Saturday, November 26, 2022
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Um den Terrorismus im Namen des Islam zu stoppen, nehmt sein Herz in Teheran ins VisierIran: Sechs Gefangene in Zahedan, Mashhad und Shiraz hingerichtet

Prof. Alejo Vidal Quadras

Nach dem Tod des Oberhaupts des Islamischen Staats Abu Ibrahim al Qurayshi bei einer Militäroperation der USA am Donnerstag, dem 3. Februar, hat Präsident Joe Biden unterstrichen, dass „dieser schreckliche terroristische Führer nicht mehr lebt“. Während der Sieg Beifall verdient, ergibt sich dennoch die Frage, ob damit der Terrorismus unter dem Banner des Islam am Ende ist.
Die Biden Administration hat den IS Terroristen tatsächlich einen bedeutenden Schlag versetzt. Aber ihr Kampf gegen den Terrorismus steht in absoluten Kontrast zu ihrem schwachen Verhalten gegenüber dem aktivsten staatlichen Förderer des Terrorismus in der heutigen Welt, wenn sie versucht, das in fataler Weise löchrige Atomabkommen von 2015 wieder zu beleben.
Der Vertrag von 2015, allgemein bekannt als Gemeinsamer Umfassender Plan von Maßnahmen (JCPOA), hat den Mullahs unverhofft zu Geld verholfen im Gegenzug zu Beschränkungen in Bezug auf ihr heimliches Atomprogramm, Beschränkungen, die potemkinschen Dörfern gleichen.
Die im Iran herrschende Theokratie hat das Geld benutzt, um damit fortzufahren, das mörderische Regime von Bashar al-Assad zu stützen, eine konfessionelle Säuberung im Irak unter dem Namen des Kampfes gegen ISIS in Gang zu setzen, die terroristische Hisbollah im Libanon zu finanzieren und zu bewaffnen und die Houthis im Jemen zu finanzieren und zu trainieren, deren Zielobjekte jetzt über Saudi Arabien hinausreichen.
Der Terrorismus unter dem Banner des Islam ist zu einer globalen Bedrohung geworden, aber wir sollten nicht vergessen, wo der Ursprung dieser Bedrohung liegt. Als Ruhollah Khomeini im Februar 1979 den „Islamischen Staat“ im Iran gründete, hat er ausdrücklich dazu aufgerufen, einen schiitischen Halbmond zu schaffen. Die Mullahs haben den Export der Revolution institutionalisiert, die ihrer extremistischen Interpretation des Islam entspricht.
Teheran hat einen verheerenden Krieg mit dem Irak auf acht Jahre verlängert, der Millionen von Toten auf beiden Seiten hinterließ und die Infrastrukturen beider Länder schwer geschädigt hat. Khomeini hatte geschworen, den Iran-Irak-Krieg fortzusetzen „bis zum Zerbrechen des letzten Hauses in Teheran“.
Khomeini ist kurz nach dem Ende des Krieges gestorben, aber sein Nachfolger Ali Khamenei ist bis heute seinem Testament treu geblieben. Teheran hat 1989 die extraterritoriale Quds Armee der Revolutionsgarden (IRGC) gebildet, um die kriegslüsterne Politik fortzusetzen. Der Befehlshaber der Quds Armee Qassem Soleimani, der 2020 von einem Drohnenschlag getötet wurde, war federführend bei den terroristischen Operationen des iranischen Regimes im Vorderen Orient.
Aber Teherans zügelloser Terrorismus war nicht auf diese Region begrenzt. Der 5. Februar ist der Jahrestag der historischen Verurteilung von Assadollah Assadi, einem in Wien ansässigen Diplomaten Teherans, der einen Bombenanschlag auf die Kundgebung der Opposition in Frankreich 2018 geplant hatte. Assadi hat selbst die Bombe an zwei seiner Komplizen ausgeliefert, während der dritte Agent in Frankreich verhaftet wurde. Das Gericht in Antwerpen, Belgien, hat Assadi und seine Komplizen zu 15 bis 20 Jahren Gefängnis verurteilt, wobei es unterstrich, dass der fehlgeschlagene Bombenanschlag ein Zeichen von „Staatsterrorismus“ sei.
Der Tagungsort in Frankreich, den Assadi fast gesprengt hätte, war gefüllt mit 100 000 Iranern und Hunderten von internationalen Würdenträgern, darunter derzeitigen und früheren hochrangigen Amtsträgern und vielen europäischen Abgeordneten. Wenn die Bombe explodiert wäre, hätte sie viele von ihnen töten und Tausende verkrüppeln können.
Teheran hat mit seinen terroristischen Aktivitäten auch nach der Verurteilung Assadis weitergemacht und das Netz, das Assadi koordinierte, ist in ganz Europa intakt geblieben.
Präsident Biden und sein Team sollten sich daran erinnern, dass die Diplomaten, die sie direkt treffen wollen, sich nicht von Assadi unterscheiden. Hossein Amir Abdollahan, Teherans Außenminister, hat sich dreist damit gebrüstet, dass er Soleimanis Pfad weiter folgen werde.
Das Schurkenregime in Teheran hat klargestellt, dass es nicht die Absicht hat, mit seinem regionalen Abenteurertum aufzuhören und dass es wild entschlossen ist, eine Atombombe zu bekommen. Zu diesem Zweck hat es Uranmetall erzeugt, dessen einziger Zweck es ist, für eine Waffe eingesetzt zu werden, und Uran über den Grad hinaus angereichert, der im JCPOA erlaubt ist. Während westliche Politiker sich mit Atomverhandlungen aus der Affäre ziehen wollen und damit zögern, Teheran für seine Kriegstreiberei zu bestrafen, nehmen die Huthi Handlanger der Mullahs Amerikas Verbündete in der Region ins Visier.
Kurz gesagt, ohne dass man das iranische Regime zur Verantwortung zieht, bleiben die Behauptungen, man wolle den Terrorismus bekämpfen, leere Rhetorik. ISIS ist die sunnitische Version des terroristischen islamischen Staats, der im Iran an der Macht ist und der in der Region Chaos anrichtet und Iraner tötet unter Berufung auf den „schiitischen Islam“.
Westliche Regierungen, besonders die USA, sollten eine feste Politik gegenüber dem iranischen Regime betreiben. Teheran ein weiteres Mal unverhofft zu Geld zu verhelfen, würde nur zu mehr Krisen in der Region führen. Dem Regime sollte keine Aufhebung der Sanktionen gewährt werden. Im Gegenteil, die Mullahs sollten für ihre Aktionen bestraft werden. Das Haupt der Schlange des Terrorismus und des islamischen Fundamentalismus sollte in Teheran zerstört werden.
Wenn man das nicht tut, so wäre das Ergebnis das, dass unschuldige Menschen im Iran und im Vorderen Orient und ebenso die Bürger anderer Länder den hohen Preis eines schlechten Abkommens mit einem terroristischen Regime zahlen müssten, das keine Skrupel hat, terroristische Angriffe durchzuführen, um seine Herrschaft zu erhalten.
Dr. Alejo Vidal-Quadras


Alejo Vidal-Quadras, spanischer Professor für Atom- und Kern-Physik, war Vizepräsident des Europäischen Parlaments von 1999 bis 2014. Er ist Präsident des in Brüssel ansässigen International Committee In Search of Justice (ISJ) [Internationales Komitee für die Suche nach Gerechtigkeit]