Tuesday, December 6, 2022
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Rouhani trifft Pinocchio in der Welt von 1984


Von Ali Safavi

Bei seiner Rede am 22. September bei der UN Vollversammlung hat Hassan Rouhani, der Präsident der iranischen Theokratie, gezeigt, dass er in einem Wolkenkuckucksland lebt. Würde Pinocchio lügend durch Twighlight Zone ziehen, welches mit der Welt von Georg Orwells 1984 verschmolzen ist, dann wäre das Resultat immer noch weit ehrlicher und rationaler als die abstrusen Aussagen von Rouhani. Wenn man seinem Geschwafel vom Regime als „Achse der Stabilität und Frieden“ lauscht, dann muss man sich zwangsläufig fragen, ob die Vertreter in Teheran nun komplett jeglichen Realitätssinn verloren haben, was aber auch irgendwie generell das Resultat jeder Diktatur zu sein scheint.

Die Präsidenten des Regimes sind alles Männer des obersten Führers Khamenei. Somit sind die Aussagen von Rouhani nur insofern wichtig, wie sehr seine generelle Attitüde dies unterstreicht. Rouhani jedenfalls gleicht Pinocchio in doppelter Hinsicht. Beide tanzen an den Strippen von Khamenei und während er dabei seine Lügen verbreitet, wirkt er noch lächerlicher und absurder.

Die Mullahs aus Teheran haben die Kunst der Projektion ihres eigenes verwerflichen Verhaltens auf die anderen perfektioniert. Rouhanis Mentor, Chomeini, bezeichnete selbst gerne Oppositionelle als Folterer und sagte, dass diese sich selbst foltern, um das Regime schlecht aussehen zu lassen. Heute beschuldigt Teheran seine Gegner mit den gleichen Charakteristika, welche es selbst vorexerziert. Also sie sind Terroristen, verhalten sich wie Sekten, sind Frauenfeindlich und sexuelle Ausbeuter, religiöse Heuchler, Kriegstreiber, Inhaftierer, Folterer und Geiselnehmer.

1944 begann George Orwell mit seiner Novelle 1984, nachdem die Weltmächte die Welt während der Teheran Konferenz in Zonen aufteilten. Die Novelle ist kein vorsichtiges Märchen, was nur autoritäre kommunistische Staaten betrifft. Es war auch eine klare Vorausschau dessen, was der Iran mit seinem „Islamischen Staat“ später anstellte. Die totalitäre Herrschaft der Mullahs beinhaltet ebenfalls Massenüberwachung, das Sperren des Internets nach eigenem Gutdünken, die Ermordung friedlicher Demonstranten bei Tageslicht und die repressive Regelung allen Verhaltens, unter anderem durch die Zwangsverschleierung von Frauen.

Heute schaut Big Brother im Iran mit seiner „Gedankenpolizei“ überall zu und sie beschuldigt die Demonstranten, sich „im Krieg mit Gott“ zu befinden. Das „Ministerium für Frieden“ verbreitet ständig Terrorismus und Kriegshetze und trotzdem gilt für Rouhani, dass 2+2 = 5 ist.

Während seiner bizarren Rede beschuldigte das Sprachrohr des größten Verletzers von Menschenrechten andere Nationen für die Verletzung der Bürgerrechte und erinnerte freundlich daran, dass „unsere Nation und unsere Kinder eine bessere und sichere Welt brauchen, die auf Rechtsstaatlichkeit basiert.“ Es ist kaum zu glauben, wie Rouhani solche Worte sprechen kann, wo das Regime das letzte Land auf der Welt ist, welches noch Kinder hinrichtet. Und von den Händen der Mullahs tropft immer noch das Blut des unschuldigen pro – demokratischen Demonstranten Navid Afkari, der am 12. September brutal hingerichtet wurde.

Selbst im Twighlight Zone gibt es keine besseren Fantasien. Der Iran ist nicht nur der größte staatliche Sponsor des Terrorismus und dennoch ist er für Rouhani „die Achse des Friedens und der Stabilität“. Er ist auch der „ Vorbote von Dialog und Toleranz“. Und, ach ja, da ist ja noch etwas. Er ist auch der „Champion im Kampf gegen Besetzung und Extremismus“.


Wo soll ich da nur anfangen? Beginnen wir mit der religiösen Toleranz der Mullahs, in der religiöse Minderheiten systematisch verfolgt werden, nur weil sie ihren Glauben ausüben? Oder schauen wir auf die politische Toleranz, die zum Massaker an über 30.000 politischen Gefangenen in 1988 führte, von denen die Mehrheit den Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) angehörten, die einfach nur ihre politischen Basisrechte ausübten? Oder wollen wir vielleicht über den Dialog des Regimes mit seinen Bürgern über die steigenden Benzinpreise sprechen, welcher dazu führte, dass mehr als 1500 friedliche Demonstranten im November 2019 zusammen geschossen wurden?

Rouhani vergießt sogar Krokodilstränen für den Sturz des verehrten Premierministers Dr. Mohammad Mossadeq, was der Gipfel der Heuchelei ist. Hat nicht der Mentor seines Mentors, Abolghassem Kashani, zusammen mit dem korrupten königlichen Gericht gearbeitet und auch mit denjenigen, die den Staatsstreich ausführten, der die Regierung von Mossadeq stürzte?

Außerdem sprach er über die Unterstützung der „demokratischen Errungenschaften des irakischen Volkes“, während die irakische Jugend auf den Straßen „Iran, hau ab!“ ruft. Und steht sein Regime wirklich „an der Seite des Volkes und der Regierung vom Libanon“? Warum protestieren sie dann dort gegen Teheran und seine Marionette, die Hisbollah?

Er sagt weiter, das Regime „steht an der Seite des syrischen Volkes“ und im gleichen Atemzug lobt er „unseren ermordeten Helden“ Quassen Soleimani, welcher der terroristische Mastermind des Regimes war, der heldenhaft den Massenmord an Hunderttausenden Syrern organisierte.

Bevor ISIS in den Augen aller Extremisten berühmt wurde, haben die Mullahs bereits 1979 ihren „Islamischen Staat“ installiert. Dieser hat normale Bürger nur für ihren Glauben hinrichten lassen und er hat die iranischen Frauen 41 Jahre lang unterdrückt und seine Methoden waren dabei noch ruchloser als die von ISIS. Doch Rouhani erklärt, dass dies ein „moderater und rationaler und nicht extremistischer Islam“ sei. Es ist der gleiche moderate Islam, welcher zur Ermordung eines britischen Schriftstellers aufruft, nur weil er sich kritisch zum Islam geäußert hat. Der frühere Präsident Rafsanjani sagte über diesen Islam:“ Das göttliche Gesetz sieht vier Strafen für Dissidenten vor, welche ausgeführt werden müssen: 1. Ermorden, 2. Erhängen, 3. Beine und Arme abschneiden, 4. Verbannung.“

So viel zur moderaten Version des Islam von Rouhani.
Rouhani wurde unter dem Namen Hassan Fereydoun geboren. Er änderte nach der Revolution seine Nachmanen in Rouhani (Kleriker). Das hatte einen guten Grund. Er ist ein Bauernfänger, der ständig in den Betrug investiert. Während er die USA dafür kritisiert, dass sie Saddam während des Iran/Irak Krieges „ausgerüstet“ hat, vergißt er, dass 1986 Vertreter der USA geheim Teheran besuchten, um Waffen an das Regime zu verkaufen. Rouhani war damals eine der Personen, der sie empfing.

Am Dienstag sprach er in Teheran auf der anderen Seite der Erde, als virtuell auf der UN Sitzung in New York seine Rede übertragen wurde. Mark Twain hatte recht, als er sagte:“ Eine Lüge kann um die halbe Welt reisen während sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.“

Doch noch wichtiger ist, dass die Lügen des iranischen Regimes auf seiner Paranoia gegenüber einem Volksaufstand beruhen. Dieser Aufstand schwirrt durch jede Stadt und er könnten die Theokratie stürzen. Und keine noch so große Lüge kann diese offensichtliche Wahrheit verdecken.

Ali Safavi (@amsafavi) ist ein Vertreter im Auswärtigen Ausschus des in Paris sitzenden Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI)