Thursday, December 8, 2022
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Staatliche Medien im Iran: Proteste sind Feuer unter der Asche


Aufgrund der falschen Politik des Regimes warnen staatliche Medien die Vertreter des Regimes wegen steigender sozialer und wirtschaftlicher Krisen vor einem kommenden Aufstand im Iran. Diese Warnungen kommen einige Tage nach dem Aufstand in der Provinz Sistan und Belutschistan (Südostiran).

„Wir können die Ereignisse nicht mehr zählen, an denen die Regierung von Hassan Rouhani sich weigerte, zu agieren. Dieses Scheitern hat zu Verzweiflung in der Gesellschaft geführt. Anstatt sich Sorgen zu machen, ob man die Regierung nun kritisieren kann oder nicht, sollten wir daran denken, wie die Frustration der Menschen brennt und welche Konsequenzen dies für die soziale und politische Entwicklung in der Zukunft hat“, schrieb am Mittwoch die staatliche Zeitung Ebtekar. Der Artikel reagierte auf die Aussagen von Regimepräsident Hassan Rouhani zum Aufstand in Sitan und Belutschistan.

Am 22. Februar brachen Proteste in Sistan und Belutschistan aus, nachdem die Revolutionsgarden (IRGC) mehrere verarmte Treibstoff – Grenzhändler erschossen hatten. Während die Sicherheitskräfte damit fortfahren, die dortigen Bürger zu unterdrücken, vergießt Rouhani Krokodilstränen für die Treibstoffhändler (Sokthbar) und Grenzhändler (Kolbar).

IRGC forces kill Baluch fuel porters in Saravan, protests ensue
Einheiten der IRGC erschiessen Teribstoffhändler in Saravan, Proteste brechen aus
„Kolbari and Sokhtbari sind nicht die Würde der Menschen und des Landes. Dieses Phänomen sorgt für ernste wirtschaftliche und soziale Schäden“, sagte er am Dienstag, ohne jedoch eine Lösung für das Leid der Menschen aufzuzeigen.

Der Aufstand in Sistan und Belutschistan begann im Kreis Saravan, als Bürger die unterdrückenden Zentren stürmten und so den Widerstandswillen in der Gesellschaft zeigten. Das Regime verhängte in der Provinz eine Internetsperre, um die Verbreitung der Nachrichten über den Aufstand zu verhindern und eine Verbreitung des Aufstandes auf andere Regionen zu vermeiden.

„Die Saravan Frage ist eine Wunde, die durch diesen Vorfall geöffnet wurde und wo die Menschen verstanden haben, welche Probleme es in dieser Region gibt“, schrieb am Dienstag die staatliche Zeitung Mostaghel


„Die bitteren Ereignisse in Saravan sind nicht vergessen, doch es werden keine Nachrichten verbreitet. Der Grund ist eine Internetsperre in der Region und die Zensur der Medien. Die Erkenntnis dieser Tatsache ist, dass diese Methode jederzeit wieder eingesetzt werden kann und dass sie von Krise zu Krise und von Ereignis zu Ereignis in Erwägung gezogen wird. Diese Methode macht jeden Protest und jeden sozialen Konflikt zu einem Feuer, der unter der Asche brennt. Mit einem mitfühlenden Blick sollte man (das Regime) sich Sorgen über den Tag machen, wo die Flammen aus der Asche hervor brechen“, schrieb Mostaghel und unterstrich, dass die unterdrückenden Methoden des Regimes nicht mehr funktionieren, um die Gesellschaft ruhig zu halten.

„Dieser Vorfall (Aufstand) unterstreicht, dass es eine fehlende Aufmerksamkeit und komplexe geopolitische Bedingungen in dieser Region gibt. Wenn man diesen Gebieten keine Aufmerksamkeit schenkt, dann hat das schwere Konsequenzen (für das Regime). Solche Dinge verstärken die Gräben zwischen der Regierung und dem Volk und sie untergraben die Sicherheit (des Regimes)“, schrieb die staatliche Aftab-e Yazd.

Die Proteste „sind eine Zeitbombe, die unter der Haut der Gesellschaft tickt. Niemand weiß, wann sie explodiert, aber seine Gefahren (für das Regime) sind zerstörerischer als jeder Angriff einer ausländischen Macht. Wer die Geschichte versteht, der wird dies unterschreiben (sozialer Aufruhr)“, schrieb am 28. Februar die staatliche Jahan-e Sanat.