Thursday, December 1, 2022
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Staatliche Medien warnen die Offiziellen vor sozialem Zusammenbruch inmitten der Wirtschaftskrise im Iran


In mehreren Artikeln hat die staatliche Zeitung Eghtesad-e Pouya einige Aspekte der iranischen Wirtschaftskrise zugegeben und dabei die Rolle des Regimes in ihr beleuchtet. Eghtesad-e Pouya warnt dabei die Vertreter vor einem sozialen Kollaps.
„Es gibt aktuell 15 Millionen verarmte Menschen, die an einer ungerechten Verteilung leiden. Dies hat zu einer unkontrollierten Flucht in die städtischen Gebiete geführt“, schreibt am Sonntag Eghtesad-e Pouya und zitiert dabei Vahid Shaghaghi Shahri, den Leiter der Kharazmi Wirtschaftsschule.
Laut Shaghagi ist das Resultat der Flucht in die Städte, dass dort die Mieten und Hauspreise steigen. Doch was ist der Grund?
Die falsche Politik des Regimes und seine Korruption haben vielen Menschen ihre Jobs gekostet. Die steigenden Arbeitslosenzahlen, vor allem in den Provinzen, haben die Menschen gezwungen, in die Städte zu gehen, um nach Arbeit zu suchen. Sie sind oft gezwungen, auch dort in Armut zu leben, weil die Hauspreise und Mieten immer höher werden, da es immer weniger freie Wohnungen gibt.

Wie die Mullahs die iranische Wirtschaft zerstören

„In den letzten zehn Jahren gab es keinen klaren Plan, wie man die Mieten und Hauspreise kontrolliert. Die Statistiken zeigen, dass eine Million Häuser pro Jahr gebaut werden müssten, aber in den 2010er Jahren wurden im Schnitt nur 350.000 Häuser gebaut und fertig gestellt.“, sagte Shaghagi.
Rising inflation rate and people’s harsh living condition
Die steigende Inflationsrate und die harten Lebensbedingungen
Neben der Immobilienkrise haben die Iraner mit der steigenden Inflationsrate und steigenden Preisen zu kämpfen.


„Die iranische Gesellschaft erlebt eine Inflationsrate von 45% und bei einigen Gütern liegt die Inflationsrate bei über 200%“, schrieb am Sonntag Eghtesad-e Pouya in einem anderen Artikel, in dem Hamid Asefi, ein politischer Soziologe, zitiert wurde.
„Die Rentner und die Arbeiterklasse verstehen diese Inflation sehr gut. Einige Statistiken sagen, dass die Armutsgrenze bei 12 Millionen Tomans liegt, andere Experten sehen sie bei 8 Millionen. Die Löhne der Arbeiter betragen mit allen Zuschüssen 4 Millionen Tomans.“, sagte Assefi. „Das bedeutet, dass die Löhne der Arbeiter nur für eine Woche die Kosten decken“, ergänzte er. Das Regime versucht, die Arbeiter und Angestellten daran zu hindern, dass sie „ihre Situation zum Thema machen können.“
Assefi gibt zu, dass sich „die Lebenssituation der Menschen jeden Tag verschlechtert“. Warum?
„Der Iran lebt vom Verkauf von Öl, meist Rohöl. Die Öleinnahmen werden jedoch meist veruntreut. Die Regierungen versucht nur, diese Veruntreuungen zu verteilen. Daher verschlechtert sich das Leben der Menschen jeden Tag“, sagte Assefi.
Die Iraner erleben wirtschaftliche Not und das Regime lehnt es ab, ihnen zu helfen. Stattdessen machen immer mehr Kandidaten im Rahmen der Scheinwahlen des Regimes zum Präsidenten leere Versprechungen, um die Menschen an die Wahlurnen zu bringen, vor allem, nachdem sich immer mehr Menschen den Aufrufen zu einem Wahlboykott in 2021 anschließen.
„Im Moment reagieren die Menschen nicht mehr auf politische Ereignisse und sie treten nicht in das Wahlspektakel ein. Die Menschen haben genug zu tun, ihren Lebensunterhalt zu sichern, warum sollten sie an Wahlen denken?“, schrieb Eghtesad-e Pouya.
Die politischen Fraktionen verhindern nicht die finanziellen Probleme, die sie im Alltag haben und auch die politischen Spielchen, die in den Medien gespielt werden, helfen ihnen nicht.“, ergänzt Eghtesad-e Pouya.
In einem anderen Artikel vom 28. April zitiert Eghtesad-e Pouya den Soziologen Mostafa Eghlima. Er sagt:“ Mehr als 50% des Volkes lebt unterhalb der Armutsgrenze, doch die relative Armut im Land ist weit höher. In einer Metropole wie Teheran sollte der Lohn über 10 Millionen Tomans liegen, damit man ein bescheidenes Leben führen kann.“
„Wenn der Lohn bei 2,5 Millionen Tomans liegt, dann muss man in Armut leben“.
„80% leben unterhalb der Armutsgrenze. Unser Land spaltet sich und diese Spaltung wird zu einem sozialen Kollaps führen“, zitierte Eghtesad-e Pouya den Soziologen Ahmad Bokharaie, der die Vertreter des Regimes mit dem Begriff „sozialer Kollaps“ vor einem neuen Aufstand warnt.