Thursday, December 1, 2022
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Staatliche Medien geben zu, dass das Regime hinter den Krisen des Iran steckt

Die wirtschaftlichen Krisen des Iran und die Schwierigkeiten des Volkes, seien Unterhalt zu finden, nehmen von Tag zu Tag zu. Das iranische Regime versucht, die belastenden Lebensumstände des Volkes zu vertuschen; zugleich geben sich seine Apologeten große Mühe, um für die Krisen im Iran die Sanktionen verantwortlich zu machen. Doch nun räumen staatliche Medien die wirtschaftlichen Krisen des Iran sowie die Rolle ein, die das Regime bei ihrer Verschärfung spielt.

Am Dienstag schrieb die staatliche Zeitung „Kar-o Kargar“ mit Bezug auf das Los der iranischen Arbeiter: „Das Einkommen der Arbeiter deckt ihre Ausgaben nicht. Die Lebenserwartung der Arbeiter weist im Vergleich mit anderen Klassen eine wirkliche Abnahme auf.“

„Kar-o Kargar“ fährt fort: „Derzeit tritt keine Politik, keine Bewegung für die Gruppen ein, die über ein geringes Einkommen verfügen; die Kaufkraft der Arbeiter nimmt von Tag zu Tag ab. Die Löhne decken die Lebenskosten nicht, denn die Armutsgrenze liegt um das Vierfache über dem minimalen Lohn.“

Darnach fragt „Kar-o Kargar“, wie die Arbeiter den wirtschaft-lichen Zyklus des Iran sollten beeinflussen können, da sie von „den Problemen des Lebensunterhaltes bedroht“ würden.

„Kar-o Kargar“ gibt zu: Die iranischen Arbeiter und andere Gruppen mit geringem Einkommen sind „um die Erhaltung ihrer Familien und durch ihre geringen Löhne besorgt, außerdem durch verzögerte Bezahlung, Verringerung der Dauer befristeter Arbeitsverträge sowie durch den Druck, den unmoralisches Verhalten der Arbeitgeber, die Schließung von Fabriken, die rasende Inflation und die schreckliche Entwertung des Geldes bewirken.“

Am Montag zitierte die halb-offizielle Nachrichtenagentur ILNA Ehsan Soltan, einen der Ökonomen des Regimes, der zugab: „Die Preise der Waren haben mindestens um das Fünffache zugenommen. Die Kaufkraft des Volkes ist im Bereich der Lebensgüter halbiert worden.“

Nach der Nachrichtenagentur ILNA führt Soltani fort: „Selbige Kaufkraft des Volkes hat durch die 30- bis 50prozentige Inflation abgenommen – die sich besonders auf den Bereich der Lebensgüter auswirkt, denn im Bereich der Dienstleistungen ist keine große Inflation vorhanden.“

Während die Regierung Rouhani und andere Funktionäre des Regime versuchen, für das Leiden der iranischen Bevölkerung die Sanktionen verantwortlich zu machen, wiesen die staatlichen „Bultan News“ am Dienstag diese Behauptung zurück.

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Die „Bultan News“ schreiben: „Jedermann hat gehört, wie Rouhani und seine Regierung sagen, alle Probleme des Landes seien auf die Sanktionen zurückzuführen. Sie behaupten, daß es, wenn nur die Sanktionen aufgehoben würden, keine Probleme mehr geben würde; die Preise würden abnehmen und die Waren billiger werden.“ Die Zeitung fährt fort: „Doch die Fachleute haben schon oft gesagt: Die Auswirkung der Sanktionen auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage liegt bei 30%.“

„Daher sind mindestens 70% der Probleme, die in verschiedenen Bereichen auftreten, auf die Inkompetenz und Mißwirtschaft der Funktionäre des Landes zurückzuführen.“

Diese Tatsachen und Zahlen zeigen weiterhin, warum die Iraner mit den Slogans ihrer täglichen Demonstrationen überall im Lande das Regime aufs Korn nehmen. Die Gesellschaft des Iran gleicht einem Pulverfaß, das in dieser „Gefahr“ – so sagen es die staatlichen Medien – zur Explosion bereit ist.

Die Tageszeitung „Mostaghel“ schrieb dazu am Montag: „Die eindimensionale Ansicht der Gefahr sollte uns nicht ablenken von anderen Gefahren. Wir sollten die Gefahr, die von der Unzufriedenheit und Revolte des Volkes ausgeht, nicht übersehen.“