
Trotz der unterdrückenden Maßnahmen des iranischen Regimes und dem Coronavirus gehen die Proteste in allen Bereichen des Lebens im Iran weiter, wie Berichte zeigen, welche die Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) zusammengefasst haben. Diese Proteste zeigen, wie explosiv die iranische Gesellschaft geworden ist.
Dieses Wochenende waren Duzende iranische Städte Zeuge von Protesten von Rentnern und Pensionären der Organisation für soziale Sicherheit. Die Rentner protestierten dieses Wochenende zum siebten Mal in Folge landesweit. Proteste gab es in: Teheran, Yazd, Isfahan, Tabriz, Shushtar, Shush, Haft Tappeh, Khorram Abad, Qazvin, Kermanshah, Ahvaz, Shahrud, Rasht, Mashhad, Sari, Ardebil, Arak, Urmia, Behshahr, Sanandaj, Shiraz, und Karaj. Sicherheitskräfte verhafteten mehrere Rentner in verschiedenen Städten.
Die Rentner riefen:“ Das Resultat der Arbeit der Regierung ist die Ausplünderung des Wohlstands des Volkes“, „Ein Heim und unsere Lebensgrundlagen sind unsere unverzichtbaren Rechte“, „Unser Land sitzt auf einem Schatz, doch wir leben im Elend“ und „Unsere Löhne werden in Rial gezahlt, unsere Ausgaben sind in Dollar.“
Die Pensionäre protestieren, weil sich die wirtschaftliche Situation im Iran in den letzten Jahren verschlechtert hat. Dies ist ein Produkt der Korruption im Regime und seinem wirtschaftlichen Missmanagement. Die Rentner protestieren gegen niedrige Löhne und die Weigerung des Regimes, ihre Renten an die Entwicklung der nationalen Währung und die steigende Inflationsrate anzupassen. Die Rentner erhalten im Schnitt 2,5 Millionen Rial im Monat, während die Armutsgrenze in einigen Teilen des Landes im letzten Jahr auf 10 Millionen Rial gestiegen ist.

Es gab in den letzten Tagen auch Proteste in anderen Bereichen des Lebens. Eine Gruppe von Anlegern, die ihre Ersparnisse nach einem Kollaps an der iranischen Börse verloren haben, trafen sich am Dienstag in Teheran und protestierten. Sie demonstrieren gegen die Täuschung des Regimes, welches die Menschen ermutigt hatte, an der Börse zu investieren, obwohl eine Blasenbildung und ein Crash absehbar war.
Im Südwesten des Iran protestierten am Dienstag Arbeiter der Gemeinde in Ahvaz vor dem Gebäude des Stadtrates, um ihre Rechte und die Zahlung verzögerter Löhne zu fordern.
Am Dienstag protestierte eine Gruppe von Straßenhändlern zusammen mit Bürgern aus Tabriz (Nordwestiran), nachdem Sicherheitskräfte ihr Eigentum beschlagnahmt hatten und ihnen verbaten, vor dem Molavi Markt zu arbeiten. Die Demonstranten marschierten zum Gouvernement. Sicherheitskräfte griffen sie dabei an und verhafteten mehrere Straßenhändler.
Ebenfalls am Dienstag trafen sich Bürger von Chaf und Chamkhaleh (Provinz Gilan, Nordiran), um gegen die Besetzung ihres geerbten Landes durch die Stiftung für Hausbau und Stadtentwicklung und die Revolutionsgarden (IRGC) zu protestieren.
Am Dienstag trafen sich auch Angestellte des Ölministeriums, um vor dem Parlament des Regimes zu protestieren. Sie forderten die Anerkennung einer Diskriminierung zwischen ihnen und den offiziell angestellten Mitarbeitern des Regimes.
Laut der Demonstranten erhalten die fest angestellten Mitarbeiter des Ölministeriums mindestens 15 Millionen Tomans, während die Zeitarbeiter im selben Job nur rund 4 Millionen Tomans erhalten.
Die Arbeiter des Eisenbahnunternehmens von Karaj streikten am Dienstag nach einem zuvor erfolgten Aufruf. Sie sagten, dass sie in den Streik gehen, weil sie seit Monaten keinen Versicherungsschutz mehr haben.
Arbeiter des Unternehmens für den Vertreib von Petroleumerzeugnissen in Mahshahr trafen sich am Montag morgen vor dem Büro des Gouverneurs von Mahshahr, um die Zahlung ihrer verzögerten Löhne und die Umsetzung ihrer Arbeitsplatzbewertung zu fordern.
Am Montag trafen sich auch die Arbeiter des Eisenbahnstrecke Nurabad-Arak (Zentraliran), um in den Streik zu gehen, weil sie keine Löhne und andere Zusatzleistungen erhalten haben.
Wegen der steigenden Proteste im Iran warnen die staatlichen Medien die rivalisierenden Fraktionen vor einem weiteren Aufstand und unterstreichen dabei die Rolle der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) bei der Führung der Gesellschaft zu einem Regimewandel.
„Sehen Sie (die rivalisierende Fraktion) nicht, dass die Armutsgrenze von 10 Millionen Tomans die Mittelklasse ausradiert und sie in die Nähe der Unterschicht setzt? Die Herrschaft der extremen Unzufriedenheit hat bereits Menschen im zweistelligen Millionenbereich erreicht. Unzufriedenheit kann laut Sicherheitsexperten jeden Moment in einem gefährlichen und explosiven Ausbruch (Proteste) münden.“, schrieb am Montag die staatliche Zeitung Mardom Salari
„Warum sehen sie nicht, dass der Kontext der Krise des Lebensunterhaltes eine gefährliche und unheimliche Organisation zur Wurzel unter der Haut der Stadt werden lässt? Wissen sie nicht, dass die MEK und ihre Netzwerke im Meer der armen Jugendlichen fischen und sie zu radikalen Aktionen gegen das gesamte System animieren? Wenn die Welle der Ablehnung weiter geht, dann wird bald ein gewalttätiger Sturm ausbrechen und dann wird es keine Zeichen mehr geben (vom Regime)“, hieß es in der Warnung an die rivalisierende Fraktion im Artikel von Mardom Salari.
