StartNachrichtenWiderstandÜbersicht der Iran – Proteste: 30. September - 7. Oktober

Übersicht der Iran – Proteste: 30. September – 7. Oktober

Bahnarbeiter streiken in der Provinz Lorestan, Westiran – 5. Oktober 2020

Berichte, welche die Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) verfasst haben, zeigen, dass es mehr Proteste in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten im Iran gibt. Die treibende Kraft all dieser Proteste sind wirtschaftliche Nöte.

Laut der MEK weigerten sich am Montag Bahnarbeiter in der Provinz Loristan (Westiran), an die Arbeit zu gehen, um damit die Vertreter des Unternehmens zu zwingen, einen Teil ihrer ausstehenden Löhne zu zahlen. Die Arbeiter gingen am Montag nach einem vorherigen Aufruf in den Streik.

Wegen der gescheiterten Wirtschaftspolitik des Regimes sind die Preise essentieller Produkte massiv gestiegen. Berichte aus dem Iran zeigen, dass zum Beispiel Brot in Tabriz (Nordwestiran) zwischen 30 und 50 Prozent teurer geworden ist. Der plötzliche Anstieg des Brotpreises führte zu Protesten und viele Bäckereien in Tabriz wurden geschlossen, weil sie kein Mehl mehr haben. Die Vertreter des Regime sind darin gescheitert, dieses wichtiges Lebensmittel bereit zu stellen.

Videos, welche die MEK in Urmia (Nordwestiran) machte, zeigen, wie Menschen seit 6 Uhr morgens in langen Schlangen anstehen und dennoch kein Brot kaufen konnten..

Am Montag hielten die Kindergärtnerinnen in Izeh (Provinz Khuzestan, Südwestiran) eine Protestversammlung vor dem Generaldirektorat für Bildung in Khuzestan ab. Sie forderten eine Änderung ihrer Arbeitsverträge von Zeitverträgen in feste Arbeitsverträge.

Ebenfalls am Montag traf sich – am zweiten Tag in Folge – eine Gruppe von Angestellten der iranischen Gesundheitszentren vor dem Parlament des Regimes. Dort protestierten sie gegen eine fehlende Änderung ihres Jobstatus und niedrige Löhne.


Am Sonntag protestierten viele iranische Landwirte vor den Büros der Gewerkschaften. Die sogenannten Organisation für Planung und Budget vom Regime hatte das Landwirtschaftsministerium über die Entscheidung eines Wirtschaftsrates informiert, in der die Preise für Agrarprodukte im nächsten Jahr fest gelegt wurden. Laut des Dekrets soll der garantierte Preis von 1kg Weizen 40.000 Rials, von 1kg Raps 78.000 Rials und von 1 kg Hafer rund 23.000 Rials betragen. Diese Nachricht sorgte für Proteste vieler Aktivisten in diesem Sektor. Die Landwirte sagten, dass aufgrund der Preiserhöhung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel der Kaufpreis ihrer Produkte durch die Regierung sehr niedrig geworden ist und dies dazu führen wird, dass viele Landwirte Geld verlieren.
In einer ähnlichen Entwicklung hielten am Sonntag Arbeiter einer Sportkomplexes in Zanjan (Nordwestiran) eine Protestveranstaltung ab. Die protestierenden Arbeiter fordern die Zahlung ihrer Löhne, die seit mindestens sechs Monaten ausstehen.

Regime’s fear of ongoing protests

Die Angst des Regimes vor fortgesetzten Protesten
Die staatlichen Medien und die Vertreter des Regimes warnen immer und immer wieder vor neuen Aufständen. Sie vergleichen die aktuelle Situation mit der Lage vor den großen Iran – Protesten im November 2019.

Die landesweiten Iran – Proteste begannen nach einer plötzlichen Erhöhung der Benzinpreise und sie verwandelten sich bald in eine Herausforderung für die Existenz des Regimes.
Parallel zu den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen hat das Regime Angst vor einem weiteren Aufstand.

Die staatliche Zeitung Mostaghel schrieb am Dienstag in dieser Hinsicht:“ Die institutionalisierte Unsicherheit in der Gesellschaft und auch die sozio – politischen und wirtschaftlichen Störungen sind aktuell vorhanden und ein möglicher Auslöser.“

Die staatliche Zeitung Ebtekar schrieb am 1. August in einem Leitartikel:“ Die Lebensbedingungen (der Menschen) sind an einem gefährlichen Punkt angelangt. Viele Menschen protestieren täglich. Diese Proteste drehen sich um den puren Überlebenskampf. Wenn die Bewegung der hungernden Menschen beginnt, dann kann diese zu zivilem Ungehorsam führen. Die Gesellschaft lebt schon lange am Rande eines „Protest – Paradigmas“. Diese Gesellschaft hat ihren Siedepunkt bereits mehrfach erreicht und der Topf ist nicht grundlos mehrfach übergequollen. Der November (Aufstand) war nur die Rebellion der Hälfte der hungernden Menschen.“

Es heißt weiter:“ Wenn es keine positive und tiefgreifende Änderung der aktuellen Situation gibt, dann wird sich das Feuer früher oder später wieder entzünden und dann werden alle Werte (das Regime) verbrannt werden.“