzungen abschließen zu können?  Aber bei dieser Art von Konflikten sucht die eine Seite das Recht seines Volkes und die andere usurpiert die Rechte des Volkes und betrachtet sie als ihren Besitz!

Sind außerdem diese Verhandlungen und diese Art von Frieden schließen nicht eine Art von Ermutigung und Legitimierung der Unterdrückung und der Unterdrücker? Würde es nicht zu der Vorstellung verleiten, dass wenn ein Teil der usurpierten Rechte beansprucht werden können, warum dann nicht auch der Rest?

O Gott! Wenn du mir meine menschliche Würde und meine Werte wegnehmen willst, nimm als erstes mein Leben! (215) Weil ein menschliches Wesen ohne menschliche Werte gleichbedeutend ist mit der Zurückweisung von Menschlichkeit selbst und das Sprechen über Gerechtigkeit, Fortschritt und Vollendung …   bedeutungslos und ohne Nutzen ist!

Said Masouri, den 24. Oktober 2015 Gohardasht Gefängnis, Karaj