Friday, December 2, 2022
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Proteste im Iran gehen weiter und staatliche Medien waren “von einer immer dünner werdenden Geduld der Menschen”

Jeden Tag werden iranische Städte Zeuge von Protesten von ausgebeuteten Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die unerträglichen Lebensbedingungen ausgesetzt sind. Diese Proteste untergraben die Behauptungen des Regimes von „Wirtschaftsmanagement“, dessen Vertreter hohle Versprechungen abgeben, die angeschlagene Wirtschaft des Landes wiederzubeleben.

Laut Berichten der iranischen Opposition, der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK), sind in den letzten Tagen mehrere Proteste in verschiedenen iranischen Städten ausgebrochen.

Am Dienstag demonstrierten Mitarbeiter der Steuerverwaltung in einem Dutzend Städten vor den örtlichen Zweigstellen der nationalen Steuerverwaltung und protestierten gegen ihre niedrigen Löhne.

Am Dienstag protestierten Rentner und Pensionäre der Ölindustrie vor den örtlichen Zweigstellen der Renten-, Spar- und Sozialkassen für Ölarbeiter. Sie brachten ihre Empörung über ihre niedrige Rente zum Ausdruck, die im Widerspruch zu explodierenden Inflationsraten und Preisen steht.

Es ist erwähnenswert, dass iranische Rentner und Pensionäre im letzten Jahr landesweite Proteste abgehalten haben, bei denen sie die verheerende Politik, Korruption und Unfähigkeit des Regimes anprangerten, was zu mehr Inflation und explodierenden Preisen führte.

Am 11. April hielten Rentner und Pensionäre erneut ihre landesweiten Proteste ab. Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin der iranischen Opposition, begrüßte ihren Mut und ihre anhaltenden Proteste.

In einer ähnlichen Entwicklung hielten Rentner der iranischen Telekommunikationsgesellschaft am Dienstag eine zuvor angekündigte Demonstration vor dem Hauptquartier für die Ausführung des Befehls von Imam Chomeini (EIKO) ab. EIKO ist eines der größten Finanzinstitute des Iran und wird vom Obersten Führer des Regimes, Ali Khamenei, kontrolliert. EIKO und die Revolutionsgarden des Regimes (IRGC) dominieren die Telekommunikationsgesellschaft des Iran.

Die Rentner der Telekommunikationsgesellschaft skandierten: „Keine Nation hat so viel Ungerechtigkeit gesehen.“

Am Dienstag veranstalteten Zahnarzthelfer in Teheran und Shiraz eine Protestkundgebung, wo gleiche Bezahlung gefordert wurde.

Am Montag veranstalteten Bauern in Isfahan im Zentraliran eine Protestkundgebung, bei der sie ihre Bewässerungsrechte einforderten und Parolen gegen die falschen Versprechungen der Vertreter des Regimes sangen. Im November 2021 brachen in Isfahan Proteste aus, nachdem die Sicherheitskräfte des Regimes in den frühen Morgenstunden des 25. November die Sitzblockade der Bauern und ihr provisorisches Lager gestürmt und ihre Zelte niedergebrannt hatten. Die Demonstranten stießen bald mit Sicherheitskräften zusammen und forderten dabei lautstark einen Regimewechsel. Die Sicherheitskräfte setzten Schrotflinten ein und schossen den Demonstranten meist in die Augen, wodurch Dutzende Demonstranten erblindeten.

Am Montag veranstalteten Eltern von Schülern in Karaj bei Teheran und Kazeroun im Südwesten Irans Proteste und Kundgebungen gegen die Entscheidung des Regimes, den Präsenzunterricht inmitten der sich verschärfenden Covid-19 Krise im Land wieder aufzunehmen. Es ist erwähnenswert, dass aufgrund von Khameneis Verbot amerikanischer und britischer Impfstoffe und der Misswirtschaft des Regimes über eine halbe Million Iraner ihr Leben verloren haben, seit das Coronavirus das Land zum ersten Mal getroffen hat.

Am 11. April veranstalteten die Arbeiter der Kian Reifenfabrik eine Protestkundgebung in Teheran. Sie haben bereits wiederholt Protestaktionen abgehalten, um ihre verspäteten Gehälter, Sozialleistungen und andere Prämien einzufordern. Aber bisher haben sie keine ihrer Forderungen erfüllt.

Die anhaltenden Demonstrationen im ganzen Iran zeigen, wie unruhig die iranische Gesellschaft ist. Die zunehmende Protestwelle – trotz der Androhung eines harten Vorgehens der Regierung – spiegelt auch die zerbrechliche Macht des Regimes wieder, da die Menschen die Unterdrückungskräfte nicht mehr fürchten.

Die düsteren Aussichten der Wirtschaft des Landes treiben das Leben der Iraner in den Ruin. Die Inflation liegt bei etwa 50 % und die Preise für Konsumgüter schießen in die Höhe, was die Menschen daran hindert, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Aus Angst vor öffentlicher Wut über eine einbrechende Wirtschaft warnen Experten des Regimes und staatliche Medien vor einem weiteren landesweiten Aufstand. Die finanzielle Misere und die Sorgen der Menschen stehen für die Regimeführer und die Medien jedoch nicht an erster Stelle. Sie alle priorisieren ein anderes Ziel, die Aufrechterhaltung dieses ominösen Regimes.

„Die Geduld der Menschen schwindet, weil sie heute einen maximalen Druck im Bereich der Existenzsicherung aushalten müssen“, warnte am 13. April die staatliche Tageszeitung Etemad .„Die Bürde, welche die Menschen auf ihrem Rücken tragen und die in den letzten Jahren immer größer wurde, hat sie erschöpft und kleinste Problem könnten ihnen das Rückgrat brechen“, fügte die Zeitung hinzu.