Saturday, January 28, 2023
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Gesprächsrunde in Genf gescheitert: Wie geht es weiter?

Asharq Al-Awsat-Von Tariq Alhomayed: Eins läßt sich nicht abstreiten: Die Gespräche in Genf sind gescheitert, alle die an den Gesprächen teilnahmen, machen vage Aussagen, die viel Interpretationsspielraum lassen, egal mit wem man spricht, ob mit US Vertretern, den Russen oder mit Kofi Annan selbst.

Daher stellt sich die Frage: Was passiert nun?
Die simple Antwort ist, dass es keine politische Lösung gibt und das alle Maßnahmen außerhalb des UN Sicherheitsrates nutzlos sind, bis es keine internationale Koalition gibt, die eine Grundlage für weiteres Vorgehen bietet. Diese Koalition muß sich einig sein, welche militärischen Maßnahmen sie unternimmt oder ob sie ein Flugverbot oder Pufferzonen verhängt. Ohne all dies sind heute keine politischen Lösungen zu erreichen. Dennoch heißt es nicht, dass wir am Ende der Straße angelangt sind. Die syrische Lösung hängt am Ende von den syrischen Revolutionären ab, es wird am Boden entschieden werden. Wenn die syrischen Rebellen keinen Widerstand geleistet hätten, hätte es keine Gespräche in Genf gegeben, es gäbe keine Abkommen und kein Abkommen, in dem selbst Rußland dabei ist. In diesem Abkommen geht es um eine Übergangsregierung und obwohl sie im Moment nicht einsetzbar ist, zeigt dieses Abkommen, dass selbst Moskau immer weniger Raum für Manöver aller Art bleibt.

Die zentrale Frage ist also, was am Boden in Syrien passiert, hier entscheidet sich der Wandel, sowohl für Damaskus als auch für die internationale Gemeinschaft. Das al-Assad Regime ist heute näher an seinem Ende als je zuvor und so lange Syrien standhaft bleibt und so lange wir die syrische Befreiungsarmee (FSA) bewaffnen und sie ausrüsten, so lange wird sie sich gegen den Tyrannen zur Wehr setzen. Wir müssen unseren Fokus darauf ausrichten und nicht auf eine politische Lösung, die nie ohne die Ergebnisse auf dem Boden erreichbar ist. Die internationale Gemeinschaft weis dies und die Weltmächte beginnen zu begreifen, dass es ohne die Bewegung nicht geht, auch wenn sie unberechenbar und nicht überzeugend ist.

Rußland und der Iran werden sich quer stellen und eher gegen die Entscheidung am Boden sein, als sich der internationalen Gemeinschaft anzuschließen. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Moskau und Teheran wollen das Leben des Tyrannen verlängern. Der Iran hebt das Scheitern von Genf gerne hervor, weil es seinen Einfluß in Syrien dokumentieren will. Der Iran will, dass al-Assad an der Macht bleibt, weil sein Sturz auch die Hisbollah im Libanon und al-Maliki im Irak ins Wanken bringt. Dies muß verhindert werden, weil Syrien dann auf lange Sicht schwach und innerlich zerrissen wäre.