Thursday, December 8, 2022
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Sanktionen treffen den Iran – Aufruf zu außerordentlicher Versammlung der OPEC

TEHERAN (Agenturen) – Der Iran rief am Samstag die OPEC auf, eine außerordentlicher Versammlung abzuhalten, um auf die Preisentwicklung des Rohölpreises, der unter 100 Dollar pro Barrel ging, zu reagieren. „Wir haben den Generalsekretär gebeten, eine außerordentliche Versammlung einzuberufen, weil die Preise ins Bodenlose fallen“, so der iranische Ölminister Rostam Qaesmi auf der offiziellen Webseite Shana, die zum Ministerium gehört.

Er betonte, dass „beim letzten OPEC Treffen am 14. Juni entschieden wurde, dass die Produktionskapazität bei 30 Millionen Barrel liegt, aber die Mitgliedstaaten würden nun 33 Millionen Barrel am Tag produzieren.“

„Die OPEC hat zudem zugestimmt, dass der kritische Preis bei 100 Dollar pro Barrel angesetzt ist, daher brauchen wir eine außerordentliche Versammlung vor dem nächsten regulären Treffen der OPEC im Dezember“, sagte er.

Der Iran leidet unter den Sanktionen des Westens, der seine Ölimporte aus dem Iran stark begrenzt oder gar verboten hat.

Die Sanktionen wurden seit Sonntag erheblich verschärft, nachdem ein Ölembargo der EU in Kraft trat und nachdem den meisten Versicherern untersagt wurde, iranische Öllieferungen auf der ganzen Welt nicht mehr zu versichern.

Teherans Probleme haben sich zudem durch den fallenden Ölpreis verstärkt.

Die Erhöhung der Produktion der OPEC Staaten Saudi Arabien und Kuwait hat zusammen mit den Finanzproblemen der EU und dem Abschwächen des Wachstums in China zu einem weltweiten Überangebot an Öl geführt.

Der Iran ist zusammen mit Venezuela der größte Gegner der USA unter den OPEC Staaten und versucht die OPEC dazu zu bringen, die Preise wieder anzuheben.

Der Preis pro Faß, der als Richtlinie für den Markt gilt, sank in diesem Jahr von seinem Höchststand von 128$ Ende März nun auf unter 100$ pro Barrel.

Am Freitag lag der Preis bei 97,80 Dollar. Er war damit weit unter der Marke von 100 Dollar, welche die OPEC als kritischen Preis festgelegt hat.

Die Preisfrage sorgte für große Spannungen in der OPEC, vor allem zwischen Saudi Arabien und dem Iran, dem zweitgrößten Produzenten.

Beide Länder streben auch nach dem Sitz des Generalsekretärs des Kartells, nachdem der aktuelle Amtsinhaber Abdullah El-Badri aus Libyen in diesem Jahr zurücktritt.

Ecuador und der Irak haben ebenfalls Kandidaten für die Wahl beim Treffen der OPEC im Dezember aufgestellt.